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Mobility Circle in Hamburg: Spannende Diskussionen

Der Mobility Circle brachte Führungs- und Fachkräfte aus der Automotive-Branche, Verkehrsbetrieben und Start-ups sowie Stakeholder aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammen.

Hochkarätige Diskussion: Stefan Bratzel (Gründer CAM), Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) und Johann Jungwirth (VW). | Foto: Jonas Wresch
Hochkarätige Diskussion: Stefan Bratzel (Gründer CAM), Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) und Johann Jungwirth (VW). | Foto: Jonas Wresch
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Gregor Soller

Starker Auftakt: Bereits der erste Mobility Circle bot dank hochkarätiger Sprecher Austausch, Inspiration und Möglichkeiten zur Vernetzung. Dabei wurden in drei Hauptrunden automobile Trendthemen diskutiert. In der Runde „Electric OEM Strategien“ ging es vor allem um das zentrale Thema, was E-Fahrzeuge bieten müssen, um von den Kunden auch gekauft zu werden. Und wie man die nötige Lade-Infrastruktur dafür schafft. Ein Unterthema war auch, wie Kommunen und Unternehmen E-Fahrzeuge gewinnbringend in Fuhrparks integrieren können. Darüber diskutierten Dr.-Ing. Volker Kaese, Senior Direktor und Leiter Innovationsmanagement Produkt, Audi AG, Jens Monsees, Vice President Digital Strategy, BMW AG, Wilko Stark, Leitung Daimler und Mercedes-Benz Cars Strategie & CASE, Daimler AG. Ebenso wie Jens Monsees zuvor betont auch Volker Kaeser eine neue Perspektive der Autobranche, die deutlich über das Fahrzeug an sich hinausgeht. Unter anderem setze Audi auf neue digitale Vertriebsformate, Data Labs für Connectivity und Function as a Service. Zudem verbessere man mit Hilfe neuer Technologien stetig die Sicherheit im Straßenverkehr – sowohl für Autos als auch für andere Verkehrsteilnehmer.

Es folgte die Runde „Shared Services“. Dabei ging es um die Frage, wie Mobility Plattformen zu einem nachhaltigen Geschäftsmodell werden können und wo vielleicht auch die Grenzen des Trends liegen könnten. Und gerade bei Erlösen und Nachhaltigkeit des stationären und freefloating und CarSharings gibt es immer noch Potenzial, das es auszuloten gilt. Darüber sprachen in größerer Runde Stephan Pfeiffer, Head of Strategic Partnerships & Public Affairs, ioki, Marcus Willand, Associated Partner bei der MHP Management- und IT-Beratung GmbH, Flora Bellina, Leiterin der Mobilitätsplattform Free2Move, Groupe PSA, Nico Gabriel Bereichsvorstand „Sixt X“, Jörg Ullrich, Director, Sales Operations & Customer Experience, Ford of Europe. Sie alle beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Er findet, viel zu lange habe die Autoindustrie nur technikgetrieben und in eigenen Silos gedacht ohne dabei die Kunden in diese Prozesse zu integrieren. Das müsse sich ändern, um als Autobauer bei der Mobilität der Zukunft mitspielen zu können. So gehe es in Zukunft darum, ein Gleichgewicht zwischen OEM, Handel, und Kunde herzustellen.

Den Abschluss bildete das Thema Smart Cities: Hier ging es um die Fragestellungen, wie man den Verkehr intelligenter organisieren kann und welche Chancen Mobility Flatrates bieten. Darüber diskutierten unter anderem Dr. Meike Niedbal, Leiterin Smart Cities Deutsche Bahn AG und Cem Özdemir, Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur Bündnis 90/Die Grünen. Auch Johann Jungwirth, Executive Vice President Mobility Services, Volkswagen Group of America, brachte sich dazu ein. Spannend war auch zu sehen, welche Städte Vorreiter einer Smart Mobility sein könnten und welche Zukunftskonzepte sich dafür anböten. Derzeit bestehe zwischen städtischem und ländlichen Raum eine Schieflage, erläutert Özdemir: Einerseits entstehe mit der zunehmenden Urbanisierung ein immer stärkerer Platzmangel in den Städten, andererseits würden ländliche Räume abgehängt. Hier müsse eine bessere Anbindung beider Gebiete erfolgen, was neue Mobilitätsformen ermöglichen könnten. Johann Jungwirth spinnt die Idee weiter: Neue Formen von Fahrzeugen könnten nicht nur zur Personenbeförderung im ländlichen Raum benutzt werden, sondern auch als mobile Popup-Stores oder als Lieferservices für den E-Commerce zur Wiederbelebung ruraler Gebiete beitragen.

„Wir müssen die Mobilität auch mal abseits des Autos denken“ 

Cem Özdemir (Bündnis90/Die Grünen)

Dazu brauche es in Städten Konzepten der Verkehrssteuerung, erklärt Özdemir: Unter anderem umfasse dies fest definierte Räume für Fahrräder, aber auch für neue Verkehrsträger der Mikromobilität – etwa den elektrischen Kickrollern oder Pedelecs. Eine solche Mobilitätsrevolution gehe dabei damit einher, dass das Auto Platz aufgeben müsse.

Was bedeutet das?

Der erste Mobility Circle in Hamburg kann als gelungene Veranstaltung gewertet werden, der die brennenden Themen der Zeit von diversen Blickwinkeln aus hochkarätig beleuchtet.

 

 

 

 

 

 

 

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