München: MVG testet autonome E-Shuttles

Der Startschuss für den ersten von zwei Pilotversuchen soll voraussichtlich im April fallen.

Der e.GO Mover bietet Platz für 15 Passagiere. (Foto: MVG)
Der e.GO Mover bietet Platz für 15 Passagiere. (Foto: MVG)
Redaktion (allg.)
von Martina Weyh

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderten Projekts EASYRIDE wollen die Münchner Verkehrsbetriebe (MVG) gemeinsam mit Fahrzeughersteller e.GO Mitte April die erste Testphase für zwei autonom fahrende E-Shuttlebusse einläuten.

Teststrecke

Die sogenannten e.GO Mover – eine Neuentwicklung des Herstellers – kommen erstmals im öffentlichen Raum zum Einsatz und sollen auf den beiden Linien „Olympiapark Ostring“ und „Olympiapark Westring“ im Olympiapark verkehren. Ausgangspunkt beider Linien ist der U-Bahnhof Olympiazentrum. Von dort aus werden die Haltestellen Olympiasee, Olympiahalle, ZHS Olympiazentrum und Olympiastadion bedient.

Fahrgäste können den e.GO Mover während der ersten Testphase kostenlos nutzen und an jeder beliebigen Haltestelle zusteigen. Während Phase 1 sind Fahrgastbefragungen geplant, um Fahrteindrücke und -erfahrungen zu evaluieren.

Fahrzeugspezifikationen

Die mit intelligentem Multisensorsystem sowie Radar, LiDAR und GPS ausgestatteten e.GO Mover sind 5 m lang, 2,5 m breit und 2,8 m hoch. Die Fahrzeuge verfügen über zehn Sitz- und fünf Stehplätze, mittels einer Rampe ist der barrierefreie Ein- und Ausstieg möglich.

In Phase 1 fahren die kleinen E-Shuttlebusse noch nicht automatisiert, sondern sammeln mithilfe der verbauten Sensortechnik lediglich anonymisierte Umgebungsdaten. Die Sensortechnik ist die Voraussetzung für den selbstständigen Fahrbetrieb, die Automatisierung soll dann in Pilotphase 2 voraussichtlich ab Herbst 2020 getestet werden.

Mit an Bord der e.GO Mover ist ein Sicherheitsfahrer, der den Betrieb überwacht und das Fahrzeug im Bedarfsfall jederzeit übernehmen kann.

Über das Projekt EASYRIDE - Zukunft erfahren

Das vom Bund geförderte Pilotprojekt EASYRIDE untersucht bis Ende 2020, welche Auswirkungen das automatisierte und vernetzte Fahren auf München haben wird. Ziel ist es, Erfahrungen mit der neuen Technologie zu sammeln, rechtliche Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln und Handlungsempfehlungen für Städte und Kommunen zu erstellen.

Für die planerischen Aufgaben ist das Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München verantwortlich, die rechtlichen und technischen Belange des Straßenverkehrs koordiniert das Kreisverwaltungsreferat.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert das Projekt mit 6,6 Millionen Euro, das Gesamtvolumen beläuft sich auf 10,56 Millionen Euro.

Beteiligte Projektpartner sind die Stadtwerke München GmbH, Bayerische Motoren Werke AG, Technische Universität München, Karlsruher Institut für Technologie, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, MAN Truck & Bus AG, PTV Planung Transport und Verkehr AG, UnternehmerTUM GmbH.

Was bedeutet das?

Immer mehr autonome Shuttles gehen in den Versuchsbetrieb. München hielt sich bisher stark zurück, was sich gerade ändert. Auf erste Praxisergebnisse darf man gespannt sein.

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