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Neuer VW T6: Bulli spricht und stromert

Mit mehr Konnektivität, Volldigitaldisplay und mehr Fahrerassistenz hält VW seinen Evergreen auf dem Stand der Dinge, eine Unterladefunktion erweitert die Praktikabilität. Die Elektrovariante entsteht mit ABT in zwei Akkugrößen.

Breiter aufgestellt: Die Frontpartie mit dem größeren Kühllufteinlass und diverse Querlamellen sollen den T6 optisch satter dastehen lassen, so Chefdesigner Albert Kirzinger. | Foto: VWN
Breiter aufgestellt: Die Frontpartie mit dem größeren Kühllufteinlass und diverse Querlamellen sollen den T6 optisch satter dastehen lassen, so Chefdesigner Albert Kirzinger. | Foto: VWN
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Johannes Reichel

Volkswagen Nutzfahrzeuge hat die T6-Baureihe gründlich überarbeitet und mit neuen Konnektivitäts- und Fahrerassistenzfeatures aufgewertet. Außerdem rückt der Hersteller eine bereits auf der IAA im bisherigen T6 präsentierte elektrisch angetriebene Variante in den Fokus, die mit dem Tuning- und Elektroantriebsspezialisten ABT entsteht und ab Werk angeboten wird. Der 82-kW-Elektromotor wird dabei aus einem wahlweise 38,8 oder 77,6 kWh großen, unterflur platzierten Lithium-Ionen-Akku gespeist, der im NEFZ eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern ermöglichen soll. Dieses Fahrzeug dürfte allerdings nur einen Zwischenschritt darstellen: Bereits auf der IAA hatte der Hersteller einen ID Buzz Cargo als Konzept vorgestellt, dessen Technik wohl auch die nächste Generation des Transporters, dann als T7 erhalten dürfte.

Ansonsten erhalten die 2,0-Liter-TDI-Motoren nach dem bereits nachgezogenen Kombis auch in den N1-Zulassungen jetzt ein Update auf die ab September für Neuwagen greifende Euro6d-Temp-Evap-Norm. Zudem erstarkt die Basismotorisierung von 84 auf 90 PS, eine 110-PS-Version ersetzt die bisherigen 102- und 114-PS-Aggregate. Darüber rangieren weiter der 150-PS-TDI sowie die Topversion mit 199-PS-Biturbo-Diesel-Motor, die es auch mit DSG-Getriebe sowie Allradantrieb 4Motion gibt.

"Wir haben ein bewährtes Fahrzeug genommen und die Assistenz- und Infotainmentsysteme und die Konnektivität auf den neuesten Stand der Technik gebracht", bilanziert der neue VW-Nutzfahrzeuge-Chef Thomas Sedran das jüngste Update des in seiner Grundform erstmals 2003 präsentierten Transporters.

Nachgezogen: Aktive Spurhaltung und Einparkassistent

Bei der Fahrerassistenz legt der T6.1 ebenfalls nach, vor allem bedingt durch den Einsatz einer elektromechanischen statt der hydraulischen Servolenkung. So gibt es jetzt wie beim VW Crafter einen aktiven Spurassistenten, der bei Abweichen von der Linie per Lenkradeingriff den Kurs korrigiert. Möglich wird zudem ein Ausparkassistent, der beim Zurückstoßen aus Parklücken vor nahenden Fahrzeugen warnt und nötigenfalls autonom eine Bremsung einleitet. Außerdem ist das Fahrzeug mit dem Einparkassistenten erhältlich, der Parkmanöver nach Aktivieren des Systems selbsttätig vornimmt.

Auch der sogenannte Anhängerrangierassistent, bei dem sich das Manövrieren mit Hänger per Außenspiegelknopf dirigieren lässt, ist jetzt für den Transporter erhältlich. Serienmäßig an Bord ist der Seitenwindassistent als eine Funktion des ESP-Systems. Auch eine Verkehrszeichenerkennung per Frontkamera ist jetzt im FAS-Paket enthalten, ebenso der sogenannte Flankenschutz mit Hilfe von Ultraschallsensoren, der vor seitlichen Kollisionen etwa mit Parkpollern warnt.

Breitere Lufteinlässe, LED-Tagfahrstreifen

Äußerlich erhält der T6.1 mit der Modellpflege einen breiteren Lufteinlass an der Front, der die Motoren mit mehr Kühlluft versorgt und für eine stämmigere Optik sorgen soll. Zudem zieren optional eine doppelte Chromspange mit LED-Tagfahrleisten, die bis in die Scheinwerfer hineinragen sowie auf Wunsch weitere Chromapplikationen den Grill. Im Interieur wurde das Instrumentenpanel neu gestaltet, um das aus dem Konzernbaukasten übernommene "Digital Cockpit" sowie neue Infotainmentsysteme unterbringen zu können. Diese lassen sich jetzt in bestimmten Funktionen wie der Navigation per Sprachsteuerung regeln, der Hersteller hat dafür den Aktivierungsbefehl "Hey Bulli" hinterlegt.

e-SIM: Wenn das Auto Hilfe holt

Das Digitaldisplay mit 10,25 Zoll breitem Screen lässt sich in den Darstellungen individuell konfigurieren. Die neuen Top-Touchscreen-Navigationssysteme mit 8-Zoll- und 9,2-Zoll-Screens sollen in der Bedienung und Darstellung Smartphone-Displays ähneln und ermöglichen auch Musik-Streaming oder Internet-Radio. Auch induktives Laden des Handys sowie die jetzt drahtlose Verbindung zu Apple Carplay ist im T6.1 möglich. In der Basis sorgt ein System mit Zeilendisplay für Grundfunktionen, ein 6,5-Zoll-System bildet die Basis der Touchscreen-Systeme. Bis auf das Basis-System ist bei allen Geräten serienmäßig eine sogenannte e-SIM verbaut, die die Schnittstelle zu digitalen Diensten bilden soll und etwa bei Unfällen eine Sprechverbindung in die Notrufzentrale aufbaut, sollte aus dem Fahrzeug keine Antwort kommen.

Großzügigere Grundausstattung und neue Unterladefunktion

Aufgewertet wurde auch die Grundausstattung des Transporters, die jetzt elektrische Fensterheber, die Zentralverriegelung, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, neue H7-Scheinwerfer, Innenleuchten in energieeffizienter LED-Technik und ein Radiosystem mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung enthält. Neu ist eine sogenannte Unterladefunktion der jetzt auch verschließbaren Beifahrersitzbank, die das Laden von bis zu 2,8 respektive beim langen Radstand 3,3 Meter langen Gegenständen erlaubt. Nachreichen will der Herstellern zudem eine "Kurierpaket" mit verstärkten Komponenten wie Antriebswelle, Generator und Batterie.

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