Mobileye: Zulassung für autonome Fahrtests nach TÜV-Gutachten

Nach der Begutachtung durch den TÜV SÜD starten jetzt in München und Umgebung die ersten Versuche mit autonom fahrenden Autos im realen Straßenverkehr - allerdings mit Sicherheitsfahrer.

Kann losgehen: Mobileye testet ab sofort das autonome Fahren im realen Straßenverkehr in München - allerdings mit Sicherheitsfahrer. | Foto: Mobileye
Kann losgehen: Mobileye testet ab sofort das autonome Fahren im realen Straßenverkehr in München - allerdings mit Sicherheitsfahrer. | Foto: Mobileye
Johannes Reichel

Die Intel-Tochter Mobileye hat vom TÜV SÜD ein Gutachten zur Zulassung von automatisierten Versuchsfahrzeugen erhalten. Die Prüforganisation habe durch die Begutachtung unter anderem des funktionalen Sicherheitskonzepts der Testfahrzeuge ermöglicht, dass der Anbieter die notwendige behördliche Genehmigung erhalten konnte, so die Mitteilung. Damit habe man nun die Erlaubnis, automatisierte Fahrzeuge auf deutschen Straßen, einschließlich städtischer und ländlicher Gebiete sowie auf Autobahnen mit normaler Straßengeschwindigkeit bis zu 130 km/h, zu testen. Die ersten Testfahrten im realen Straßenverkehr starten ab sofort in München und Umgebung.

"Die Genehmigung bietet uns die Möglichkeit, künftigen Fahrgästen, globalen Automobilherstellern und internationalen Transportbehörden noch mehr Vertrauen in das autonome Fahren zu vermitteln", erklärte Johann Jungwirth, Vice President, Mobility-as-a-Service (MaaS) bei Mobileye.

Das israelische Unternehmen sei damit eines der ersten nicht als Automobilhersteller tätigen Unternehmen, das eine Zulassung für den Test von automatisierten Fahrzeugen im öffentlichen Straßenverkehr in Deutschland erhalten habe. Bisher fand laut Anbieter die Mehrzahl der Testfahrten in Deutschland in geschlossenen und simulierten Straßenumgebungen statt. Als Grundlage für die unabhängige Fahrzeugbewertung durch TÜV SÜD in Deutschland habe das bestehende Programm in Israel gedinet, wo das Unternehmen bereits seit einigen Jahren automatisierte Fahrzeuge testet. 

Mit der Möglichkeit, automatisierte Fahrzeuge mit einem Sicherheitsfahrer auf deutschen Straßen zu testen, komme man der Zukunft der Mobilität mit selbstfahrenden Fahrzeugen einen weiteren Schritt näher, glaubt der Anbieter. Vor kurzem hatte man auf diesem Weg den Mobilitätsanbieter Moovit übernommen. Zudem verweist man auf die jüngsten Vereinbarungen zur Erprobung und Markteinführung von selbstfahrenden Fahrzeugen in Frankreich, Japan, Korea und Israel selbst. 

Integrierte Plattform für Mobility-as-a-Service

Ziel sind primär aber nicht private Anwender. Während die Erprobung selbstfahrender Fahrzeuge in Deutschland beginnt, werden Mobileye und Moovit vollständige On-Demand-Mobilitätsdienste erproben. Diese basierten auf Moovits Mobilitätsplattform und App und werden durch autonome Fahrzeuge mit Mobileye Technologie ermöglicht. Mit den Partnern wolle man diese sogenannte Mobility-as-a-Service-Strategie vorantreiben, von der man Lösungen zur Entlastung im Straßenverkehr erhofft. Auf der Plattform sollen alle Transportmittel, von ÖPNV über Car- und Bikesharing-Diensten bis zu selbstfahrenden Fahrzeugen gebündelt werden. Der Anbieter glaubt, so ließen sich Verkehrswege entlasten, Emissionen reduzieren und zudem ein gleichberechtigter Zugang zu Mobilität schaffen. 

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