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Neuer Kodiaq: Skodas Größter wächst über sich hinaus - nur nicht beim Antrieb

Mit dem neuen Kodiaq klopft die Marke noch vehementer an die Tür der Premium-SUV der oberen Mittelklasse. Nur bei den Antrieben bleibt man konventionell - ein Plug-in-Hybrid ist das höchste der alternativen Gefühle. Elektrisch überlässt man anderen Produkten in der Pipeline.

Der neue Kodiaq bietet innen noch mehr Platz als der Vorgänger. | Foto: Skoda Auto
Der neue Kodiaq bietet innen noch mehr Platz als der Vorgänger. | Foto: Skoda Auto
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Gregor Soller

Clever, was Skoda aus dem raumnutzenden Kompaktbaukasten MQB Evo zaubern kann! Der Kodiaq fährt gekonnt zwischen Mittel- und oberer Mittelklasse. Von den Maßen her eher Ersterer zugetan, bietet er innen Platz wie die Klasse darüber. Die Kunden haben das goutiert: Seit 2016 verkaufte sich der Vorgänger knapp 842.000-mal.

Leider legte auch der neue Kodiaq abermals merklich an Größe zu: Die neue Version misst mit 4.758 Millimetern 61 Millimeter mehr in der Länge, der Radstand beträgt 2.791 Millimeter. 1.864 Millimeter Breite und fast identische 1.659 Millimeter Höhe schaffen aber einen sehr geräumigen Innenraum, zumal es ihn auch als Siebensitzer gibt. Der auch in reihe drei noch 920 Millimeter Kopffreiheit bietet – 15 Millimeter mehr als im Vorgänger. Beim Fünfsitzer stehen 75 Liter mehr Kofferraum zur Verfügung und damit gigantische 910 Liter – allerdings bei aufrechten Rücksitzen. Klappt der Fahrer die zweite Reihe um, ergibt sich eine maximale Kapazität von 2.105 Litern – 40 mehr als bislang. Der Siebensitzer fasst 340 Liter hinter der dritten Sitzreihe und damit 70 mehr als sein Vorgänger. Bei umgeklappter dritter Reihe wächst das Volumen auf 845 Liter, was einem Zuwachs um 80 Liter entspricht. Das maximale Ladevolumen des Siebensitzers erreicht nun 2.035 Liter, 30 mehr als in der ersten Generation.

Motorisch bleibt man beim Bewährten: Elektro überlässt man anderen Modellen in der Pipeline

Der neue Kodiaq kommt mit zwei Diesel- und zwei Benzinmotoren an, die zwischen 110 kW (150 PS) und 150 kW (204 PS ) leisten. Neu hinzu kommt der erste Kodiaq mit Plug-in-Hybridantrieb, der 150 kW (204 PS) Systemleistung mobilisiert und mehr als 100 Kilometer rein elektrisch zurücklegen soll. Zudem ergänzt mit dem 110 kW (150 PS) starken 1,5 TSI erstmals ein Mild-Hybrid das Kodiaq-Angebot. Der Topbenziner 2,0 TSI mit 150 kW (204 PS) und der 2,0 TDI-Topdiesel mit 142 kW (193 PS) verfügen serienmäßig über Allradantrieb. Skoda kombiniert alle Motoren des neuen Kodiaq mit einem automatischen Direktschaltgetriebe (DSG). Leistungsauswüchse über 300 oder gar 500 PS verkneift sich die Marke, was man heutzutage fast schon wieder als Statement sehen darf! Denn mehr als das Gebotene braucht in Wahrheit niemand.

Neue Optik für bessere Aerodynamik, hellere Scheinwerfer als Option

Die längliche Dachlinie wurde aerodynamisch überarbeitet; sie senkt sich nun Richtung Heck ab. Der cW-Wert des neuen Kodiaq beträgt 0,282, was durch viel Detailarbeit erreicht wurde. Die etwas rundlichere Gestaltung rückt ihn aber deutlich in Nähe des aktuellen Kia Sorento und er wirkt bei Weitem nicht mehr so eigenständig wie der Vorgänger. Eckt dafür optisch aber auch nirgends an. Funktional die optionalen TOP LED-Matrixscheinwerfer. Die erstmals erhältlichen Scheinwerfer sollen 50 Prozent mehr Lichtsegmente enthalten und so eine 15 Prozent höhere Lichtausbeute als die Vorgängergeneration bieten. In der Sportline-Variante zählen sie zur Serienausstattung – optional lassen sie sich um das horizontale Leuchtband an der Fahrzeugfront ergänzen. Das obere Bi-LED- sowie die Matrixmodule darunter umfassen insgesamt 36 einzelne Lichtsegmente.

