Michelin: Aufblasbares Segelsystem in der Praxiserprobung

Gemeinsam mit der französischen Reederei Compagnie Maritime Nantaise erprobt Michelin das aufblasbare Flügelsegel Wisamo. Ab Ende 2022 kommt es auf einem Frachtschiff zwischen Großbritannien und Spanien zum Einsatz.

Die Erprobung eines Flügel-Prototyps unter realen Bedingungen soll Ende des Jahres auf dem Containerschiff MN Pélican erfolgen. | Foto: Michelin
Die Erprobung eines Flügel-Prototyps unter realen Bedingungen soll Ende des Jahres auf dem Containerschiff MN Pélican erfolgen. | Foto: Michelin
Redaktion (allg.)
von Anna Barbara Brüggmann

Einen Beitrag zu einer grüneren Schifffahrt möchte Michelin eigenen Angaben zufolge mit dem Flügelsegel Wisamo (Wing Sail Mobility) leisten, das auf dem Movin’On-Summit 2021 präsentiert wurde. Nun wurde ein Partnerschaftsvertrag mit der Compagnie Maritime Nantaise unterzeichnet, um das System auf einem Handelsschiff der französischen Reederei zu testen.

Zu diesem Zweck wird ein Flügel-Prototyp mit einer Fläche von 100 Quadratmetern auf dem Containerschiff MN Pélican angebracht. Die Tests sollen unter realen Bedingungen auf einer Route zwischen Großbritannien und Spanien erfolgen. Bei einem positiven Verlauf der Segelversuche sind weitere Tests mit größeren Flügelsegeln geplant – mit dem perspektivischen Ziel, das Segelsystem schließlich für die kommerzielle Schifffahrt nutzen zu können. Die seit 2016 von Brittany Ferries gecharterte MN Pélican verkehrt zweimal wöchentlich zwischen Poole (Großbritannien) und Bilbao (Spanien). Das RoRo-Containerschiff soll im zweiten Halbjahr 2022 mit dem Wisamo-Segelsystem ausgestattet werden.

Parallel dazu testet Michelin einen weiteren Prototypen mit einer Segelfläche von ebenfalls 100 Quadratmetern auf dem Segelboot des Skippers Michel Desjoyeaux. Zwischen Juni und Dezember 2021 kam das Segel bereits auf dem Neuenburgersee in der Schweiz zum Einsatz. Von Februar 2022 an soll es für das Boot von Desjoyeaux den winterlichen Segelbedingungen auf dem Golf von Biskaya, standhalten.

Michelin zufolge möchte man gemäß der "All Sustainable“-Unternehmensstrategie die Dekarborbonisierung des Seeschifffahrtsverkehres weiter vorantreiben. Das aufblasbare Segel entstand in enger Zusammenarbeit zwischen der F&E-Abteilung von Michelin und zwei Schweizer Entwicklern. Es lässt sich laut Aussage der Entwickler automatisch aus und wieder einfahren und soll sich nicht nur für den Einsatz auf Handelsschiffen, wie beispielsweise RoRo-Schiffen, Massengutfrachtern, Gastankern und anderen Tankschiffen, sondern auch auf Sportbooten eignen.

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Genutzt wird der Wind als Antrieb, dies soll Kraftstoffverbrauch sowie CO2-Emissionen senken. Michelin spricht von der Verbesserung der Treibstoffeffizienz eines Schiffes um bis zu 20 Prozent. Die Installation des Flügelsegelsystems kann bereits während der Konstruktionsphase als Teil der Erstausrüstung oder auch nachträglich erfolgen. Wisamo soll sich auf allen Seerouten und auch bei Gegenwind einsetzen lassen. Mittels einziehbarem Teleskopmast ist das Passieren von Brücken sowie auch die Einfahrt in Häfen möglich.

Was bedeutet das?

Auch Michelin entwickelt sich stark weiter - in ganz neue Themen, die in diesem Fall auch ganz neue Bereiche betreffen - denn Schifffahrt ist vom Thema reifen, der ja immer landgebunden ist, maximal weit entfernt - wenngleich ein flexibles Segel inhaltlich dann doch nicht so weit weg ist. Auf jeden Fall ein starkes Statement aller Beteiligten

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