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Moia holt sich in Berlin eine Abfuhr

Ride-Sharing-Dienst darf in der Bundeshauptstadt nicht starten. Der Antrag auf Testbetrieb mit 1.000 Fahrzeugen wird demnächst vom Senat abgelehnt.

Kein Zustieg: Der Berliner Senat lehnt die Pläne von Moia auf Testbetrieb in der Hauptstadt ab, ein herber Rückschlag für die VW-Tochter. | Foto: Moia/VW
Kein Zustieg: Der Berliner Senat lehnt die Pläne von Moia auf Testbetrieb in der Hauptstadt ab, ein herber Rückschlag für die VW-Tochter. | Foto: Moia/VW
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Johannes Reichel

Der Ride-Sharing-Dienst Moia aus dem Volkswagen-Konzern wird in seiner Expansion in Deutschland vorerst gebremst. Wie zuerst Heise Online berichtete, wird das zuständige Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (LABO) den Antrag auf Testbetrieb mit 1.000 Fahrzeugen in der Bundeshauptstadt ablehnen. Offenbar wird es den Berliner Behörden zu viel mit neuen Mobilitätsdiensten: Neben dem "Berlkönig" der BVG und der Daimler-Tochter ViaVan (mit konventionellen Fahrzeugen) ist auch die DB-Tochter "Clever Shuttle" (mit E-Autos) in Berlin mit ähnlichen Angeboten aktiv, insgesamt allerdings nur mit etwa 130 Fahrzeugen. Wie der Senat erklärt, wolle man mit diesen Anbietern "belastbare Erkenntnisse zu Auswirkungen auf die private Pkw-Nutzung, den öffentlichen Nahverkehr und das Taxigewerbe" sammeln. Man hält die Genehmigung eines dritten Anbieters im gleichen Fahrgebiet für "kontraproduktiv, weil sie die Ergebnisse verfälschen". Darüber hinaus verweist man auf das Berliner Mobilitätsgesetz, das vorschreibe, "dem ökologisch besonders nachhaltigen Bahn-, Bus-, Rad- und Fußverkehr den Vorrang in Verkehrsfragen" zu geben.

"Der Antrag von Moia, mit rund 1000 Fahrzeugen und einem flexiblen Tarifsystem Beförderung anzubieten, verfolgt insofern ein nachvollziehbares Geschäftsinteresse des Unternehmens VW nach einem wirkungsvollen Markteintritt, steht diesen öffentlichen Verkehrsinteressen aus unserer Sicht aber eindeutig entgegen", formuliert die Erklärung der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz unumwunden.

Die VW-Mobilitätstochter Moia zeigte sich enttäuscht.

"Offenbar gibt es derzeit in Berlin nicht den politischen Willen, neue Formen der Mobilität voranzubringen", erklärte ein Sprecher.

So bleibt es einstweilen beim Testbetrieb mit 500 Fahrzeugen in Hamburg und den 76 Bussen in der VW-Nutzfahrzeuge-Heimatstadt Hannover mit Lizenz für 150 Fahrzeuge. Allerdings sei man auch mit anderen Städten in Gesprächen, verlautbarte es aus dem Unternehmen. Und man sieht für den Dienst weit über Deutschland hinaus Potenzial.  

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