Microlino: Serienanlauf soll noch 2022 starten

Microlino präsentiert die Serienmodelle – und will zumindest 1500 erste Fahrzeuge der Pioneer-Serie noch bis Ende 2022 liefern.

Noch 2022 sollen die ersten 1.500 Microlinos der Pioneer-Serie ausgeliefert werden. | Foto: MIcrolino
Noch 2022 sollen die ersten 1.500 Microlinos der Pioneer-Serie ausgeliefert werden. | Foto: MIcrolino
Gregor Soller

Für die Produktion hat sich Microlino mit CECOMP zusammengeschlossen, einem italienischen Spezialbetrieb, der für die Großserienproduktion des Microlino umgerüstet wurde. Werkleiter ist

Giuseppe Livani. Er arbeitete 16 Jahre im Fiat-Werk Mirafiori, am Schluss als UTE-Chef und Betriebsleiter an den Montagelinien von Fiat Panda, Punto und Marea. 2005 wechselte er zu Pininfarina, wo er als Produktionsleiter im Werk S. Giorgio die Markteinführung der Modelle Alfa Spider und Brera begleitete und dann in Bairo die Produktion von Ford Ka Roadster und Focus Cabrio sowie Mitsubishi Colt CZC. In den letzten 10 Jahren er bei der französischen Gruppe Bollorè an der Produktion von Elektrofahrzeugen beteiligt. Ab Ende November 2021 wurde die Microlino-Produktion aufgebaut, auf der am 21. März 2022 die ersten Vorserienfahrzeug vom Band liefen. Bis Ende des Jahres will man 1500 Fahrzeuge produzieren, was angesichts der aktuellen Situation in der Lieferkette laut Livani eine sehr große Herausforderung sein wird.

 

Bis Ende des Jahres soll auch Lackierstraße und die „Functional Area“ fertig sein, in der die Fahrzeuge vor Abgabe ausgiebig getestet werden können. Dieser Bereich wird mit einem Wassertesttunnel und einer Kundenlinie ausgestattet sein, wo man die Microlinos vorbereiten und dem Endkunden zuweisen kann.

 

Geplant sind mehrere Ausstattungen: Die Urban Edition die Einstiegsversion. Sie wird leider nur in zwei Farben erhältlich sein und mit einem 6-kWh-Akkupaket ausgestattet sein, das bis zu 91 Kilometer Reichweite ermöglicht. Sie soll ab dem zweiten Quartal 2023 erhältlich sein.

Die Dolce Edition wird in fünf Farben erhältlich sein, hat serienmäßig ein Schiebedach und man kann zwischen allen drei Akkugrößen wählen. Außerdem bietet sie verchromte Details, das Infinity-LED Licht vorne und hinten und einige optionale Stylingoptionen wie die Dolce-Premium-Innenausstattung und Felgen.

Dazu kommt als dritte Variante der Competizione in drei verschiedenen matten Farben. Auch hier ist das Schiebedach Serie, dazu das Infinity-LED Licht und das mittlere oder große Batteriepaket. Auch für den Competizione stehen Zusatzoptionen zur Wahl. Sowohl der Dolce als auch der Competizione sollen im Idealfall «Ende 2022 oder Anfang 2023 erhältlich sein, abhängig von der Situation in der Lieferkette».

Start mit der vollausgestatteten Pioneer-Serie

Gestartet wird mit der Pioneer-Serie, die es in zwei verschiedenen Farben geben, die nur in dieser speziellen Edition erhältlich sind: Atlantis Blau und Torino Aluminium. Die Pioneer Series wird auf 999 Fahrzeuge limitiert sein, als Hommage an unsere erste Innovation, den Kickscooter, der 1999 auf den Markt kam. Jedes Fahrzeug hat seine eigene Nummer, die auf der Innenseite sichtbar ist.

Die Pioneer-Serie kommt mit dem 10,5-kWh-Akku für bis zu 177 Kilometer Reichweite, dazu kommt das Schiebedach, eine hochwertige Innenausstattung aus veganem Leder und Alcantara sowie tragbare Bluetooth-Lautsprecher, die sich nahtlos mit dem Smartphone verbinden lassen.

Mit der Pioneer-Serie führt Microlino auch die optionale Pioneer-Mitgliedschaft ein: Die beinhaltet eine vorrangige Lieferung, die Möglichkeit, an der halbjährlichen Werksbesichtigung teilzunehmen und sogar selber in der Produktion Hand anlegen, sofern gewünscht. Dazu kommen Pioneer Events, die Microlino organisiert, kostenlose Flying Doctor Checkups, Spezialkonditionen auf Service Deals, ein kostenloser Micro E-Scooter und immer eine bevorzugte Lieferung für jeden zukünftigen Microlino oder andere Produkte der Marke. Auch über Eintauschkonditionen für Gebrauchtfahrzeuge hat sich die Familie Ouboter in dem Zuge schon Gedanken gemacht. Die Pioneer-Mitgliedschaft kostet nur 2022 einmalig 1999 Euro, um lebenslang dabei zu sein. Später kostet der Pioneer-Club 1000 Euro pro Jahr!

Auch Microlino kämpft um Teileverfügbarkeiten

Etwas schmallippig wird es bei den konkreten Lieferterminen: «Das ist vor allem wegen der Lieferkettenprobleme, mit denen die Automobilbranche derzeit zu kämpfen hat, etwas schwieriger geworden. Für gewisse Komponenten gibt es keine verlässliche Liefertermine oder Preise mehr.» Dazu kommt die lange Warteliste von mehr als 30.000 Reservierungsinhabern. Der Konfigurator soll bis Anfang Juni freigeschaltet werden.

Kunden aus der Schweiz werden die ersten sein, die eine Anzahlung leisten können, um sich ihren Platz auf der Warteliste zu sichern. Wer aus der Schweiz kommt und sich für eine Pioneer Serie entscheidet, wird mit Sicherheit zu den ersten Kunden gehören, vor allem wenn man sich auch für die Pioneer Mitgliedschaft entscheidet. Kunden aus anderen Ländern werden «wahrscheinlich bis 2023» warten müssen.

Was bedeutet das?

Auch Microlino trifft der Teilemangel (Chips, Verkabelung) in manchen Bereichen hart – ärgerlicherweise schon vor dem Serienhochlauf. Trotzdem soll die Produktion trotz der extremen Schwierigkeiten hochgefahren werden – was auch nötig ist, bevor den ersten Kunden endgültig die Geduld ausgeht. Zumal die Basis ohnehin noch länger auf sich warten lässt und erst Mitte 2023 verfügbar sein wird. Man darf gespannt sein, ob sich das mit den 12.000 Euro noch ausgehen wird...

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