Mobilitätsforscher Knie: Pooling-Branche wird Krise nicht überstehen

WZB-Forscher Andreas Knie mahnt Unterstützung für die Carsharing- und Poolingbranche an, die sich sonst von den Folgen der Krise nicht mehr erholen werde. Er fordert ein Ende des kostenlosen Parkraums.

Trauriger Rückzug: Durch die Pandemie bedingt, stellte CleverShuttle im Juni den Betrieb in Berlin, Dresden und München ein. Mobilitätsforscher Knie befürchtet ein komplettes Ende der Dienste. | Foto: CleverShuttle
Trauriger Rückzug: Durch die Pandemie bedingt, stellte CleverShuttle im Juni den Betrieb in Berlin, Dresden und München ein. Mobilitätsforscher Knie befürchtet ein komplettes Ende der Dienste. | Foto: CleverShuttle
Johannes Reichel

Der Mobilitätsforscher Prof. Dr. Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) hat eine dringende Unterstützung für die Pooling- und Carsharing-Branche angemahnt. Diese werde sich nicht mehr von der Corona-Krise erholen, wenn nichts geschehe, warnte der Wissenschaftler in einem Interview mit der Online-Plattform Klimareporter°. Ende dieses Jahres würden Berlkönig, Clevershuttle, Moia oder auch Share Now völlig verschwunden sein, prognostiziert Knie. Aus seiner Sicht sei der öffentliche Raum klar definiert.

"Das private Auto kann überall umsonst parken und die Straßen damit blockieren. Sharing- und Poolingkonzepte sind gewerbliche Angelegenheiten und müssen dafür teuer bezahlen. Es muss aber genau umgekehrt sein", so Knies Plädoyer.

Er forderte eine völlig neue Straßenverkehrsordnung mit einer klaren Botschaft: "Private Autos können nicht länger auf öffentlichen Straßen geparkt werden. Das wäre ein riesiger Schub für neue Dienste", glaubt der Wissenschaftler, der auch im Beirat des Bundesverbands eMobilität e.V. (BEM) sitzt.

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