Es bleibt bei großen Drehreglern fürs Klima – die aber viel mehr können

Auch innen kam alles neu – und wurde besser gemacht als bei der Konzernmutter VW. Der freistehender Infotainmentbildschirm misst auch hier bis zu 13 Zoll. Aber spannend wird es einen Stock tiefer: Hier befinden sich die neuen digitalen Drehregler, die einen schnellen Zugriff auf zahlreiche Fahrzeugfunktionen ermöglichen. Dabei handelt es sich um drei intuitiv bedienbare, multifunktionale Steuerungselemente unter dem Infotainmentdisplay. Sie lassen sich drehen und drücken, jedes Smart Dial besitzt zudem eine 32 Millimeter große Digitalanzeige. Diese Kombination von haptischen und digitalen Elementen ermöglicht den schnellen Zugriff auf zahlreiche Fahrzeugfunktionen. Über die beiden äußeren Smart Dials regeln Fahrer und Beifahrer die Innenraumtemperatur, Sitzheizung und -belüftung.

Jeder digitale Drehregler zeigt die aktuelle Funktion auf seinem Display an, via Knopfdruck lässt sie sich ändern. Ähnlich kennt man das von Land Rover. Das mittlere Smart Dial steuert bis zu vier vom Nutzer ausgewählte Funktionen wie Lautstärke des Infotainments, Gebläsestufe, Richtung der Luftausströmer, Smart Air Conditioning, Fahrmodi und Zoom der Kartendarstellung. Das zentrale Smart Dial lässt sich über das Menü des Infotainmentsystems konfigurieren, zwischen den Funktionen der Taste wechselt der Benutzer durch längeres Drücken. Der Gangwahlhebel sitzt jetzt an der Lenksäule, was in der Mittelkonsole Platz schafft. Ihr Fassungsvolumen wächst um 2,1 Liter.

Optional auch mit Head-Up-Display

Erstmals bietet Skoda als Ergänzung zum 10 Zoll großen Digital Cockpit auch ein Head-up-Display an. Die neue Mittelkonsole wirkt klar und aufgeräumt, der Gangwahlhebel wanderte an die Lenksäule. Vier USB-C-Anschlüsse liefern 45 W zum Schnellladen von Smartphones, Tablets und Laptops. Auch die Phone Box überzeugt mit einer Neuerung: Erstmals lädt sie bis zu zwei Smartphones induktiv mit 15 W und kühlt die Geräte dabei. Ergositze mit pneumatischer Massagefunktion stehen optional zur Wahl. Und die Materialien sind nachhaltiger denn je. Und klar, auch der Kodiaq ist immer online und bietet eine Vielzahl an mobilen Online-Services und Infotainment-Apps.

Mehrere USB-Anschlüsse zum Laden der Devices

Das Infotainmentsystem der zweiten Kodiaq-Generation umfasst serienmäßig ein 10 Zoll großes Multi-Touch-Display und DAB+, Gesten- und Sprachsteuerung inklusive. Die Navigationsfunktion, Online-Radio und ein 13-Zoll-Display sind als optionales Paket erhältlich. Erstmals bietet man in dieser Baureihe ein Head-up-Display als Ergänzung zum 10 Zoll großen Digital Cockpit an. Der neue Kodiaq besitzt vier USB-C-Anschlüsse: zwei vorne und zwei hinten. Mit 45 W Leistung lassen sich an ihnen neben Smartphones und Tablets auch Laptops aufladen. Ein 15 W starker USB-C-Anschluss am Innenspiegel gehört zur Serienausstattung – ebenso wie die acht Lautsprecher in den Türen und der zentrale Lautsprecher im Instrumententräger, die besten Sound versprechen. Optional steht das Canton Sound System mit 14 Lautsprechern und vier Surround-Lautsprechern zur Verfügung

Sehr nachhaltig: Die vier Design Selections

Das Interieur des Kodiaq zielt auf Nachhaltigkeit ab. Alle Textilien der Sitzpolsterung und der Teppiche innen und dem Kofferraum sowie der Dachhimmel bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Polyester – bei der Design Selection Lounge kombiniert Skoda dieses mit 40 Prozent natürlicher Wolle. Das in der Design Selection ecoSuite verwendete Leder wurde auf umweltfreundliche Weise unter Verwendung von Rückständen aus der Kaffeebohnenverarbeitung gegerbt.

Auch Eiskratzer und Regenschirm sind nachhaltig produziert

Zwei Simply Clever-Klassiker, Regenschirm und Eiskratzer, bestehen aus nachhaltigen Materialien. Neu zum Simply Clever-Katalog hinzugekommen sind ein Displayreiniger in der Mittelkonsole und ein Ablagefach im Mitteltunnel vor der verschiebbaren Rücksitzbank. Diese lässt sich sowohl nach vorne als auch hinten verrücken. Auch der Türkantenschutz ist im Kodiaq der zweiten Generation erhältlich.

