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Moia darf in Hamburg doch durchstarten

Fahrdienst darf nach der Korrektur der erstinstanzlichen Entscheidung durch das Oberverwaltungsgericht Hamburg nun doch mit 500 Fahrzeugen in Hamburg in Betrieb gehen. Mittelfristig sind bis zu 1.000 Fahrzeuge in Gespräch. Taxiverband übt Kritik. 

Freie Fahrt in der Freien und Hansestadt: Moia darf die Flotte doch aufstocken und will auf 500 E-Vans erweitern. | Foto: Moia
Freie Fahrt in der Freien und Hansestadt: Moia darf die Flotte doch aufstocken und will auf 500 E-Vans erweitern. | Foto: Moia
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Johannes Reichel

Die VW-Fahrdiensttochter Moia darf in Hamburg nun doch mit bis zu 500 Fahrzeugen in Betrieb gehen. Das hat das Oberverwaltungsgericht Hamburg in zweiter Instanz im Eilverfahren verfügt und damit die erstinstanzliche Entscheidung vom April aufgehoben, bei der vom Verwaltungsgericht maximal 200 Fahrzeuge genehmigt worden waren. Ursprünglich hatte ein Hamburger Taxi-Unternehmer geklagt gehabt. Das Gericht sah ihn aber nicht als berechtigt an, gegen eine Erprobungsgenehmigung vorzugehen, weil er nicht in seinen Rechten oder Grundrechten beeinträchtigt sei. Zudem garantiere die Berufsfreiheit keinen Schutz vor Konkurrenz. Vorerst will Moia den Betrieb auf 500 Fahrzeuge aufstocken, um auch Gebiete nördlich der Elbe zu erschließen. Hamburgs Verkehrsbehörde begrüßte die Entscheidung. Man könne nun Erfahrungen sammeln, ob der Fahrdienst die öffentlichen Verkehrsinteressen beeinträchtigen würde. Das soll bis 2021 geschehen. Anschließend peilt die VW-Tochter eine Aufstockung auf bis zu 1.000 der sechssitzigen und elektrisch angetriebenen Kleinbus-Fahrzeuge vom Typ VW eCrafter an. 

Erwartungsgemäß kritisierte der Taxiverband die Entscheidung. Es sei das Ziel der VW-Tochter, große Teile des heutigen öffentlichen Verkehrs durch private Angebote zu ersetzen, erklärte Clemens Grün, Vorsitzender des Hamburger Taxenverbands. Seiner Meinung nach werde das mittelfristig dazu führen, dass Fahrten im Schnitt teurer würden. Bemängelt wird auch, dass die Moia-Sammeltaxen bisher meist nur einen Fahrgast befördern, die Pooling-Quote damit gering sei. Der Anbieter hatte in einer ersten Bilanz im Mai von 60 Prozent Pooling-Quote mit zwei oder mehr Fahrgästen gesprochen. In dreieinhalb Wochen Testbetrieb seit April hatte man 60.000 Buchungen verzeichnet. Man habe deutlich mehr Anfragen als man bedienen könnte, war die seinerzeitige Bilanz des Anbieters, der dabei aber auf die Beschränkung der Fahrzeugzahl verwies.

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