Monaco: Felix da Costa gewinnt spektakuläres Formel-E-Rennen

Antonio Felix da Costa hat den Monaco E-Prix der Formel E gewonnen. In einer packenden Schlussphase setzte sich der DS-Techeetah-Pilot wenige Kurven vor Schluss gegen Mitch Evans durch, der mit ausgehender Energie als Dritter ins Ziel fuhr. Zweiter wurde Robin Frijns.

Die Formel E fuhr beim Monaco E-Prix 2021 erstmals auf der vollen Grand-Prix-Strecke. | Foto: FIA Formula E
Die Formel E fuhr beim Monaco E-Prix 2021 erstmals auf der vollen Grand-Prix-Strecke. | Foto: FIA Formula E
Timo Pape

Antonio Felix da Costa hat den Monaco E-Prix der Formel E gewonnen. In einer unheimlich packenden Schlussphase und nach einem hochklassigen Rennen mit zahlreichen Überholmanövern setzte sich der DS-Techeetah-Pilot wenige Kurven vor Schluss gegen Mitch Evans durch, der mit ausgehender Energie als Dritter ins Ziel fuhr. Zweiter wurde auf dem buchstäblich letzten Meter Robin Frijns, der dadurch die Gesamtführung übernahm. Maximilian Günther wurde Fünfter hinter Jean-Eric Vergne.

An der Spitze blieb beim Start zunächst alles wie gehabt: Felix da Costa verteidigte seine Führung gegen Frijns und Evans. Weiter hinten verlor Pascal Wehrlein gleich am Start eine Position, bevor es in der Haarnadel schepperte: Porsche-Pilot Andre Lotterer wurde am Kurvenausgang von hinten angeschoben und fuhr seitlich über den Mahindra von Alexander Sims. Der Brite schied aus, und auch Valencia-Sieger Jake Dennis fiel ans Ende des Feldes zurück. Er sollte zudem später eine Durchfahrtsstrafe erhalten.

Wehrlein holte bereits nach vier Minuten seinen ersten von zwei obligatorischen Attack-Modes und fiel auf Platz 16 zurück. Dann griff Frijns den Führenden Felix da Costa in Kurve 1 an und übernahm auf der Innenbahn die Führung. Dahinter ging es sehr eng zu: Niemand in der Spitzengruppe konnte in der Anfangsphase eine Lücke herausfahren.

Viele Wechselspiele an der Spitze

Auch Günther und weitere Fahrer am Ende der Top 10 holten nun ihren Attack-Mode. Während der Deutsche Oliver Rowland jagte, zwängte sich Lucas di Grassi in der Haarnadelkurve an Edo Mortara vorbei. Jean-Eric Vergne war am Ausgang des Tunnels etwas zu optimistisch und versuchte es außen herum vorbei an Evans. Dabei mussten beide eine weitere Linie fahren, Felix da Costa schlüpfte hindurch. Wenig später profitierte auch Günther von der Aktion und ging an Vergne vorbei.

Dadurch dass Frijns seinen Attack-Mode zündete, übernahm Felix da Costa wieder die Führung. Nach 18 Minuten kämpfte sich der Niederländer jedoch - abermals in Kurve 1 - wieder an seinem Kontrahenten vorbei. Nur zwei Minuten später tauschten die beiden wieder ihre Positionen, als sich Frijns den zweiten Attack-Mode holte. Diesmal schnappte er sich Felix da Costa aber schon am Ausgang des Tunnels und ging wieder in Führung.

Fürstlicher Bergauf-Angriff von Mitch Evans

Vergne verpasste gegen Rennhalbzeit die Attack-Zone knapp und verlor dadurch viel Zeit. Günther jedoch auch, der trotz Attack-Mode zunächst hinter dem Franzosen blieb und erst in der nächsten Runde vorbeikommen sollte. Felix da Costa machte derweil Druck auf den Führenden Frijns. Dann zündete er mitten im Tunnel seinen FANBOOST und ging am Ende der Geraden an Frijns vorbei. Evans versuchte zu profitieren und erhöhte den Druck auf Frijns.

Im Attack-Mode ging er in Kurve 1 zunächst außen herum am Virgin-Piloten vorbei. Damit gab sich der Jaguar-Pilot jedoch nicht zufrieden: In der Bergaufpassage nach Kurve 1 überholte er mit einem grandiosen Manöver außen herum Felix da Costa und übernahm die Spitze beim Monaco E-Prix - ein Manöver für die Geschichtsbücher!

Ein paar Meter dahinter kämpften Nick Cassidy und Rene Rast in "Sainte Devote" um den siebten Platz. Der Deutsche blieb außen neben dem Virgin-Fahrer und schlug dabei am Kurvenausgang mit dem linken Hinterrad an der Mauer an. Dabei brach die Radaufhängung seines Audi-Fahrzeugs, sodass er auf der Strecke stehen blieb. Das Safety-Car kam 15 Minuten vor Schluss auf die Strecke, damit die Streckenposten den Audi wegschieben konnten.

Felix da Costa behauptet sich in verrückter letzter Runde

Nach neun Minuten im "Schritttempo" ging es mit dem grandiosen Finale von Monaco weiter. Während sich die Top 4 leicht absetzen konnten, fiel Wehrlein mit einem Problem ans Ende des Feldes zurück. Vergne holte sich nun seinen zweiten Attack-Mode und verlor Positionen, kam jedoch schnell wieder nach vorn. Evans wehrte einige Angriffe von Felix da Costa ab. Dahinter ging Vergne an Günther vorbei, der zudem von Rowland touchiert wurde. Dann blieb Nyck de Vries auf der Strecke stehen - gelbe Flaggen. Es ging jedoch noch zwei Minuten ohne Safety-Car weiter.

In der letzten Runde wurde es noch spannender: Felix da Costa versuchte es mit leichtem Energievorteil an Evans vorbei, doch der Jaguar-Pilot machte sich so breit, wie er nur konnte. Dann holte sich der amtierende Formel-E-Meister mit einem riskanten Manöver am Ausgang des Tunnels doch noch Platz 1 - und den Monaco-Sieg! Evans ging auf den letzten Metern beinahe die Energie aus. Frijns überholte ihn buchstäblich auf der Ziellinie und wurde noch Zweiter, Evans Dritter. Vergne beendete den Monaco E-Prix als Vierter vor Günther.

Nach einem Doppelausfall für Mercedes übernahm Robin Frijns die Führung in der Gesamtwertung der Fahrer von Nyck de Vries. Bei den Teams blieben die "Silberpfeile" dennoch knapp vorn - zwei Punkte vor Jaguar Racing. Antonio Felix da Costa ist nun Gesamtvierter und meldete sich im Kampf um den ersten WM-Titel der Formel E zurück. Ihm fehlen nur zehn Punkte auf Frijns. Das nächste Rennwochenende der Formel E steht nach einer längeren Pause am 19. und 20. Juni im mexikanischen Puebla auf dem Programm.

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