Mobility-Challenge: Start-up Liquid Grid gewinnt mit multimodaler App

Wer nachhaltig mobil ist, der sammelt Punkte: Mit dieser Kernidee einer multimodalen App holte ein mittlerweile erfolgreiches Start-up den Sieg bei der Smart Mobility Challenge, die von Ford unterstützt wird.

Smart gewinnt: Wer sich umweltfreundlich fortbewegt, sammelt Punkte, die man dann beim Einkauf bei angeschlossenen Händlern einsetzen kann. | Foto: Ford
Smart gewinnt: Wer sich umweltfreundlich fortbewegt, sammelt Punkte, die man dann beim Einkauf bei angeschlossenen Händlern einsetzen kann. | Foto: Ford
Johannes Reichel

Eine innovative App, die die flexible Nutzung von ÖPNV und anderen Mobilitätsangeboten vereinfacht und belohnt, hat  den Sieg bei der zum zweiten mal mit Unterstützung von Ford durchgeführten Smart Mobility Challenge an der Technischen Hochschule (TH) Köln geholt. Bei einer digitalen Veranstaltung wurden die Ergebnisse der erfolgreichen Start-Up Gründung "Liquid Grid" vorgestellt. Das innovative Bonus- und Vernetzungskonzept habe nicht nur die Vertreter der TH Köln, sondern auch Vertreter der Initiative SmartCity Cologne der Stadt Köln überzeugt. Die Lösung umfasst neben einer architektonischen Lösung für den Neumarkt, einem der verkehrsreichsten Innenstandbereiche in Köln, die Entwicklung einer kommunal übergreifenden App, um die innerstädtische Mobilität zu optimieren, indem die Nutzung nachhaltiger Mobilitätsformen belohnt wird.

Punkte sammeln mit der Mobilität

So ermöglicht es "Liquid Grid", durch Nutzung von beispielsweise ÖPNV, eScooter oder Bikesharing Punkte zu sammeln, die wiederum für Mobilitätslösungen oder im Einzelhandel eingesetzt werden können. Das bedeutet, dass Nutzer nicht unterschiedliche Apps auf ihrem Smartphone haben müssen, da ihr gesamter Mobilitäts-Bedarf über "Liquid Grid" abgewickelt werden kann. Einnahmen werden dadurch erzielt, dass Dienstleister und Einzelhändler eine kleine Gebühr zahlen, wenn sie ihre Angebote im "Belohnungsportal" bei "Liquid Grid" platzieren, während die Unternehmen davon profitieren, neue Kunden zu gewinnen und ihre Dienste einem breiten Publikum bekannt zu machen. Hinzu kommt die Siegprämie von 12.500 Euro, die die Ford Stiftung an das Studententeam ausgeschüttet hat, das damit vor allem die Entwicklung der App bis zur Marktreife vorangetrieben hat.

Threeler: E-Kleinstwagen für Sharing und Speicher

Der zweite Gewinner wird immerhin noch mit 5.000 Euro für eine alternative Car-Sharing-Idee bedacht. Unter der Bezeichnung "Threeler" werden elektrische, dreirädrige Kleinwagen in multifunktionalen "Threelertowern" geparkt, geladen und gleichzeitig als Energiespeicher genutzt. Die Idee "Connected Cologne" hat das Ziel, klimafreundliche Fortbewegungsmittel besser miteinander zu verknüpfen. Auch dieses Studentenprojekt erhält 5.000 Euro. Eine paritätisch aus Vertretern der TH Köln-Lehrstühle "Automotive Engineering" und "Corporate Architecture" und Ford zusammengesetzte Jury musste sich unter den sechs Einreichungen für drei Gewinnerteams entscheiden. Alle Teilnehmer stammen aus den Masterstudiengängen der TH Köln. Insgesamt flossen so 22.500 Euro aus dem Topf der Ford Stiftung an die Gewinner der Smart Mobility Challenge 2019/2020.

Die Smart Mobility Challenge ist ein europäischer Studentenwettbewerb, der ebenfalls an englischen und spanischen Universitäten ausgeschrieben wird. In Deutschland beteiligen sich die Technische Hochschule in Köln und die RWTH Aachen. Seit Beginn der Challenge hat die Ford Stiftung insgesamt bereits über 150.000 Euro an Preisgeldern für studentische Gewinnerprojekte ausgeschüttet. Aus einem nicht geringen Teil der Gewinnerprojekte sind mittlerweise Start-ups hervorgegangen, die ihre Idee weiterverfolgen, teilte der Automobilhersteller mit.

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