Nachruf: Letzter BMW i8 produziert

In sechs Jahren wurden in Leipzig exakt 20.488 BMW i8 montiert.

Band leer: Eine Sonerauflage von 18 individuellen Modellen beendete die Karriere des BMW i8. | Foto: BMW
Band leer: Eine Sonerauflage von 18 individuellen Modellen beendete die Karriere des BMW i8. | Foto: BMW
Gregor Soller

Im Vergleich zu M1 oder Z8 ist der i8 ein richtiges „Großserienmodell“. Fast 21.000 Einheiten für ein exotisches Konzept sind eine ordentliche Stückzahl.  Am 11.6.2020 lief nun das letzte Modell in Leipzig aus der Produktion und Werkleiter Hans-Peter Kemser erklärte vor rund 150 Mitarbeitern, die den Wagen gebaut hatten:

"Der Plug-in-Hybrid-Sportwagen verkörpert wie kein anderes Automobil den Aufbruch in die Elektromobilität."

Doch genau die hat riesige Fortschritte gemacht, so dass der i8 mehrere teure Updates gebraucht hätte, um auch hinsichtlich der Akkus und der Technik immer Up-to-date zu sein. Dennoch: Mit dem Bau des i8 seien viele Erfahrungen gesammelt worden, die wiederum in andere Produkte eingeflossen seien, erläuterte Kemser. Dazu gehört neben der Carbon-Karosserie auch teile, die erstmals im 3D-Verfahren hergestellt wurden, weshalb der i8 auch als Gesamtfahrzeug ein „Meilenstein für BMW“ – eben auch in den Bereichen Material und Technologie sei. In den vergangenen Wochen stellte die Belegschaft ihre Kompetenz und Flexibilität nochmal unter Beweis. In Kooperation mit dem BMW i8 Club fertigte das Werk Leipzig 18 hoch individualisierte Fahrzeuge. Die persönlichen Farb- und Individualisierungswünsche im Interieur wurden im engen Dialog mit den Kunden realisiert. Den dadurch erhöhten logistischen und prozessualen Aufwand zu beherrschen, „ist ein Markenzeichen der Mitarbeiter des i8-Fertigungsbereichs“, freute sich Kemser.

Viel höhere Stückzahlen erreicht mittlerweile der i3: Nach Werksangaben wurden davon bereits 200.000 Stück gebaut. Alleine im vergangenen Jahr rollten 40.000 Fahrzeuge vom Band. Derzeit werden in Leipzig im Ein-Schicht-Betrieb täglich 116 BMW i3 gebaut. Möglich wären doppelt so viele, wie Keser anmerkt:

„Die Kapazität liegt bei 250 Fahrzeugen pro Tag. Aber wir orientieren uns am Markt und produzieren nicht auf Halde.“

Der i3 wird über laufende Updates bezüglich E-Maschinen und Akkus frisch gehalten und soll – auch als Ikone seiner selbst - noch mindestens bis 2024 in Leipzig gebaut werden. Die 5.400 Stammmitarbeiter in Leipzig bauen darüber hinaus auch die Verbrenner der 1er- und 2-er-Reihe.

Was bedeutet das?

Der i8 war von Anfang an eine Revolution, wie sie BMW alle zehn Jahre wieder mal auf die Straße bringt und folgt damit M1, Z1 oder Z8. Und dafür hat der Exot eine ganz ordentliche Stückzahl erreicht. Wer sich einen „eingeflottet“ hat, dürfte sich mittelfristig über stabile Gebrauchtwagenpreise freuen dürfen.  

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