Premiere: Die dynamische Fahrwerksregelung DCC Plus

Optional kann man die dynamische Fahrwerksregelung DCC Plus wählen. Über zwei unabhängig voneinander gesteuerte Ventile kann sie Zug- und Druckstufe der Stoßdämpfer getrennt regeln. Zuvor wurden beide Funktionen über ein gemeinsames Ventil gesteuert. Das neue DCC Plus soll ein schnelleres Reagieren der Dämpfer auf Straßenverhältnisse und ein breiteres Spektrum an Dämpfungseigenschaften bewirken und die Fahrdynamik erhöhen, bei gleichzeitig besserem Komfort. Die Bodenfreiheit der Fahrwerke mit DCC Plus bleibt gegenüber den Serienversionen unverändert.

Bei den Assistenzsystemen wurde massiv nachgelegt

Neue und verbesserte Assistenzsysteme heben die Sicherheit und den Komfort auf ein neues Niveau. Das Aufgebot umfasst unter anderem den Abbiegeassistenten, Ausweichassistent (Collision Avoidance Assist), Kreuzungsassistenten (Crossroad Assist), Ausstiegswarner, den automatischen Notfallbremsassistenten für Fußgänger hinter dem Fahrzeug (Automated Emergency Braking – pedestrian rear) sowie den intelligenten Parklenkassistenten mit den optionalen Zusatzfunktionen trainiertes Parken und fernbedientes Parken.

Fernbedientes Parken: Einparken per Fernzugriff ohne im Fahrzeug zu sitzen

Die jüngste Version des Spurwechselassistenten weist einen größeren Erfassungsbereich für von hinten kommende Fahrzeuge auf. Mit nun 90 statt 70 Meter Reichweite erhöht sich die Sicherheit insbesondere auf Autobahnen. Die technische Grundlage hierfür bilden leistungsfähigere Radarsensoren in den Ecken der Stoßfänger. Der Frontradarassistent inklusive City-Notbremsfunktion beinhaltet jetzt auch den vorausschauenden Radfahrerschutz. Der überarbeitete Travel Assist zeigt Fahrzeuge in der näheren Umgebung des Kodiaq im Digital Cockpit und im Head-up-Display in einer noch genaueren Visualisierung an. Als Bestandteil des Assisted Drive-Pakets umfasst der Travel Assist den adaptiven Spurhalteassistenten und die adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC). Im Zusammenspiel mit dem Navigationssystem erkennt das System vorausschauend Kurven, Kreuzungen und Kreisverkehre.

Die jeweils zulässige Höchstgeschwindigkeit ermittelt der intelligente Geschwindigkeitsassistent (Intelligent Speed Assist). Er nutzt dazu die neueste Version der Verkehrszeichenerkennung und passt die Geschwindigkeit rechtzeitig an bevorstehende Einschränkungen an, ohne die Bremsen zu betätigen. Der Stauassistent kombiniert die Funktionen der adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage und des adaptiven Spurhalteassistenten. Er ermöglicht automatisches Anfahren, Bremsen und Lenken im Stau bei Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h, indem er die Bewegungen der Fahrzeuge in der Nähe verfolgt

Proaktiver Insassenschutz und bis zu neuen Airbags

Der Proaktive Insassenschutz schließt vor einer drohenden Kollision automatisch alle geöffneten Fenster und gegebenenfalls das Panoramadach. Zudem aktiviert er die Warnblinkanlage und strafft die vorderen Sicherheitsgurte, sobald Sensoren eine Not- oder Panikbremsung oder einen drohenden Front-, Seiten- oder Heckaufprall erkennen. Der Notfallassistent reduziert das Unfallrisiko, wenn der Fahrer das Auto nicht mehr kontrollieren kann, zum Beispiel aufgrund eines medizinischen Notfalls. Erkennt das System eine solche Situation, übernimmt es die Spurkontrolle, schaltet die Warnblinkanlage ein und beginnt, das Fahrzeug sanft bis zum Stillstand abzubremsen. Das System der neuesten Generation entriegelt anschließend automatisch die Türen und schaltet die Innenbeleuchtung ein. Falls der Fahrer weiterhin nicht reagiert, aktiviert es einige Sekunden, nachdem das Fahrzeug zum Stillstand gekommen ist, die Notruffunktion eCall.

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Bis zu neun Airbags schützen Fahrer und Passagiere Im Kodiaq der zweiten Generation schützen bis zu neun Airbags die Insassen. Neben den Fahrer- und Beifahrerairbags sind Seitenairbags für die Vordersitze, Kopfairbags und ein Zentralairbag zwischen Fahrer und Beifahrer bereits serienmäßig an Bord. Seitenairbags für die zweite Sitzreihe bleiben Option.

Was bedeutet das?

Skoda hat den Kodiaq der zweiten Generation massiv weiterentwickelt. Er tritt noch größer, sicherer und wertiger als sein Vorgänger auf und kann durchaus eine Alternative zu Audi Q7 und Co. sein, wenn man auf Leistungen über 300 PS und das Image des Namens verzichten kann. Vom versteckten Premiumanspruch, den die Tschechen aus ihrer Historie ableiten, lassen sie auch beim neuen Kodiaq nicht ab.

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