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Mobilität und Produkte nachhaltig gestalten: Baden-Württemberg startet Forschungsprojekte

Der Innovationscampus Mobilität der Zukunft (ICM) hat am 13. Januar 2020 mit einer Auftaktveranstaltung seine Arbeit zur Forschung an emissionsärmeren und klimafreundlicheren Produkten im Mobilitätssektor gestartet.

Die richtige Produktionstechnik soll die Entwicklung nachhaltiger Mobilitaet unterstützen. | Foto: Markus Breig, KIT
Die richtige Produktionstechnik soll die Entwicklung nachhaltiger Mobilitaet unterstützen. | Foto: Markus Breig, KIT
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Redaktion (allg.)
von Claudia Leistritz

Den Verkehr sicher und nachhaltig zu planen seien wichtige Zukunftsfragen für die Gesellschaft, deswegen sei es Ziel des ICM, innovative Ideen zur Mobilität und Produktion zu entwickeln. Der gesamte Nah- und Fernverkehr, zu Lande wie zu Wasser werde dabei in den Blick genommen, so berichtet das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Beteiligt an dem vom Land Baden-Württemberg mit rund zehn Millionen Euro geförderten und im Beisein der Wissenschaftsministerin des Landes Theresia Bauer eröffneten Projekt sind das Institut selbst und die Universität Stuttgart. Die Projekte beginnen mit den zwei Schwerpunkten Emissionsfreie Antriebe sowie die Additive Fertigung, bei der nicht nur Leichtbaukomponenten, sondern auch komplexere Bauteile per 3-D-Drucker hergestellt werden sollen.

KIT und Universität Stuttgart vereinen dazu nach eigenen Aussagen Ihr Know-how, um interdisziplinär Wertschöpfungsnetzwerke für die Zukunft zu entwickeln. Nur mit Hilfe der Wissenschaft könne man über die gegenwärtigen Technologien hinausdenken und neue Entwicklungen für klimafreundliche Mobilität vorantreiben, so Theresia Bauer.

Die hervorragende Forschung ermögliche neue Perspektiven der Wertschöpfung für die Automobilindustrie. Um die Herausforderung der Mobilität der Zukunft zu meistern, könne man gemeinsam an neuen Produktionssystemen für den derzeitigen Erwartungen entsprechende Lösungen in der Produktions- und Fahrzeugtechnik arbeiten. Es gelte, den hohen Ansprüchen unter anderem an Komfort, Verfügbarkeit, Schnelligkeit, Nachhaltigkeit und Kostenersparnis gerecht zu werden, so der Präsident des KIT, Holger Hanselka.

Der Innovationscampus repräsentiere die Stuttgarter Vision von inttelligenten Systemen für eine zukunftsfähige Gesellschaft, betont der Rektor der Universität Stuttgart, Wolfram Ressel. Gemeinsam mit dem KIT arbeite man in der Spitzenforschung an intelligenten Mobilitätslösungen, unter anderem mit einer flexibel arbeitenden Technologie, mit der getrennt ablaufende serielle Fertigungsprozesse in einer einzigen übergreifenden Anlagentechnik integriert sind. Dadurch kann man unter Vermeidung der üblichen umständlichen Logistikketten durch Eingabe lediglich der digitalen Daten kurzfristig in geringen Stückzahlen Produkte herstellen.

Laut Professor Thomas Hirth, Vizepräsident des KIT für Innovation und Internationales, wolle man so mit dem ICM den Wandel von der traditionellen Automobil- und Zuliefererindustrie zu nachhaltigen Mobilitätsdienstleistungen führend begleiten. Neue Produktionstechniken könnten auch dazu beitragen, Antriebe und Fahrzeuge unter anderem durch Einsparung an Gewicht und Material oder auch durch Zusammenführung der Funktionalitäten mehrerer Bauteile emissionsärmer zu machen.

Dazu sind im ICM Konzepte für kleinere Fahrzeuge vorgesehen, um passgenaue Anforderungen der First & Last Mile-Mobilität zu ermöglichen. Prüfen und optimieren will man die Entwicklungen an verschiedenen Prototypen, zum Beispiel an Pendler-Mobilen für die Kurzstrecke. Durch die Nutzung der Digitalisierung verspricht man sich mehr Effizienz bei Ressourcen wie bei Verkehrsraum. Zukünftige Schwerpunkte sollen dann gemeinsam in einem Think Tank entwickelt werden.

Die Projektauswahl werde dabei in einem wettbewerblichen und transparenten Verfahren vorgenommen, das auch den Test ganz neuer Denkmodelle auf schnelle Weise ermögliche und durch ein Konzept des Lernens aus Fehlern ganz bewusst das Beschreiten auch möglicherweise falscher Wege einschließe, so KIT.

Mit dem Projekt verbunden seien unter anderem außerdem die Erforschung neuer Zukunftsfelder, die Nachwuchsförderung und die Vernetzung der verschiedenen Forschungsstandorte in Baden-Württemberg. Fachleute unter anderem aus den Gebieten Fahrzeugtechnik, Produktentwicklung, Chemie, Werkstoffe, Elektrotechnik oder Werkzeugmaschinen sind an dem Forschungsprojekt beteiligt mit der Möglichkeit, auch weitere Hochschulen, Forschungsinstitute oder auch kleinere und mittlere Unternehmen des Landes einzubinden. Weiters gibt es begleitende Professuren im Bereich Laseranlagentechnik an der Universität Stuttgart sowie Digitalisierung der Material- und Prozessentwicklung für Additive Fertigung am KIT.

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