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Nachgemessen: Golf VIII TDI unterbietet Euro 6d

RDE-Messungen von Emissions Analytics bestätigen, dass der neue Golf mit EA288evo-Motor auch im Straßenbetrieb kaum Stickoxide ausstößt.

VW ließ die Abgase des Golf 8 TDI von unabhängigen Instituten nachmessen. | Foto: VW
VW ließ die Abgase des Golf 8 TDI von unabhängigen Instituten nachmessen. | Foto: VW
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Gregor Soller

Der Abgasskandal wurde von VW losgetreten. Jetzt bezahlt man Milliardenstrafen und versucht, sdas Diesel-Image wieder reinzuwaschen. Scheinbar mit Erfolg, wie Auto Motor und Sport berichtet. Denn VW selbst ließ jetzt den Nachnachfolger des Schummelantriebes EA189, den EA288evo mit den britischen Experten von Emissions Analytics auf verschiedene Testrunden geschickt. Dabei wählte man laut Auto Motor und Sport bewusst die Messrunden von Fachzeitschriften, darunter die Testrunde des ADAC zwischen Landsberg und Augsburg, die Runde der Autobild (um Hamburg) sowie die Testrunde von Auto Motor und Sport in und um Stuttgart die VW-eigene RDE-konforme Runde rund um Wolfsburg. Die Messfahrten fanden zwischen 16. Und 21. Januar statt und waren zwischen 80 bis 157 Kilometer lang. Dafür brauchten die Testwagen zwischen 90 und 145 Minuten. Die Temperaturen lagen dabei zwischen drei und 13 Grad. Kleiner, aber feiner Unterschied zu den Messfahrten vieler Tester: Die Messfahrten begannen mit warmem Motor, was laut auto Motor und Sport aber nach den bisherigen Erfahrungen auf die NOx-Emissionen keinen Einfluss haben sollte, denn deren Entstehung wird eher von hohen Temperaturen gefördert.

Das Ergebnis auf allen Testrunden fiel positiv in diesem Fall „für den Angeklagten aus“: Der Golf 8 TDI mit der so genannten Twin-Dosing-Technik (dabei wird Adblue gezielt vor zwei hintereinander angeordneten SCR-Katalysatoren eingespritzt) unterschritt die Grenzwerte der neuesten Abgasnorm Euro 6d auch auf der Straße deutlich. Auf der Runde von Auto Motor und Sport, die die meisten Höhenmeter hat, schied der Golf im Schnitt 14 mg NOx/km aus, der Grenzwert liegt bei 80 mg/km. Auf der ADAC-Runde lag der Durchschnittswert gar nur bei 9 mg/km. Den höchsten Wert ermittelten die Briten ausgerechnet bei VW nahe Wolfsburg: 19 mg/km, rund 25 Prozent des Erlaubten. Ähnlich gute Werte erzielte bereits der VW Passat TDI bei einem Abgastest von Emissions Analytics für die ARD.

Interessant: Emissions Analytics maß auch den CO2-Ausstoßund damit den Verbrauch. Auch hier konnte der Golf punkten, denn: Selbst auf der Auto Motor und Sport Runde, die viele Höhenmeter und eine 160km/h-Autobahnetappe beinhaltet, stieß der Golf genau so viel CO2 aus, wie VW als WLPT-Wert angibt: 119 g CO2/km. Das entspricht einem Verbrauch von sehr günstigen 4,5 Liter/100 km. Auf der Runde des ADAC und bei der von VW lag der CO2-Ausstoß und damit auch der Verbrauch um 6,7 Prozent höher: Das bedeutet rund 127 g CO2/km oder gut 4,8 Liter/100km. Immer noch günstig. Dazu erklärt Markus Köhne, Leiter der Entwicklung Dieselmotoren bei Volkswagen:

„Dank der von uns entwickelten, innovativen Twindosing-Technologie unterbieten unsere Dieselmotoren die heutigen Grenzwerte deutlich und liegen in vielen Messungen von unabhängigen Instituten auch deutlich unter den zukünftigen Grenzwerten der Norm EU6d. Somit sind unserer Dieselmotoren nicht nur sehr effizient sowie leistungs- und drehmomentstark – sie leisten einen Beitrag zu einer saubereren Umwelt.“

Was bedeutet das?

Die Tests bewiesen: Neue Diesel können sehr sparsam und umweltfreundlich bewegt werden und die WLTP-Verbräuche sind zumindest bei sparsamer Fahrweise in der Praxis erreichbar. Trotzdem: 4,5 Liter sind zwar per se ein Top-Wert für einen 150-PS-Kompakten, aber die 119 g CO2 /km liegen über dem EU-Flottenverbrauchs-Grenzwert der für VW 99 g/km beträgt. Womit dem Flottenverbrauch per se kaum geholfen ist. Hilft also nur, künftig auch wieder kleinere und leichtere Autos zu bauen, statt immer stärkere, größere und schwerere!

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