Mondial de l`Auto 2022 Paris: Interview mit Agnès Tesson-Faget, Leiterin Produkt bei DS

Präsident Macron reiste im DS7 an und soll Gerüchten zu Folge auch die längste Zeit auf der Messe am Stand „seiner Marke“ zugebracht haben, die viel Neues zu zeigen hatte.

Nach dem DS7 erhält auch der DS3 eine große Überarbeitung. Dazu gab es neue DS-9-Versionen und die nächste Formel-e-Generation. | Foto: G. Soller
Nach dem DS7 erhält auch der DS3 eine große Überarbeitung. Dazu gab es neue DS-9-Versionen und die nächste Formel-e-Generation. | Foto: G. Soller
Gregor Soller

Bei DS ging es zum Jahresende nochmal heiß her: Der Markteinführung des DS4 folgte der geliftete DS7 und dem folgte die Überarbeitung des DS3 mit komplett neuem Antrieb. In der Formel-e schnappte man sich Vorjahressieger Stoffel Vandoorne und wechselte den Partner: Man kooperiert jetzt mit Penske statt mit Techeetah. Außerdem zeigte man die GT-Studie E-Tense Performance. Während Mercedes-Benz-CEO Ola Källenius den DS-Stand besucht, warten wir auf Agnes Tessot-Faget, die seit März 2022 die Leiterin Produkt DS verantwortet: Neben der Opera-Topversion des DS 9 warten der geliftete DS 7 und DS 3 und der Formel-E-Wagen der nächsten Saison aufs Publikum – senkrecht gestellt, um die Standmitte für die Studie DS E-Tense Performance freizuhalten.

In Deutschland bleibt DS eine seltene Pflanze – wie entwickeln sich die Absatzzahlen weltweit?

Tesson-Faget: Sie steigen – 2022 bisher um 15 Prozent in einem Markt, der um neun Prozent zurückgeht – damit können wir sehr zufrieden sein. Zumal die aufgewerteten DS 7 und DS 3 erst jetzt beziehungsweise 2023 zu den Kunden kommen.

Ist der DS 7 immer noch der Topseller im Programm oder hat ihn der DS 4 bereits abgelöst?

Tesson-Faget: Weltweit ist es immer noch der DS 7, in Deutschland sowieso. Das dürfte sich aber spätestens mit der Einführung des elektrischen DS 4 2024 ändern.

Gutes Stichwort – rein elektrische Modelle: Welchen Anteil hat der DS 3 E-Tense innerhalb der Baureihe?

Tesson-Faget: Hier sind wir mittlerweile bei 40 Prozent, in Deutschland liegt der Anteil sogar noch höher. In der Kompaktklasse hätten wir so einen hohen Anteil gar nicht erwartet, aber in den letzten zwei Jahren hat sich sehr schnell sehr viel gedreht.

Das soll ja auch mit dem DS-Programm passieren – ab wann sind alle DS rein elektrisch?

Tesson-Faget: Die Einführung des elektrischen DS 4 wird gleichzeitig der Startpunkt für die neuen rein elektrischen Baureihen. Ab 2022 werden nur noch rein elektrische Modelle gelauncht. Und DS wird die erste Marke im Konzern sein, die ein rein elektrisches Modell auf der STLA Medium Plattform bringt, das bis zu 700 Kilometer Reichweite bietet.

Können Sie da konkreter werden bezüglich Bauform und Name? Ein CUV als DS 5 oder DS 6?

Tesson-Faget (lächelt): Nun ja, diese Namen stünden in der Tat zur Disposition...

Könnte dereinst auch ein Auto auf der großen Stellantis-Large-Plattform entstehen – als DS 9-Nachfolger oder DS 8?

Tesson-Faget: Never say never – jetzt gilt es aber, zuerst DS 7 und DS 3 einzuführen und das DS 4- und DS 9-Programm zu erweitern.

Können Sie denn auch liefern? Das ist aktuell ja das Hauptproblem.

Tesson-Faget (lacht): Oh ja! Natürlich gibt es im ganzen Konzern und bei allen Marktbegleitern aktuell Engpässe, aber innerhalb Stellantis werden wir privilegiert behandelt. Heißt – bei den Verbrennern liegen wir im Schnitt bei 3 bis vier Monaten, bei den Plug-ins eher bei vier bis fünf Monaten und beim DS 3 E-Tense werden wir nach dem regulären Produktionsanlauf mehr Klarheit haben. Ich glaube ehrlich gesagt, dass die Branche auch zukünftig noch mit Einschränkungen und zeitweisen Verzögerungen rechnen muss. Immerhin hat sich sehr viel, sehr schnell verändert…

Das klingt nicht gerade optimistisch.

Tesson-Faget Oh doch, denn wir sind bereit – und eigentlich erst am Anfang einer spannenden Entwicklung – ich nenne es gern „Revolution Culture“ – die tragen wir Franzosen in unseren Genen (lacht). Wenngleich ich es auf die Produkte bezogen eher als Avantgarde bezeichnen würde (lächelt).

Was bedeutet das?

DS brachte 2022 viel Neues – man darf gespannt sein, ob sich das 2023 dann auch in den Absatzzahlen niederschlägt. Und wie sich die goldenen Rennwagen in der Formel e schlagen werden.

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