MG wird wieder Roadster bauen

Die im April auf der Shanghai Auto Show als Konzeptstudie vorgestellte Studie Cyberster wird in ein Serienmodell überführt werden.

MG wird den Cyberster in Serie bauen. | Foto: MG
MG wird den Cyberster in Serie bauen. | Foto: MG
Gregor Soller

Wie die Plattform „electrive net“ vermeldet, will MG den Cyberster bauen. Die Bestätigung für die Serienproduktion des Roadsters erfolgte laut „electrive net“ nicht per Mitteilung, sondern über den Weibo-Account des Mutterkonzerns SAIC. Dort heißt es Berichten zufolge, dass das Projekt genehmigt wurde und Vorbereitungen für ein künftiges Produktionsmodell bereits angelaufen seien.

Interessant: Obwohl die MG-Mutter SAIC staatlich unterstützt wird, gab es eine Crowdfunding-Plattform, auf der anscheinend das echte Interesse an einem Roadster getestet werden sollte. Diese Crowdfunding-Plattform, „MG Cyber CUBE“ genannt, soll mehr als 5.000 Registrierungen für vergleichsweise kleines Geld erhalten haben. In dem Fall ist eine monetäre „Schwelle“ immer aussagekräftiger als eine Gratis-Interessensbekundung. Für je 1.000 Yuan oder umgerechnet 128 Euro war man dabei. MG selbst hatte verkündet, dass man einen Roadster bauen würde, wenn bis zum 31.7.2021 die nötigen 5.000 Registrierungen erreicht werden – was nun schon deutlich vorher geschah.

Die Rechnung dahinter sieht ungefähr so aus: Wenn sich 5000 Personen ad hoc registrieren, könnte man auf jeden Fall ein weltweites jährliches Produktionsvolumen im fünfstelligen Bereich schaffen – genug, um ein „Nischenprodukt“ wie einen Roadster auf Kiel zu legen. Außerdem führt er die Marke wieder zu ihren Wurzeln zurück und dürfte vor allem die Exportmärkte inhaltlich beflügeln.

Der MG Cyberster soll eine Reichweite von bis zu 800 Kilometern bieten und in weniger als drei Sekunden von 0 auf 100 km/h sprinten können. Genauere Angaben zum Antrieb sowie zum Zeitpunkt und Umfang der Produktion werden bislang nicht gemacht. Der Cyberster dürfte auch als Imagelokomotive für das restliche, eher sehr bodenständige Programm dienen, das aber seinerseits ausgeweitet und aufgewertet wird. Dem E-SUV ZS EV folgt auch in Deutschland das PHEV-SUV EHS sowie der größere elektrische SUV Marvel R Electric. Im Oktober soll auch der E-Kombi MG5 Electric in Deutschland verkauft werden – in einer Version, die optisch schon an den Marvel angeglichen ist.

In China kommuniziert MG seine Pläne so: Vom Markenangebot über die Produktmatrix bis hin zur Umgestaltung von Dienstleistungen soll MG künftig nach drei Vorgaben weiterentwickelt werden: "Globalisierung, Digitalisierung und Verjüngung". Damit besinnt man sich (spät) auf den Kern der Marke MG. Dazu kommen jetzt auch neue Linien und Beteiligungen, darunter "Customized Sports Tuning", "Fashion & Trendy". Höherwertige Technik sollen die Bereiche "Intelligent Technology" und "E-Sports" bringen, „um die unverwechselbare junge Haltung der Marke MG zu demonstrieren.“

Auch in anderen Exportmärkten kommt MG ganz langsam, aber sicher voran: So konnte man im ersten Quartal 2021 mit 129 Einheiten in Österreich gegenüber 2020 um über 300 Prozent wachsen und lag dort immerhin schon vor Exoten wie Alfa Romeo, Subaru, Lexus, Smart, DS und Ssang Yong.

Was bedeutet das?

Dass ein großes Unternehmen wie SAIC eine Art Crowdfunding auflegt, um ein Auto zu bauen, verwundert etwas. Andererseits kann man mit einer (kleinen) Anzahlung davon ausgehen, dass potenzielle MG-Kunden ihr Interesse hier nicht nur heucheln. Der Marke, ihrem Image und ihrer Expansion in Europa tut die „Rückkehr“ zu ihren Ursprüngen jedenfalls gut.  

 

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