Nikola präsentiert Brennstoffzellen-Pickup „Badger“

Den Badger (übersetzt Dachs) soll eine Kombination aus Brennstoffzelle und Batterie antreiben. Es soll wie beim Lkw zwei Versionen geben.

Der "Badger" wird als Batterieelektriker und mit Brennstoffzelle kommen. | Foto: NIkola
Der "Badger" wird als Batterieelektriker und mit Brennstoffzelle kommen. | Foto: NIkola
Gregor Soller

Auch den Badger plant Nikola mit mehreren Energie- respektive Antriebsarten: Es soll eine Variante mit Brennstoffzelle und eine mit batterieelektrischem Antrieb angeboten werden. Die Lithiumionen-Batterie hat eine Kapazität von 160 kWh, die Brennstoffzelle leistet 163 PS (120 kW). Auch der Badger soll laut Nikola in Zusammenarbeit mit einem anderen Hersteller produziert werden. Das könnte analog zu Iveco dann Ram sein, aber theoretisch auch GM. Allerdings kann eine begrenzte Zahl von Kunden bereits jetzt reservieren.

Kraft hat der Dachs: Nikola gibt eine maximale kombinierte Leistung von maximal 906 PS (666 kW) und dauerhaft 455 PS (335 kW) an sowie ein Drehmoment von rund 1330 Newtonmetern. Von null auf 100 km/h soll es der Pickup in 2,9 Sekunden schaffen, und die kombinierte Reichweite aus Brennstoffzelle und Batterie wird mit knapp 1000 Kilometern angegeben. Die Reichweite für den batterieelektrischen Antrieb für Kunden ohne Zugang zu Wasserstoff gibt Nikola mit rund der Hälfte an. Mit einer Länge von 5,9 Metern und einer Breite von 2,1 Metern liegt der Badger auf dem Niveau des Ford F-150. Der Badger soll alles leisten können, was Bauunternehmen von einem Pick-up erwarten. Nikola nimmt den Mund darüber hinaus sehr voll: Denn der Badger soll „alle anderen elektrischen Pick-ups auf dem Markt übertreffen“. Dank einer 15 Kilowatt bietenden Steckdose soll er auf Baustellen Werkzeuge, Beleuchtungseinheiten und Kompressoren bis zu zwölf Stunden lang mit Energie versorgen können. Der Badger ist klar als „Workhorse“, also Arbeitspferd konzipiert. Dazu gehört auch das Potenzial, einen 8,2-Tonnen-Hänger an einer 30-prozentigen Steigung problemlos in Bewegung zu setzen. Was nicht allzuoft passieren darf, denn dann sind die Akkus ganz schnell leer. Nikola-Chef Trevor Milton bestätigt aber:

„Ich arbeite seit Jahren an diesem Projekt, und ich glaube jetzt, dass der Markt reif ist für ein Modell, das einen vollständigen Arbeitstag ohne Energieverlust bewältigen kann.“


Um die Versorgung mit Wasserstoff voranzutreiben, plant das Unternehmen für die kommenden Jahre den Aufbau von 700 Stationen, um den USA eine ausreichende Versorgung zu ermöglichen. Nach den Plänen des Unternehmens soll der Wasserstoff in unmittelbarer Nähe der Stationen mittels regenerativer Energiequellen produziert werden. So sollen lange Transportwege vermieden werden.
 

Für die Marke ist das neue Modell laut Nikola-Präsident Mark Russell ein Wendepunkt und es soll Stückzahlen bringen:

„Das Programm wird uns helfen, die Kosten der Brennstoffzellen für unsere Sattelschlepper zu senken und gleichzeitig den Aufbau des Wasserstoff-Tankstellennetzes zu beschleunigen. Indem wir den Kunden die Möglichkeit geben, eine Brennstoffzellen- oder Batterieversion zu bestellen, werden wir sicherstellen, dass sich gleichzeitig die Kosten für alle Kunden verringern werden.“

Was bedeutet das?

Auch Niklola ergänzt seine Palette um einen Pickup, der mit Kraft punktet. Und Stückzahlen für die ehrgeizigen Brennstoffzellenpläne des Unternehmens bringen soll. Und hier müssen wir sagen: Das könnte Sinn machen! Mehr als ein ultraschweres Akkupaket, das es auch geben wird.

 

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