MWM Motors: UAZ mit E-Antrieb, zweite Luka-Sportwagenversion

Die Tschechen bauen den UAZ "Spartan" auf Elektroantrieb um und stellen eine zweite Version ihres Retro-Sportwagens Luka EV vor.

MWM baut den UAZ "Spartan" zum Stromer um. | Foto: MWM
MWM baut den UAZ "Spartan" zum Stromer um. | Foto: MWM
Gregor Soller

MWM Motors im tschechischen Ort Stenovice trotzt der Corona-Krise mit zwei neuen Produkten: Einerseits plant man den Umbau vom russischen UAZ vom Verbrenner zum Stromer, andererseits schiebt man beim Retro-E-Sportwagen „Luka“ eine zweite Version ohne Radnabenmotoren nach, die günstiger sein soll. Für viele interessanter dürfte jedoch der im Prinzip seit 1972 fast unverändert gebaute „Hunter“ sein, der schon ab Werk mit viel Charme, aber eher lässiger Material- und Verarbeitungsqualität daherkommt. Doch genau die rustikale „Hardcore-Attitüde“ sieht MWM als Chance – und will damit als Rechtslenker in Großbritannien starten, während ab der dritten Quartal 2020 die Linkslenker folgen sollen. MWM-Chef Maurice Ward ist nun mal Brite.

Beim UAZ wird der 2,7-Liter-Benziner durch eine AC-Synchronmaschine ersetzt, die aber an das reguläre Getriebe angeflanscht ist. In Sachen Kraftübertragung und -verteilung bleibt also Alles wie beim Verbrenner, inklusive Schaltgetriebe samt zuschaltbarer Untersetzung und Zuschalt-Allrad. Was massive Kräfte am Rad bedeuten würde, denn mit 600 Newtonmeter bietet die E-Maschine rund das Dreifache des Benziners und mit 120 kW Leistung steht der Stromer auch besser um Futter als die 94 kW-Benziner-Version. Insofern darf man sich Sorgen um die originalen Antriebswellen des UAZ machen, die 600 Newtonmetern im ersten Gang mit Untersetzung eher nicht gewachsen sein dürften.

Vor allem Gewerbekunden im Fokus

Die Akkukapazität gibt MWM Motors mit 55 kWh an, die sich auf vier Pakete verteilt, optional sollen auch 90 kWh verfügbar sein. Mit 55 kWh soll die Reichweite laut MWM bis zu 200 Kilometer betragen. An Gewicht legt der UAZ um rund 120 auf 1.966 Kilogramm zu. Als Preis nennt MWM Motors vor Steuern 40.000 Euro. Interessant: Als Kunden peilt vor allem gewerbliche Nutzer in Forst- und Landwirtschaft sowie im Bergbau und in großen Gruben an.

Ganz anders gestrickt ist der Luka EV, der mit seinen Radnabenmotoren ebenfalls ab 40.000 Euro vor Steuern kosten soll.  Zu viel wohl für viele Interessenten, weshalb man jetzt eine Version mit Standard-E-Maschine nachschiebt, die ab 30.000 Euro vor Steuern kosten soll.

Der Luka EV „Traditional“ genannte Stromer leistet 50 kW (66 PS) aus einem flüssigkeitsgekühlten Permanent-Magnet-Synchronmotor und bietet einen 26,4-kWh-Akku, wo die Radnabenversion sich mit 21,9 kWh bescheiden muss. Weiterer Vorteil des „Traditional“: Er soll viel leiser als die Radnabenversion sein und mehr Komfort bieten – Stichwort ungefederte Massen. Beides Punkte, bei denen die Radnabenmotorensich systembedingt "schwerer" tun. Das Gewicht ist laut Luka leicht gestiegen (von 815 auf 886 Kilogramm) und bei der Reichweite nennt man jetzt 310 statt 300 Kilometer.

Was bedeutet das?

MWM Motors trotzt mit seinen Ankündigungen der Corona-Krise. Es bleibt aber abzuwarten, wie sich die Nischenprodukte verkaufen werden. Aktuell trauen wir dem umgebauten UAZ deutlich höhere Stückzahlen zu als dem hübschen Luka. Sportwagen haben es aktuell generell schwer.

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