Miles teilt Tesla Model 3: Musk have!

Carsharer flottet kalifornische Stromer ein, das Model 3 in der Basis soll die elektrische Langstreckeneignung des Anbieters deutlich erhöhen, mit bis zu 490 Kilometer Radius. Supercharger fehlen noch.

Um coole Sprüche nicht verlegen: Der Carsharer Miles nimmt Tesla in den E-Fuhrpark auf und will anspruchsvolleren und langstreckenaffinen E-Sharern ein Angebot machen - das allerdings nicht ganz billig ist. | Foto: Miles
Um coole Sprüche nicht verlegen: Der Carsharer Miles nimmt Tesla in den E-Fuhrpark auf und will anspruchsvolleren und langstreckenaffinen E-Sharern ein Angebot machen - das allerdings nicht ganz billig ist. | Foto: Miles
Johannes Reichel

Der unabhängige Carsharing-Anbieter Miles hat jetzt auch die kalifornische Marke Tesla in sein Fahrzeugportfolio aufgenommen. Allerdings setzt der Vermieter auf das kostensparende Model 3 in der Basisversion, das mit offiziell 491 Kilometern Reichweite die Langstreckentauglichkeit der Teil-Mobile deutlich erhöhen soll. Den Verbrauch gibt man gemäß Hersteller mit nur 14 kWh/100 km an. Bisher ist der kompakte, 4,26 Meter lange VW ID.3 der einzige E-Pkw im Sortiment, der mit 58-kWh-Akku maximal 340 Kilometer realer Reichweite bietet, offiziell 420 km. Darüber hinaus bietet das 4,69 Meter lange Model 3 mit Hinterradantrieb mehr Platz im Innenraum und Kofferraum (649 l), zugänglich allerdings nicht über eine praktische Heckklappe wie beim VW, sondern Kofferraumdeckel.

“Eine konstante Elektrifizierung der Flotte steht für Miles außer Frage. Dabei streben wir an, schneller zu sein als die bundesweite Umstellung auf Elektromotoren. Für uns ist es selbstverständlich, Tesla, als Vorreiter der globalen Elektrifizierung von Fahrzeugen, in den Fuhrpark zu integrieren", begründet Oliver Mackprang, CEO MILES, begründet den Schritt.

Aktuell liege die Quote von reinen Elektrofahrzeugen laut Kraftfahrt-Bundesamt in Deutschland bei 1,1 Prozent, der Carsharer kommt auf acht Prozent rein elektrischer Fahrzeuge. In der Hansestadt Hamburg, die den Einsatz von Elektromobilität fördert, seien es sogar schon rund 25 Prozent. Neben Pkw will man mittlerweile auch E-Transporter im Portfolio haben.

Tesla muss es einem Wert sein

Ein Schnäppchen ist Tesla-Sharing allerdings nicht. Anders als der ID.3 wird das Model 3 als Premium-Fahrzeug geführt, die Unlock-Fee beträgt zwei Euro und der Kilometer kostet 1,19 Euro statt normal 0,89 beim VW. Zudem dürfen Führerscheinneulinge den Tesla nicht fahren und sonst auch nur erfahrene Miles-Pilot*innen mit mindestens 20 Fahrten und Mindestalter ab 23 Jahren. Bei Stammkunden der Silberkategorie sind es 10, bei Platinnutzern 0 Fahrten. Geladen werden kann bisher auch nicht an den Superchargern, sondern nur an den üblichen Miles-Stationen. Eine Erweiterung sei aber geplant, heißt es.

“Es gibt ein paar Voraussetzungen für die Nutzung eines Miles-Tesla. Damit möchten wir verdeutlichen, dass wir keine Probefahrt verkaufen. Es geht darum, wie bei unseren anderen Fahrzeugen, dass ein Fahrzeug zur Verfügung steht, wenn eines benötigt wird", begründet Mackprang die Einschränkungen.

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