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MWC 2019 Barcelona: BMW arbeitet an natürlicher Interaktion

Mit einer Mischung aus Gesten- und Sprachsteuerung in der "Natural Interaction" gibt der Hersteller einen Ausblick auf das, was mit dem iNext 2021 Realität werden soll - und quasi einen BMW-Stempel für das digitale Zeitalter bildet.

Was Ihr wollt: BMW zeigt mit dem Konzept der "Natural Interaction", wie man sich auch in Zukunft als Marke differenzieren will - mit einer solitären Bedienumgebung, in der man mit Gesten agiert. | Foto: J. Reichel
Was Ihr wollt: BMW zeigt mit dem Konzept der "Natural Interaction", wie man sich auch in Zukunft als Marke differenzieren will - mit einer solitären Bedienumgebung, in der man mit Gesten agiert. | Foto: J. Reichel
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Johannes Reichel

Das Schiebedach per Armwischen öffnen, den Parkplatz anzeigen, nach genau dem Gebäude fragen, das einen gerade so beeindruckt - in naher Zukunft soll nach dem Willen der BMW-Entwickler die Fahrzeugbedienung revolutionär anders funktionieren als das heute noch der Fall ist. Unter dem wie stets bei den Marketing-bewussten Münchenern griffigen Rubrum "Natural Interaction" soll beginnend mit dem Modell iNext 2021 eine Fahrzeugumgebung Realität werden, die das Leben an Bord stark erleichtert. Mit einer Mischung aus intelligenter Sprachsteuerung und Gestensteuerung, kann der Fahrer die Funktionen des Fahrzeugs und darüber hinaus erschließen. Grundsätzlich peilt diese Technologie auf das autonome Fahren, das im iNext ja als wahlweise "Autopilot"-Funktion möglich sein soll.

"Wie heißt dieses hübsche Restaurant dort", könnte etwa eine Frage lauten, die von einer Zeigegeste begleitet wird. Selbstredend wüsste die Kommunikationseinheit im Fahrzeug auch zu sagen, ob da heute abend noch ein Tisch frei ist und würde eine Reservierung vornehmen. So stellen sich das jedenfalls die BMW-Visionäre in einem Werbefilm vor, der im Zentrum des Auftritts in Barcelona stand. Und das ist keine Fingerübung für Futuristen weit hinten in der Konzernforschung, sondern hat bereits das Planungsstadium verlassen, ist in ersten Prototypen verbaut und nimmt Kurs in Richtung Serie, wie ein Entwickler versichert.

Trotz aller Daten: Privatsphäre hat Priorität

Klar, dass man dafür jede Menge Sensoren an Bord benötigt - und einen selbstlernenden Algorithmus, der so clever ist, dass Fehldeutungen von Gesten weitestgehend ausgeschlossen sind, die sogenannte "false positive rate", wie der Entwickler präzisiert. Etwa, dass im "worst case" in der Waschanlage durch Missdeutung einer Geste die Fenster geöffnet werden, wie der Ingenieur beispielhaft anführt. Dafür kombiniert man diverse Parameter, wie etwa die Analyse des Gesichts und der Augen, die Sprache oder eben die Gestik. Zugleich soll trotz aller Datenerfassung die Privatsphäre gewahrt sein. "Es werden keine Bilder aus dem Fahrzeug erfasst, geschweige denn übertragen. Wir beschränken uns auf Vektoren und Matrizen", versichert der Entwickler. In rein technische Informationen sollen auch Sprachbefehle umgewandelt werden, quasi eine Materialisierung dessen, was an Bord passiert.

Differenzierung schaffen mit eigenständiger Umgebung

Die Münchener sehen darin durchaus einen USP und eine Differenzierungsmöglichkeit für Zeiten, in denen die Differenzierung durch den Antrieb immer schwerer fallen wird, weil sich Elektroantriebe naturgemäß stärker ähneln als Verbrenner. Das rechtfertigt auch den hohen Entwicklungsaufwand sowie den hohen Eigenanteil, den BMW dabei auffährt.

"Die Sensoren bauen wir selbstredend nicht selbst, aber die Programmierung und die Software, das ist BMW-Identität", erklärt der Digitalisierungsfachmann.

Als da etwa wären: Eine Gestenkamera mit Infrarotlichttechnik, das die Fingerbewegungen dreidimensional erfassen kann oder eine hochauflösende Kamera im Zentralinstrument, das Blickrichtung und Kopfbewegungen erfasst.

Weitere Anwendungen ankoppeln: Wo darf man parken?

In einem weiteren Schritt will er auch die Daten der Infrastruktur integrieren und weitere Services ankoppeln. Etwa die Informationen von Kommunen, wo und unter welchen Bedingungen man Parken darf. Auch für andere Anwendungen wie die Navigation sieht er im Übrigen durchaus Potenzial zur Differenzierung in Zeiten, in denen zunehmend die Inhalte seines Smartphones ins Auto "gespiegelt" werden. "Wir reichern das an mit unseren Fahrdaten, spezifischen Informationen und unserem Look and Feel", meint der Entwickler. Sodass man eben vielleicht doch die angenehmere Navigationsanwendung bietet als die Standard-Anwendung eines der großen Player darstellen könne.

So soll eine "einzigartige Umgebung" im Auto entstehen, die man in dieser Art sonst nirgends hat, weder Zuhause noch im Büro, wie ein Pressesprecher wirbt. Und für diese "Natural Interaction", da finde man genau die richtigen Ansprechpartner auf dem Mobile World Congress in Barcelona, freut sich der Entwicklungsmann und sieht BMW gerade auch als Autohersteller hier bestens platziert.

Was bedeutet das?

Auch BMW nutzt den MWC zur Präsentation seiner künftigen Ideen hinsichtlich "Connectivity".

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