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Neue Studie zu CO2-Grenzwerten: Alle fahren am Ziel vorbei

Die Studie der Beratungsfirma PA Consulting prognostiziert, dass alle Hersteller das Flottenverbrauchsziel für 2021 verfehlen, die deutschen Hersteller massiv. Nur ein starker Anstieg des E-Auto-Anteils könnte noch helfen.

Dilemma: Auch die starke Nachfrage nach SUV trägt dazu bei, dass die Flottenwerte nicht so sinken, wie es die EU-Vorgaben für 2021 erfordern. Auch VW setzt auf eine lückenlose Palette an Hochdachmodellen. | Foto: VW
Dilemma: Auch die starke Nachfrage nach SUV trägt dazu bei, dass die Flottenwerte nicht so sinken, wie es die EU-Vorgaben für 2021 erfordern. Auch VW setzt auf eine lückenlose Palette an Hochdachmodellen. | Foto: VW
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Johannes Reichel

Nach einer neuen Studie der Beratungsfirma PA Consulting sind alle 13 führenden europäischen Hersteller dabei, die für 2021 verpflichtenden Grenzwerte von 95 g CO2/km respektive einem Verbrauch von 3,6 l/100 km Diesel und 4,1 l/100 km Benzin zu verfehlen. Das könnte zu massiven Strafzahlungen führen. Darüber berichtet die Süddeutsche Zeitung. Nach den Berechnungen der Berater fahren vor allem die deutschen Hersteller weit an den CO2-Flottenzielen vorbei. Sogar der japanische Autobauer Toyota, der seit langem stark auf Hybrid-Antriebe und kleine sowie Mittelklassewagen fokussiert, liegt mit einem Flottengrenzwert von derzeit 100,9 g CO2/km noch nicht ganz auf Kurs, könnte das Ziel aber erreichen.

Deutschlands größter Autobauer Volkswagen liegt bei der derzeitigen Flotte 30 Gramm über den Vorgaben, was zu Strafzahlungen von 4,5 Milliarden Euro durch die EU führen könnte. Bei BMW waren die Flottenwerte zuletzt sogar wieder gestiegen auf 123,6 g CO2/km. Die Berater prognostizieren eine deutliche Verfehlung der Regularien für 2021 und rechnen das auf eine Strafzahlung 754 Millionen Euro hoch. Bei Daimler (130,4 g CO2/km) könnten es eine Milliarde Euro sein, weil die Stuttgartet ebenfalls weit am Limit vorbeifahren.

Der SUV-Boom konterkariert die Flottenziele

Aber auch viel gelobte Konzerne wie Hyundai-Kia, die offensiv mit Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen auf den Markt drängen, sieht es mit derzeit 118,9 g CO2/km über die Flotte nicht wesentlich besser aus als bei VW mit 121,1 g CO2/km. Schlusslicht ist Jaguar-Land-Rover, wo der traditionell hohe Anteil an Geländewagen mit 151,5 g CO2/km zu Buche schlägt. Generell boomen aber bei allen Anbietern große und schwere SUV, was die Flottenziele konterkariert. Um das zu kompensierten, müssten nach Berechnungen der Berater die europäischen Autobauer in den nächsten Jahren 2,5 Millionen zusätzliche Elektrofahrzeuge auf den Markt bringen, was einer Steigerung 1280 Prozent entspräche. Das ist nicht abzusehen, VW etwa vermeldete eine Lieferverzögerung beim dringend benötigten Vollelektrol-Modell ID.3 bis Spätsommer.

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