Neuer Jeep Grand Cherokee: Künftig auch elektrisiert

Jeep präsentiert die nächste Generation Grand Cherokee, auf Alfa Romeos Giorgio-Plattform steht. Und die soll künftig auch teil- oder ganz elektrifiziert können.  

Der neue Grand Cherokee steht auf Alfa Romeos "Giorgio"-Plattform. | Foto: Jeep
Der neue Grand Cherokee steht auf Alfa Romeos "Giorgio"-Plattform. | Foto: Jeep
Gregor Soller

Die Indianerhäuptlinge haben bei Jeep meist ein langes Leben: Rund zehn Jahre hat die aktuelle Generation des Jeep Grand Cherokee, intern WK genannt, auf dem Buckel. Jetzt kommt der ganz neu entwickelte Nachfolger, intern WL 75 genannt. Der als Langversion Grand Cherokee L startet, womit der Ober-Jeep zum 5,2-Meter Siebensitzer wird.

Enttäuschend: Start nur als Langversion mit alten Benzinmotoren

Optisch orientiert sich der neue stark am kompakten Compass und schlägt optisch zwar ein neues Kapitel auf, zettelt aber keine Revolution an. Das gilt leider auch für die Antriebe: Basismmotor ist der mittlerweile auch schon wieder gut abgehangene 3,6-Liter-Pentastar V6 und 290 PS, optional kann man den 5,7-Liter V8 mit 357 PS wählen, in beiden Fällen verbunden mit einer Achtgang-Automatik. Mittelfristig erwarten wir aber einen Plug-in-Hybriden, ja und auch rein elektrischer Antrieb ist möglich, da die Giorgio-Plattform das hergäbe. A propos Giorgio: Bereits 2017 hatte der damalige FCA-CEO Sergio Marchionne angekündigt, dass die Heck- und Allradantriebs-Plattform von Alfa Romeo Giulia und Stelvio künftig auch bei Chrysler, Dodge und Jeep zum Einsatz kommen könnte – auch, um auf ihr endlich höhere Stückzahlen zu generieren. Jetzt endlich wird die Ankündigung umgesetzt, doch noch wichtiger wären elektrifizierte Modelle. Giorgio soll auch bei den 5,2 Metern Länge des Grand Cherokee L für Komfort und – ganz wichtig – Fahrdynamik sorgen.

Offroad soll es weiter hochkompetent weitergehen: Jeep bietet gleich drei Drei Allradantrieb-Systeme an, die je nach Ausstattung und Können auf die bekannten Namen Quadra Trac I, II und Quadra Drive II hören. Ganz kurz erklärt: Quadra Trac I ist ein einfacher, permanenter Allradantrieb mit elektronischer Traktionskontrolle, Quadra Trac II ein Allrad mit zuschaltbarer Geländeuntersetzung und Quadra Drive II im Prinzip das Gleiche, nur nochmal erweitert um Achsdifferentialsperre(n), hier in Form einer LSD-Differentialbremse an der Hinterachse – womit sich der Oberindianer dann tatsächlich fast überall hinwühlen dürfte, sofern er nicht vorher wegen Größe und Gewicht scheitert.

Modernes Infotainment: UConnect 5 mit Updates over-the-air.

Größere Fortschritte gibt es beim Infotainment: Nach dem elektrischen Fiat 500 erhält der Jeep als zweites FCA-Modell die UConnect 5-Plattform. UConnect 5 basiert auf Android und bringt die Fähigkeit zu over-the-air-Updates, um neue Fahrzeugfunktionen oder -verbesserungen über die Mobilfunkanbindung einspielen zu können. Dazu kommt ein großer zentraler Bedienbildschirm mit rund 26 Zentimeter Diagonale. Dort lassen sich bis zu fünf verschiedene Nutzer einrichten. Das System erlaubt die kabellose Einbindung von Android Auto und Apple Car Play.

Größere Fortschritte gibt es beim Infotainment: Nach dem elektrischen Fiat 500 erhält der Jeep als zweites FCA-Modell die UConnect 5-Plattform. UConnect 5 basiert auf Android und bringt die Fähigkeit zu over-the-air-Updates, um neue Fahrzeugfunktionen oder -verbesserungen über die Mobilfunkanbindung einspielen zu können. Dazu kommt ein großer zentraler Bedienbildschirm mit rund 26 Zentimeter Diagonale. Dort lassen sich bis zu fünf verschiedene Nutzer einrichten. Das System erlaubt die kabellose Einbindung von Android Auto und Apple Car Play.

Nach dem 5,2 Meter langen Jeep Grand Cherokee L, der nicht nach Europa kommen wird, dürfte später eine vermutlich rund 30 Zentimeter kürzere Version mit zwei Sitzreihen folgen. Das wird zum Jahresende 2021 sein, wahrscheinlich aber zu Beginn mit einem Diesel oder, was als noch wahrscheinlicher gilt, als Plug-in-Hybrid. Der V8 könnte als Topmodell im Programm bleiben, kostet aber unnötig CO2 in der FCA-Bilanz.

Was bedeutet das?

Der Jeep Grand Cherokee ist das Gegenstück zu Audi Q7, BMW X5 und Daimlers GLE-Modellen. Dass er jetzt nur als Langversion mit gut abgehangenen Saug-Benzinern präsentiert wird, konterkarriert die neue Plattform und das aufgefrischte Infotainment. So wirkt er schon zum Start etwas aus der Zeit gefallen. Rein elektrische Konkurrenten wie Nio, Byton oder Tesla wird es freuen. Hier bitte ganz schnell nachlegen, sonst droht dem Grand Cherokee eine Zukunft wie seinen Namensgebern…  

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