Nicht rentabel: Bosch stellt Coup Roller-Sharing ein

Automobilzulieferer zieht bei seiner Rollersharing-Tochter die Reißleine und will sich auf die Bereitstellung der Scooter-Technik konzentrieren.

Am Ende kein großer Coup: Mit dem aufwändigen und wettbewerbsintensiven Scooter-Sharing war für den Branchenpionier kein Geschäft zu machen. | Foto: Coup
Am Ende kein großer Coup: Mit dem aufwändigen und wettbewerbsintensiven Scooter-Sharing war für den Branchenpionier kein Geschäft zu machen. | Foto: Coup
Johannes Reichel

Der Automobilzulieferer Rober Bosch hat bei seiner Scooter-Sharing-Tochter Coup Mobility GmbH die Reißleine gezogen und überraschend den Betrieb eingestellt. Die Vermietung der vollelektrisch angetriebenen Leicht-Roller habe sich nicht rentiert, die Kosten seien zu hoch gewesen, hieß es aus dem Unternehmen. Die Roller werden Mitte Dezember aus Berlin und Tübingen abgezogen, später auch aus Paris, wo die meisten Roller im Einsatz sind und aus Madrid. Der hohe Wettbewerbsdrucks und die hohen Servicekosten hätten einen dauerhaft wirtschaftlichen Betrieb unmöglich gemacht. Laut Mutterfirma Bosch handle es sich dabei auch um eine "strategische Entscheidung". Der Markt sei extrem wettbewerbsintensiv. Man wolle daher nicht mehr eigenständig Mobilitätsdienste anbieten, aber als Zulieferer von Technologie präsent bleiben. Dazu zähle man Hardware, Software sowie auch Cloud-Dienste. Die 6.000 Roller sollen jetzt eingelagert werden bis ein Konzept stehe, was mit der Flotte passieren soll. Gestartet war das Unternehmen im Jahr 2016 als einer der Pioniere im Scooter-Sharing-Segment. Die Roller kosteten in Berlin ab 18 Cent/Minute.

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