Werbung
Werbung

mobile.de-Umfrage: Vorurteile bestimmen nach wie vor das Denken der Deutschen über E-Autos

Daraus resultiert eine geringe Begeisterung für die saubere Technik.

Unkenntnis vieler Deutschen über E-Autos prägte auch die aktuelle mobile.de-Umfrage. (Foto: Pixabay)
Unkenntnis vieler Deutschen über E-Autos prägte auch die aktuelle mobile.de-Umfrage. (Foto: Pixabay)
Werbung
Werbung
Claus Bünnagel

Was E-Autos noch fehlt, um mehr Deutsche vom Kauf zu überzeugen, hat YouGov Deutschland im Auftrag des Online-Fahrzeugmarkts mobile.de im Rahmen einer repräsentativen Umfrage (2.051 Teilnehmer) herausgefunden. Nach wie vor haben die Bürger Vorbehalte gegenüber der E-Mobilität: Hohe Anschaffungskosten (53 %), geringe Reichweiten (45,6 %) und unzureichende Ladeinfrastruktur (37,5 %) sorgen für Zurückhaltung bei der Anschaffung eines elektrischen Neu- oder Gebrauchtwagens. Aber auch die Dauer, bis die Batterie wieder vollständig geladen ist (31,9 %) sowie die Fahrzeugsicherheit 18,7 % halten viele vom Umstieg auf das Elektrofahren ab – beispielsweise aufgrund eines vermeintlich erhöhten Brandrisikos. In Wirklichkeit brennen E-Autos im Vergleich zu Verbrennern bei gleicher Kilometerleistung um einen Faktor 10 bis 12 seltener, wie zahlreiche Studien belegt haben und wie z.B. Tesla transparent nachweist.

Das perfekte E-Auto gibt es nicht – oder doch?

Gäbe es ein Auto mit den perfekten Rahmenbedingungen, wären immerhin 40,5 % der Befragten gewillt, eine Anschaffung in Erwägung zu ziehen. Doch bei den Kriterien herrscht Uneinigkeit.

Den größten Konsens gibt es beim Faktor „Kosten“: Jeder dritte Deutsche (30,1 %) wünscht sich Preisfairness zwischen den Antrieben – also Preise, die für vergleichbare Elektro- und Verbrennermodelle identisch sind. 18,8 % erwarten, für das E-Auto mindestens 20 % weniger zahlen zu müssen als für einen vergleichbaren Verbrenner. Nur 5,1 % würden Preise bis 20 % über denen eines Benziners oder Diesels akzeptieren. Nicht bedacht wird allerdings von vielen, die Stromern in diesem Punkt ablehnend gegenüberstehen, dass viele E-Autos heute bereits paritätisch oder sogar günstiger unterwegs sind als Benziner und Diesel – wenn man eben die wichtigen Total Costs of Ownership (TCO) betrachtet, die neben den Anschaffungs- auch Energie-, Wartungs- oder steuerliche Kosten einschließen.

Zu hohe Hürden im Kopf

Gefragt nach den Anforderungen an Reichweite und Ladedauer haben die Deutschen keine klare Tendenz: Für 20,2 % braucht es Reichweiten von mindestens 1.000 km. Nur jeder Zehnte (10,8 %) würde sich mit den aktuell durchschnittlichen Reichweiten von circa 500 km begnügen. 19,1 % enthalten sich.

Die größte Meinungsvielfalt herrscht beim Thema Ladedauer: 19,3 % wollen maximal zehn Minuten laden, 19,2 % maximal 20 Minuten und 18,8 % maximal 30 Minuten. 17,9 % wollen genauso schnell laden, wie sie tanken.

Frappierend sind in dieser Frage die Meinung der E-Auto-Fahrer selber, wie frühere Umfragen ergeben haben. Für sie spielen maximale Reichweiten und Ladedauer eine deutlich geringere Rolle, sie sind viel entspannter in solchen Fragen. Die Hürden scheinen daher weniger in der Technik als in den Köpfen der Verbrennerfahrer zu bestehen.

Prämien hätten zum Umdenken führen können

Der Anteil an Stromern am Gesamtmarkt ist in den vergangenen Jahren zwar gestiegen und der „Umweltbonus“ hätte für Kaufinteressierte hilfreich beim Umstieg auf E-Mobilität sein können. Doch damit ist seit dem 17. Dezember 2023 Schluss. Zwar war zuletzt weit über die Hälfte der Deutschen (57,3 %) nicht bereit, sich ein E-Auto zu kaufen. Doch immerhin jeder Fünfte der Skeptiker (22,3 %) wäre bereit gewesen, seine Meinung zu ändern, wenn die E-Auto-Preise durch Prämien auf das Niveau der Verbrennerpreise gesenkt worden wären.

Werbung
Werbung