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Neues China-Start-up: Bordrin Motors

Noch 2019 soll die Serienproduktion des E-SUV iV6 starten, das sich stark an Teslas Model Y orientiert.

Der iV6 orientiert sich optisch an Teslas Model Y. | Foto: Bordrin Motors
Der iV6 orientiert sich optisch an Teslas Model Y. | Foto: Bordrin Motors
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Gregor Soller

Trotz er Abkühlung des EV-Marktes und dem Herunterfahren von Elektro-Subventionen in China stehen weitere Start-ups mit Elektroautos in den Startblöcken. Unter anderen auch Bordrin Motors. Auf der Shanghai Auto Show im April stellte man erstmals das Cossover-SUV iV6 aus. Gegrünet wurde Bordrin 2016 von dem früheren chinesischen Ford-Ingenieur Ximing Huang – er soll chinesischen Medien zufolge auch hinter dem Dienstleister COTECH in Shanghai und dem Entwicklungsdienstleister AVT in den USA stehen – das Know-How ist lso vorhanden. Trotzdem plant Bordrin zu Beginn, bei Produktion mit etablierten Autoherstellern zusammenzuarbeiten, in diesem Fall mit FAW, mit denen auch Toyota und VW Joint Ventures haben.

Für die Produktion gründete Bordrin deshalb ein Joint Venture mit FAW Xiali, einem Ableger von FAW. Das Gemeinschaftsunternehmen gehört zu 80,1 Prozent Bordrin und soll im nordchinesischen Tianjin Fahrzeuge fertigen. Zu Stückzahlen äußerte man sich noch nicht – in er ersten Zeit wird Bordrin sich mit fünfstelligem Output jährlich begnügen müssen. Allerdings scheint auch die FAW-Tochter FAW Xiali den Abschwung zu spüren: Im ersten Halbjahr 2019 ging das operative Ergebnis um knapp 62,5 Prozent zurück, der Verlust betrug rund 55 Millionen Yuan, im ersten halbjahr 2019 sollen schon Verluste von 596 Millionen Yuan aufgelaufen sein. Das Joint Venture mit Bordrin Motors könnte also eine Art Rettungsanker für FAW Xiali sein. So soll das Gemeinschaftsunternehmen laut „ChinaPEV“ nicht nur die Schulden von FAW Xiali übernehmen. Die Produktion des iV6 würde zudem die Werke besser auslasten.

Das erste Produkt kann zumindest optisch überzeugen: Es orientiert sich optisch an Teslas Model Y, was für das Ex- und noch mehr das Interieur gilt. Der iV6 misst 4,7x1,9x1,64 Meter und hat 2,9 Meter Radstand. Den cW-Wert geben die Chinesen mit 0,27 an. Innen gibt es eine 10,25 und eine 12,3-Zoll Screen. Und auch bei den Versionen orientiert sich die Marke am US-Vorbild: Es gibt drei Versionen, die als Standard-Version (mit 530 Kilometer Reichweite nach chinesischem NEDC-Standard), dazu kommt die Long-Range Version (610 Kilometer Reichweite) und eine Performance-Version mit Allrad (605 Kilometer Reichweite). Die Frontmotor-Version soll 120 kW leisten, das Allrad-Modell mit zwei E-Maschinen 230 kW. Auch bidirektionales Laden soll möglich sein.

Dem iV6 soll der größere iV7 folgen, der sich optisch allerdings eher an Nios ES 8 orientiert. Von dem wurden laut China Car News im August 460 Einheiten verkauft, während vom kleineren ES 6 immerhin 2336 Einheiten an Kunden gingen. Und mit 11.779 Einheiten von Januar bis August wuchs auch Nio im Vergleich zum Vorjahr um knapp 350 Prozent! Und ist damit Nummer eins unter Chinas einheimischen Premium-EV-Herstellern.  

Was bedeutet das?

Bordrin Motors hat nach Daten und Optik ein vielversprechendes Produkt am Start, doch der Heimatmarkt hat sich mittlerweile so dramatisch abgekühlt, dass man gut daran tut, in dezenten fünfstelligen Stückzahlen zu planen – für die Autoindustrie im Massensegment viel zu wenig, um dauerhaft profitabel arbeiten zu können. Man wird auch sehen, ob Chinas Autohersteller so ihre Exportbemühungen verstärken.

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