Werbung
Werbung
Werbung

Nachhaltigkeitsziele: Toyota will mit Elektrifizierung klimaneutral werden

Nachhaltigkeitsprogramm steckt ambitionierte Ziele bis 2030: 35 Prozent weniger CO2. Bis 2050 will der Hersteller den CO2-Ausstoß gegenüber 2010 um 90 Prozent reduzieren. Gelingen soll das mit konsequenter Elektrifizierung, inklusive Wasserstoff und zunehmendem Recycling.

Wichtiges Mosaiksteinchen: Toyota glaubt an die Brennstoffzelle als Element im Antriebsmix, vor allem auf Fernstrecken. Den Beweis trat man jüngst bei der „Zero Emission to H2amburg“-Tour an, wo aus Berlin und Köln im Mirai zu einem Fuel-Cell-Fachforum in die Hansestadt gereist wurde. | Foto: Toyota
Wichtiges Mosaiksteinchen: Toyota glaubt an die Brennstoffzelle als Element im Antriebsmix, vor allem auf Fernstrecken. Den Beweis trat man jüngst bei der „Zero Emission to H2amburg“-Tour an, wo aus Berlin und Köln im Mirai zu einem Fuel-Cell-Fachforum in die Hansestadt gereist wurde. | Foto: Toyota
Werbung
Werbung
Johannes Reichel

Unter dem Titel „Milestone 2030“ hat der japanische Automobilhersteller festgelegt, was man im kommenden Jahrzehnt bis zum Jahr 2030 bei der CO2-Reduzierung in der Flotte und der Fertigung erreichen will. Darüber hinaus werden auch die Maßnahmen konkretisiert. So soll bis 2050 der CO2-Ausstoß um 90 Prozent gegenüber dem Stand von 2010 reduziert sein. Konkret will man das durch eine konsequente und beschleunigte Elektrifizierung der Modellpalette schaffen.

"Bis 2025 wird Toyota in allen Modellreihen elektrifizierte Antriebsoptionen anbieten, schon in den 2020er Jahren werden zudem weltweit mindestens zehn Modelle mit reinem batterieelektrischem Antrieb verfügbar sein", kündigt der Hersteller an.

City-Verkehr zunehmend elektrisch

In diesem Zusammenhang treibt Toyota neue Partnerschaften in der Batterie- und Technologieentwicklung, beispielsweise mit Panasonic und Denso, sowie die Entwicklung neuer Mobilitätskonzepte voran. Ein wesentlicher Schritt ist auch die weitere Diversifizierung der elektrifizierten Produktpalette nach Einsatzzwecken, aber nach Region. Der Hersteller glaubt, dass Personen- und Lieferfahrzeuge im urbanen Umfeld zunehmend über reinen Elektroantrieb verfügen werden, während Hybrid- und Plug-in-Hybridfahrzeuge in Verbindung mit Verbrennungsmotoren ein wichtiger Faktor auf längeren Strecken bleiben.

Ein emissionsfreien Antrieb mit reisetauglicher Reichweite und kurzen Tankzeiten ließe sich durch Brennstoffzellenfahrzeuge, wie die Limousine Mirai, realisieren. Damit eignet sich die Technik nach Überzeugung der Japaner insbesondere auch für Busse und Lkw. In Feldversuchen und Projekten, unter anderem im Zusammenhang mit den Olympischen und Paralympischen Spiele 2020 in Tokio, lotet der Hersteller das Potenzial des Brennstoffzellenantriebs im Bus- und Schwerlastverkehr weiter aus. Insgesamt soll der jährliche Absatz elektrifizierter Fahrzeuge bis 2030 auf mehr als 5,5 Millionen Einheiten steigen, darunter mehr als eine Million Null-Emissions-Fahrzeuge mit reinem Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb. Die globalen CO2-Emissionen der Neufahrzeuge sollen dadurch bis 2030 um mindestens 35 Prozent gegenüber 2010 sinken.

Ansage: Gesamter Lebenszyklus bis 2050 CO2-neutral

Der Anbieter strebt aber nicht nur die Verringerung der CO2-Emisionen im Fahrbetrieb an. Über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs sollen diese bis 2050 auf null reduziert werden. Bis zum Jahr 2030 will Toyota eine Reduzierung um mindestens 25 Prozent gegenüber dem Stand von 2013 erreichen. Man arbeite dabei eng mit Zulieferern und Händlern, aber auch mit Forschungsinstituten, Behörden, Energielieferanten, Investoren und Infrastruktur-Unternehmen zusammen. Zu den Schritten zählen unter anderem die Verringerung des Materialverbrauchs und der Anzahl von Komponenten, die Entwicklung CO2-ärmerer Materialien sowie der vermehrte Einsatz von recycelten Materialien. Angesichts der zunehmenden Elektrifizierung gelten diese Maßnahmen auch für die Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs.

Bis 2050 sollen die weltweiten Werke des Konzerns vollkommen klimaneutral produzieren. Für den Meilenstein 2030 peilt das Unternehmen eine Minderung von 35 Prozent gegenüber 2013 an. Vereinfachte und verschlankte Fertigungsprozesse, der zunehmende Einsatz erneuerbarer Energiequellen wie Wasserstoff, Solarenergie, Wasserkraft und Windkraft sowie die Senkung von Energie- und Materialverbrauch tragen dazu bei. Auch kleinere Optimierungen gemäß dem Prinzip der ständigen Verbesserung (Kaizen) können dabei nachhaltige Wirkung entfalten. Man nennt etwa die Nutzung eines Erdwärmesystems zur Klimatisierung, moderne Wärmetauschverfahren und die Anpassung der Produktionszeiten.

Wasserstoff auch als Energiequelle in der Produktion

Eine wichtige Rolle spielt der Einsatz von Wasserstoff als Energiequelle in der Produktion. Beispielhaft erfolgt dies am Standort Motomachi. Dort wird Wasserstoff durch ein CO2-armes Biogas-Verfahren produziert, welches Gabelstapler und Besucherbusse antreibt und mit Hilfe von Brennstoffzellen zur Stromproduktion genutzt wird. Das Ergebnis ist eine CO2-neutrale Fertigung von Brennstoffzellenfahrzeugen der nächsten Generation. Zur Ressourcenschonung in der Produktion gehört auch die Senkung des Wasserverbrauchs.

Recycling-Kette für Batterien aufbauen

Die zunehmende Elektrifizierung führt langfristig auch zu einer rapide steigenden Anzahl an Batterien, die am Ende ihres Lebenszyklus recycelt werden müssen. Toyota baut dazu in den kommenden Jahren ein globales Netzwerk auf, um Batterien aus Elektro- und Hybridfahrzeugen zu sammeln, aufzubereiten und wiederzuverwenden, beispielsweise als stationäre Speicher in Toyota Händlerbetrieben. Ein größeres Speichersystem mit hoher Kapazität wird derzeit in einem Feldversuch mit einem Energieversorger erprobt. Zudem werden im kommenden Jahrzehnt 30 Modelleinrichtungen für eine nachhaltige und umweltschonende Fahrzeugzerlegung und -verarbeitung aufgebaut, die auf die jeweiligen Anforderungen von Industrie- und Schwellenländern ausgelegt sind.

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung
Werbung