Neuzulassungen brechen ein - aber E-Fahrzeuge legen weiter zu

Einem Rückgang in den Pkw-Neuzulassungen um fast 40 Prozent steht ein weiter starkes Wachstum bei den reinen Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden gegenüber. Auch CNG-Autos legen leicht zu.

Neben den deutschen Premium-Anbietern und Volvo ist jetzt auch die PSA-Gruppe einschließlich Peugeot, Citroen und Opel auf den PHEV-Trend aufgesprungen. | Foto: PSA
Neben den deutschen Premium-Anbietern und Volvo ist jetzt auch die PSA-Gruppe einschließlich Peugeot, Citroen und Opel auf den PHEV-Trend aufgesprungen. | Foto: PSA
Johannes Reichel

Bedingt durch die Corona-Krise ist der Pkw-Markt im März wie prognostiziert dramatisch eingebrochen. Das geht aus den jüngsten Zahlen des Kraftfahrtbundesamts hervor. Insgesamt war ein Minus von 37,7 Prozent im Vergleich zum Vormat zu verzeichnen, wobei die gewerblichen Zulassungen dabei noch stärker nachließen mit Minus 39,6 Prozent wie die privaten Zulassungen, die auf ein Minus von 34,4 Prozent kamen. Über das gesamte erste Quartal riss der März die Zulassungen um 20,3 Prozent ins Minus.

Boom bei den Plug-in-Hybriden, Flaute beim reinen Benziner

Allerdings konnten die alternativen Antriebe weiter zulegen, im Vergleich zum Vorjahresmonat teils im dreistelligen Prozentbereich. Bei den Hybriden zeigte sich mit 28.735 Neuwagen ein Plus von 62,0 Prozent, unter knapp zwei Drittel mit Mild-Hybrid-Antrieb auch 9.426 Plug-in-Hybride (+207,9 %), die außer bei einigen Mercedes-Benz-Modellen einen Benzinmotor mit einem Elektromotor koppeln. Es kamen 10.329 Elektrofahrzeuge und damit 56,1 Prozent mehr zur Zulassung als im Vergleichsmonat. Sogar die erdgasbetriebenen Pkw legten um 8,6 Prozent auf 507 Einheiten zu und erreichten einen gleichwohl weiter verschwindenen Anteil von 0,2 Prozent. 82 flüssiggasbetriebene Pkw bescherten hingegen ein Minus von 89,8 Prozent (Anteil 0,0 %).

Seit Jahresbeginn sind damit mehr als doppelt so viele Elektrofahrzeuge neu zugelassen worden wie im Vorjahresquartal, 52.449, ein Plus von 125 Prozent). Darunter waren 25.975 BEV und 26.419 Plug-In-Hybride. Die Elektrofahrzeuge erreichten im ersten Quartal 2020 einen Anteil am Gesamtmarkt von 7,5 Prozent, wie der Importeursverband VDIK errechnete.

„Der Boom bei Elektrofahrzeugen hält vorerst an. Im März hat der höhere Umweltbonus zum ersten Mal seine Wirkung voll entfaltet. Der starke Zuwachs sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Corona auch auf die Elektromobilität auswirken wird. Die Krise könnte die bisherige Dynamik zumindest teilweise abbremsen", urteilt Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), in einer ersten Analyse.

Weiter rückläufig, aber in Anbetracht steigender PHEV-Zahlen nicht verwunderlich war die Neuzulassungsquote von Benzinern, die um 48,3 Prozent zurückging. Dennoch kommen sie weiter bei 107.507 auf einen Anteil von 50,0 Prozent. Die Selbstzünder verkauften sich in 67.937 Exemplaren und erreichten nach einem Rückgang von Minus 39,3 Prozent noch einen Anteil von 31,6 Prozent. Immerhin eine positive Tendenz auch beim Verbrauch: Der durchschnittliche CO2-Ausstoß ging im März um 4,9 Prozent zurück und lag demnach noch bei 149,0 g/km.

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