Neuwagenpreise steigen auf 38.000 Euro - PHEVs und SUV als Treiber

Die Förderprämie beflügelt den Absatz von PHEVs und SUV machen fast ein Drittel aller Neuwagenverkäufe aus. Selbst bei den reinen Stromern geht der Trend zu mehr Leistung und Reichweite.

Doppelherz mit doppelt Leistung: PHEVs und SUVs sind gefragter denn je, häufig mit über 200 PS Systemleistung. | Foto: Opel
Doppelherz mit doppelt Leistung: PHEVs und SUVs sind gefragter denn je, häufig mit über 200 PS Systemleistung. | Foto: Opel
Johannes Reichel

Die Neuwagenpreise in Deutschland sind weiter stark im Anstieg begriffen. Trotz Corona-Krise legten die deutschnittlichen Anschaffungssummen um 8,1 Prozent zu, im Schnitt lassen sich die deutschen Neuwagenkäufer ihr Fahrzeug 37.710 Euro kosten. In der Oberklasse sind es sogar 54.077 Euro. Das ergab eine Auswertung des CAR-Instituts. Neben schwer nachgefragten Wohnmobilen erfreuen sich vor allem auch SUV mit Plug-in-Hybrid-Antrieb großer Beliebtheit. Fast jeder dritte Neuwagen gehört dieser Gattung an und verfügt meist über üppige Motor-, respektive Systemleistungen. Hier werden häufig über 60 kW starke E-Motoren flankiert von Turbobenzin-Aggregaten, was tendenziell über 200 PS Gesamtleistung ergibt. Die PHEVs generell legten in Anbetracht einer hohen staatlichen Förderung von 0,9 auf 5,1 Prozent Marktanteil zu.

Daimler verkaufte 45.000 PHEV-Modelle im dritten Quartel

So vermeldete etwa der Daimler-Konzern 45.000 verkaufte PHEV und Elektro-Modelle im dritten Quartal 2020 und sieht sich damit auf gutem Weg, die EU-Grenzwerte zu erfüllen. Generell würden die Kunden zu höherpreisigen Modellen wie SUV oder Oberklassefahrzeugen wie der S-Klasse greifen, konstatierte Finanzchef Harald Wilhelm bei der Vorstellung der jüngsten Zahlen und vermeldete einen überraschend hohen Gewinn von 4,3 Milliarden Euro und 5,1 Milliarde sogenannter "Free Cashflow". Auch Premium-Konkurrent BMW verwies auf einen stark gestiegenen "Free Cashflow" von 3,07 Milliarden Euro, das dritte Quartal brachte ein Absatzplus von 8,6 Prozent. 

Doch auch bei den reinen Stromern geht der Trend offenbar zu mehr Luxus respektive mehr Reichweite. Hier beträgt der durchschnittliche Anschaffungspreis mittlerweile 47.454 Euro, einem leichten Rückgang, der aber darauf hindeutet, dass es neben Tesla, Audi e-tron und Co nun auch im Kompakt- und unteren Segment E-Autos mit hoher Reichweite gibt, neben Renault vor allem etwa auch die koreanischen Hersteller aus dem Hyundai-Konzern.

Generell hat der motorisierte Individualverkehr in der Corona-Krise eher noch zugenommen. In jedem Fall halten gemäß einer Mc-Kinsey-Studie 74 Prozent der Befragten das eigene Auto für ein sicheres Verkehrsmittel, aber nur 14 Prozent den ÖPNV.

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