Mobility Data Space: Bayern wird Gesellschafter

Der Online-Datenmarktplatz will Eigner verkehrsrelevanter Daten mit Mobilitätspionieren vernetzen und so Grundlagen für eine neue, multimodale Mobilitätskultur schaffen.

Mit dem Datenhandel in den Wandel - das BMDV hat dafür den Mobility Data Space geschaffen. (Foto: Pixabay)
Mit dem Datenhandel in den Wandel - das BMDV hat dafür den Mobility Data Space geschaffen. (Foto: Pixabay)
Johannes Reichel
von Christine Harttmann

Um das Potenzial des Datenhandels für die Verkehrswende zu nutzen, ist der Freistaat Bayern Mitgesellschafter des Datenmarktplatzes Mobility Data Space geworden. Denn Bundesverkehrsminister Volker Wissing und Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach sind sich einig: Innovative digitale Services sind ein wesentlicher Bestandteil der Mobilität von morgen. Daten seien die Grundlage unseres digitalen Fortschritts, sagt Wissing. „Daten helfen zum Beispiel Lkw-Fahrern bei der Parkplatzsuche, Kommunen bei der klimaeffizienten Verkehrssteuerung und Pendlern bei der Planung des Fahrweges“, meint der Minister.

Basis für Neues

Doch viele innovative, digitale Mobilitätsservices setzen den Zugang zu den Daten anderer voraus. Daher gibt es seit Herbst 2021 Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) geförderten Datenmarktplatz Mobility Data Space (MDS). Er bringt Datengeber mit Mobilitätspionieren zusammen und schafft so die Basis für eine neue, multimodale Mobilitätskultur. Seit dem 1. September 2022 hat sich nun der Freistaat Bayern als Gesellschafter MDS-Betreibergesellschaft DRM Datenraum Mobilität in München angeschlossen, um so das Potenzial des Marktplatzes besser erschließen zu können. Der Mobility Data Space biete klare Anreize für das Datenteilen, kommentiert Wissing.

„Ich freue mich, dass jetzt auch der Freistaat Bayern diese Möglichkeit ergreift. Je mehr Länder, Kommunen, Start-ups oder Wissenschaftler den Datenmarktplatz nutzen, desto mehr Fortschritt erreichen wir in Deutschland.“

Der Mobility Data Space ermögliche es, so der Minister, Daten selbstbestimmt, sicher und transparent zu handeln. Dadurch setze er dadurch klare Anreize für das Datenteilen. Das BMDV stelle den MDS daher bewusst neben die im Juli 2022 gestartete Mobilithek. Denn während in der Mobilithek in erster Linie offene, auf gesetzlicher Grundlage veröffentlichte Daten verfügbar gemacht werden, können Organisationen Daten beim MDS unter Wahrung von Eigentumsrechten handeln. Dafür bietet der Online-Marktplatz eine Cloud-Plattform nach europäischen Datenschutzstandards und stellt die Identität der Handelspartner sicher. Die zu handelnden Daten werden nicht im MDS gespeichert, sondern dort in einem Datenkatalog beschrieben – das Aushandeln der Konditionen und die Übertragung der Daten erfolgen direkt zwischen den jeweiligen Handelspartnern.

Chancen des Datenhandels

Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach ist überzeugt, der der Datenhandel der Mobilität neue Chancen eröffnet.

„Digitale Technologien sind der Schlüssel zu einer nachhaltigeren und sicheren Mobilität“

Gerlach ist überzeugt, dass der Datenhandel die Verkehrswende unterstützt.

„Bayern ist starker Mobilitätsstandort, deshalb begrüßt es die Staatsregierung, dass bayerische Akteure bei der Entwicklung dieser digitalen Dateninfrastruktur stark vertreten sind. Daten sind in der digitalen Wirtschaft der Kern jeglicher Wertschöpfung und mehr denn je ein strategischer Produktions- und Wettbewerbsfaktor für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen und künftig auch von Volkswirtschaften. Deshalb ist dieser Datenraum Mobilität ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft. So können wir die Potenziale, die in unseren Datenschätzen stecken, auch bei uns in Deutschland und Europa heben. Die Einrichtung von Datenräumen ist ein wichtiger Teil der Datenstrategie der EU, um so die Entwicklung der europäischen Datenwirtschaft zu fördern.“

MDS-Gründungs-Geschäftsführer Manfred Rauhmeier begrüßt die Mitwirkung der Landespolitik

„Der Mobility Data Space ist ein zentrales Element der Datenstrategie der Bundesregierung, denn Daten sind Enabler für die Mobilität von morgen."

Damit die Mobilitätswende gelinge und es bald in Stadt und Land sichere, zuverlässige, komfortable und nachhaltige Verkehrs- und Transportmöglichkeiten gebe, sei, so Rauhmeier, die Mitwirkung der Bundesländer und Kommunen von immenser Bedeutung.

"Daher freue ich mich sehr, dass nun auch der Freistaat Bayern beim MDS mitwirkt."

Dritter im Bunde

Nach Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ist der Freistaat Bayern bereits das dritte Bundesland im Gesellschafterkreis des MDS-Betreibers DRM Datenraum Mobilität . Weitere Gesellschafter sind die BMW Intec Beteiligungs GmbH, Caruso, die Deutsche Bahn Aktiengesellschaft, die Deutsche Post AG, der Förderverein der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, die Here Europe, die Huk Coburg , die Mercedes-Benz AG, die VDV eTicket Verwaltungsgesellschaft und die Volkswagen Group Info Services AG.

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