Mini: Cooper SE auch für Menschen mit Beeinträchtigung

Mini kann den vollelektrischen Cooper SE mit Vorrichtungen für beeinträchtigte Menschen versehen. Ein Problem bleibt allerdings teils die Ladeinfrastruktur, wie eine Tour durch München ergab. 

Mini schnürt für den elektrischen Cooper SE auch ein Paket für Rollifahrer. | Foto: Mini
Mini schnürt für den elektrischen Cooper SE auch ein Paket für Rollifahrer. | Foto: Mini
Gregor Soller

Nachdem sie probeweise ein Mini Cooper SE Cabrio gebaut haben (was mit der nächsten Generation in Serie kommen könnte), widmen sich die Mini-Macher jetzt auch den Menschen mit Beeinträchtigung. Denn „Autofahren ist Selbstbestimmung und somit auch eine Form von Freiheit“ proklamiert Mini für den Umbau des Cooper SE beispielsweise für Rollstuhlfahrer mit Fahr- und Bedienhilfen. Stefanie Wurst, Leiterin von Mini, erklärt dazu:

 „Für mich bedeutet Diversität, alle Menschen am markentypischen Fahrerlebnis von MINI teilhaben zu lassen. Dies gilt natürlich auch für den elektrifizierten MINI. Unser Ziel bei MINI ist es, allen Menschen gleichberechtigt den Zugang zu derart wichtigen Innovationen zu ermöglichen“.

Gesagt, getan – mit Profis an Bord: Denn die Fahrsicherheits-Instruktorin Tina Schmidt-Kiendl, die selbst auf einen Rollstuhl angewiesen ist, konnte für die Ausstattung des Mini Cooper SE mit Bedienhilfen besonders wertvollen Input geben. Auf dieser Basis wurde das Fahrzeug mit einem Gasring auf dem Lenkrad und einem Handbremsknauf neben dem Lenkrad ausgestattet und anschließend in der Praxis getestet. Tina Schmidt-Kiendl bestätigte nach ihrer Testfahrt:

„Der Mini Cooper SE hat bereits grundsätzlich ein sehr zugängliches Design. Durch die zweifache Rekuperation kann ich das vollelektrische Fahrzeug auch von Hand kontrolliert und unverzögert Beschleunigen und Abbremsen“.

Nachholbedarf bei der Stadtplanung! Oft sind die Ladesäulen für Menschen im Rollstuhl schwer zugänglich

Interessant: Auf der gemeinsamen Probefahrt nach München stellten Tina Schmidt- Kiendl und Stefanie Wurst jedoch noch Nachholbedarf bei der Stadtplanung fest. Denn aktuell sind Ladesäulen häufig schwer zugänglich auf dem Gehweg installiert und durch Bordkanten oder eine zu hohe Anbringung von Display und Ladebuchse für Menschen im Rollstuhl kaum erreichbar. Hier sind andere europäische Städte mit ihrem Fokus auf Elektromobilität Vorreiter. Dort müssen E-Ladesäulen für alle erreichbar sein und sind dementsprechend ebenerdig und barrierefrei direkt auf dem Parkplatzstreifen installiert. Wurst ergänzt:

 

„Um zu einer wirklich inklusiven Gesellschaft zu werden, müssen wir einander zuhören. Gerade bei technischen Innovationen sollten wir die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigen“.

Menschen mit Behinderung können durch den Einbau von Fahr- und Bedienhilfen maßgeschneiderte Lösungen für individuelle Umrüstungsmöglichkeiten ihres MINI Fahrzeugs auswählen und so problemlos persönliche Mobilität genießen. Im Mini Cooper SE kann hier zum Beispiel der Einbau eines Gasrings, die Montage der Ringgasanlage sowie des Handbediengeräts für die Bremse und einer abnehmbaren Pedalabdeckung erfolgen. Der geschlossene Gasring für elektrisch angetriebene Fahrzeuge sitzt im Innenkreis des Lenkrads und ermöglicht so eine komfortable Handbedienung der Gasfunktion per Handdruck.

Die Form der Anbringung erleichtert eine sichere Bedienung, mit beiden Händen stets am Lenkrad, um maximale Kontrolle über das Fahrzeug sicherzustellen.Bei MINI ist der Gasring mittels eines Schalters deaktivierbar und durch die kabellose Funktionsweise bei Bedarf abnehmbar. Praktisch: Durch die Einstellung „reduzierte Gas-Kennlinie“ wird das Einparken und das sanfte Anfahren während eines Staus deutlich vereinfacht.

Beim Bremsen ist mit dem handlichen Bremshebel nur ein minimaler Kraftaufwand für die Reduzierung der Geschwindigkeit notwendig. Durch die Montage rechts unterhalb des Lenkrads ist der Bremshebel jederzeit gut erreichbar und verläuft ohne störendes Gestänge innerhalb der Fahrzeugarmatur zur Bremse. Eine Pedalabdeckung für Gas- und Bremspedal der Originalpedalerie schützt den Fahrer vor einer versehentlichen Betätigung und erhöht die Sicherheit. Für eine vielseitige Nutzung kann die Abdeckung aber auch jederzeit leicht demontiert werden.

Vollumfassendes Paket - Auch Fahrtrainings werden angeboten

Für den souveränen, sicheren und sportlichen Umgang mit dem umgebauten Fahrzeug können (auch potenzielle) Kunden und Kundinnen ein spezielles Fahrsicherheitstraining auf dem Gelände der BMW und Mini Driving Experience in Maisach bei München absolvieren: Hier werden auf unterschiedlichen Fahrbahnbelägen Brems- und Ausweichmanöver sowie Spurwechsel mit und ohne Verzögerung trainiert. Neben maximaler Sicherheit und Souveränität am Steuer gewinnen die Teilnehmer bei hochdynamischen Fahrübungen zusätzlich gesteigerte Fahrfreude in sportlich durchfahrenen Kurven. Alle Informationen rund um das Safety Training für Menschen mit

Behinderungen finden Sie unter:

https://www.bmw-m.com/de/fastlane/driving-experience/trainings/academy-experience.html

Was bedeutet das?

Elektromobilität für Menschen mit Beeinträchtigungen oder Rollstuhlfahrerinnen oder Rollstuhlfahrer – das ist noch eine Nische in der Nische, die Mini jetzt offensiv aufbricht - ein toller Ansatz.

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