MG Cyberster: Rückkehr zum Markenkern?

Den MG-Rover-Zusammenbruch 2005 hat die Marke MG überlebt – als chinesische-SAIC-Tochter, die ebendort hauptsächlich SUV und Limousinen fertigt. Künftig könnte wieder ein Elektro-Roadster dazukommen.

Das Cyberster-Concept pflegt klassische Roadster-Proportionen. | Grafik: SAIC
Das Cyberster-Concept pflegt klassische Roadster-Proportionen. | Grafik: SAIC
Gregor Soller

SAIC hält zwar die Tradition der Marke MG hoch, verkauft aber hauptsächlich SUV, im Falle des MG ZS EV sogar ein elektrisches. In Asien und Großbritannien hat sich MG mittlerweile wieder soweit etabliert, dass die Designer zumindest wieder über einen Roadster nachdenken, den „Cyberster Concept“ nennen.

Der Cyberster könnte in Falle einer Serienfertigung dem Mittelmotor-Roadsters MG TF folgen, der in Großbritannien und dann in China MG noch bis 2011 montiert wurde und den eigentlichen Markenkern darstellte. Doch das Cyberster Concept kehrt zu alten Werten zurück, heißt: Lange Haube mit genug Platz für eine E-Maschine, kurzes Heck, knackige Roadster-Proportionen, die eher MAG und MGB zitieren als den MG TF. Vorn bleibt es bei Rundscheinwerfern, am Heck spielt man wie Mini mit LEDs im Union-Jack-Design – hier legen die Chinesen größten Wert auf „britishness“.

Allerdings könnte der Cyberster auch nur ein Konzept bleiben, denn Gerüchte über einen neuen MG-Sportwagen gibt es schon lange und war im Falle der Studie „E-Motion“ auch schon mal greifbarer. Auch zu Abmessungen, möglichem Antrieb und Marktstart gibt es keine Angaben. Lediglich, dass das Modell 5G-connected sein wird und autonom nach Level 3 fahren können soll, ließ MG durchblicken.

Aber nachdem SAIC auch bei der Schwestermarke „Roewe“, die das Rover-Erbe verwaltet, neue Stromer im Tesla-Style, nur etwas futuristischer, plant, könnte es durchaus sein, dass die Chinesen ihr britisches Erbe künftig aggressiver pflegen als bisher, zumal sich MG und Roewe auf dem chinesischen Markt etabliert haben.

Was bedeutet das?

In Europa agiert MG extrem zögerlich: SAIC beschränkt sich seit Jahren auf den britischen Markt (wo man einige MG-Rover-Händler übernehmen konnte) und den sporadischen Export des MG ZS EV-SUV in einige EU-Staaten. Nachdem man aber tendenziell weiter wachsen kann, könnte es durchaus sein, dass die Chinesen jetzt wieder eine Chance für einen MG-Roadster sehen –zumal sich aus diesem Segment immer mehr Marken zurückziehen. MG täte es gut, zumal man in Großbritannien mittlerweile auch wieder Flottenkunden mit eigenen Angeboten bedient.

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