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NAIAS Detroit: FCA-Boss Marchionne hält Deadlines für E-Mobilität für „töricht“.

Die Detroit Motor Show machte ihrem Ruf als Gegenpol zur CES in Las Vegas wieder alle Ehre. Vor allem FCA-CEO Sergio Marchionne polterte gegen die selbst auferlegten Zeitfenster, die sich die Autoindustrie in Sachen autonomes Fahren und Elektromobilität gesetzt hat.

Ram-Chef Mike Manley mit dem wichtigsten neuen FCA-Produkt: Dem neuen Ram 1500. | Foto: FCA
Ram-Chef Mike Manley mit dem wichtigsten neuen FCA-Produkt: Dem neuen Ram 1500. | Foto: FCA
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Gregor Soller

Sergio Marchionne ist bekannt für seine markigen Statements und bezieht gerne Gegenpositionen innerhalb der Autobranche. Inwieweit das Kalkül ist, inwieweit das den teils klammen Kassen im FCA-Konzern geschuldet ist, wird dabei nie so ganz deutlich. Doch während Ford elf Milliarden Dollar für 40 neue Elektrofahrzeuge angekündigt hatte GM den Antrag auf die Zulassung eines Robo-Taxis ohne Lenkrad und Gaspedal gestellt hat, kündigte Marchionne nichts dergleichen an, sondern kritisierte den Wettlauf um die Elektromobilität und das vollautonome Fahren. Wichtigste Neuheit war dann auch der neue Ram 1500, ein klassischer Pickup der Vollfettstufe, der außerhalb der USA nur in kleinen Stückzahlen verkauft wird. Immerhin nutzt der auch ein 48-Volt-Biórdnetz samt Mildhybrid, um die Verbräuche zu drücken, doch sonst bleibt eher alles beim Alten.

Denn nach Marchionnes Meinung seien Elektroautos auch mittelfristig nicht profitabel. Außerdem gäbe es aktuell keine Anzeichen für eine Absatzsteigerung auf ein Stückzahlniveau, die größere Investitionen rechtfertigen würden. Deshalb, so vermeldeten es jedenfalls einige US-Medien, sei es laut Marchionne „töricht“, wenn die Branche sich selbst Deadlines für autonome Fahrzeuge und Elektromobilität setzt. Was er dabei übersieht: Wen seine Branche solche Entwicklungen ankpündigt, wollen die (potenziellen) Kunden natürlich wissen, wann damit auf dem Markt zu rechnen ist. Und da will keiner eine Jahreszahl wie „Sankt Nimmerlein“ oder „ab 2030“ hören.

Welche Strategie gedenkt Marchionne dann zu fahren?  Eine „Technologie-neutrale“, wie sich der FCA-Lenker ausdrückt. Die beinhalte auch Elektromobilität, aber nur, weil man CO2-Richtlinien in einzelnen Ländern schaffen müsse, nicht unbedingt aus Überzeugung. Gerüchten, den Konzern teils aufzuspalten und verkaufen zu wollen, trat er entgegen: Man habe nicht die Absicht habe, Teile der FCA-Gruppe an e mögliche Interessenten zu verkaufen. Marchionne, der Anfang 2019 als CEO zurücktreten will, kündigte darüber hinaus für 1. Juni 2018 einen neuen strategischen Plan an, auf den man gespannt sein darf.

Was bedeutet das?

Die Welt dreht sich weiter und FCA gehört mittlerweile schon wieder zu den „kleinen“ Großen mit einem noch kleineren, margenstarken Premiumanteil: Laut Analysten erwirtschaften vor allem Ferrari, Ram und Jeep das große Geld. Auch in Sachen Zukunftstechniken hat der Konzern zuletzt wenig von sich Reden gemacht.

 

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