Metz Mecatech insolvent: Edel-Scooter Moover floppt

Der Markt für private E-Tretroller ist offenbar überschauber. Jedenfalls verkaufte das Metz-Spin-off Mecatech bei weitem zu wenige der technisch ambitioniert gemachten E-Scooter.

Made in Zirndorf: Metz bewarb den hochwertig gemachten E-Tretroller als Premium-Produkt, was in diesem Segment offenbar nicht verfing. Auf der Eurobike im September 2019 war man noch zuversichtlich. | Foto: J. Reichel
Made in Zirndorf: Metz bewarb den hochwertig gemachten E-Tretroller als Premium-Produkt, was in diesem Segment offenbar nicht verfing. Auf der Eurobike im September 2019 war man noch zuversichtlich. | Foto: J. Reichel
Johannes Reichel

Der Zirndorfer Mikromobilitätsanbieter Metz Mecatech hat Insolvenz anmelden müssen, hofft allerdings noch auf eine Lösung. Die Umsatzeinbrüche seien zu groß und keine Besserung in Sicht, erklärte eine Sprecherin gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Die Firma war erst vor sechs Jahren nach der Insolvenz aus der Muttergesellschaft Metz hervorgegangen und wollte sich neben den Bereichen Blitzgeräte, Kunststofftechnik auch auf dem Feld der Mikroelektromobilität etablieren. Zentraler Baustein dabei war der Premium-E-Tretroller Metz Moover, der hochwertig gefertigt ist und langlebig sein soll und zudem leicht transportabel sowie faltbar.

Auch für Sharing und Leasing in Firmenflotten oder dem Einsatz auf Produktionsarealen wollte sich der Anbieter mit dem Mikromobil positionieren gegenüber den häufig als "Wegwerfprodukte" angesehenen Billiganbietern aus Fernost. Erst im April hatte man gemeinsam mit Intis eine induktive Ladetechnologie inklusive Ladestationen für den Moover vorgestellt, mit der der Anbieter auch auf den B2B-Bereich peilte. Auch auf der Eurobike im vergangenen September war der Hersteller präsent und zeigte zu dem robusten und vielseitigen, bis zu 20 km/h schnellen und mit einem 210 wh großen Akku bis zu 20 Kilometer weit reichenden E-Tret-Roller passende Abstellslots sowie diverse Aufrüstmöglichkeiten mit Körben und Transportboxen.

Doch diese Botschaft scheint bei vielen Kunden nicht zu verfangen bei einem Preis von 1.998 Euro für das Basismodell. Der Moover blieb jedenfalls weit hinter den Erwartungen zurück und fand im laufenden Geschäftsjahr statt der angepeilten 5.000 lediglich 600 Abnehmer. Das werfe die Planung über den Haufen, so der Insolvenzverwalter Harald Schwarz im BR. Es gebe allerdings durchaus Interessenten für die Teilsparten und auch das Mikromobilitätsgeschäft. Ob sich das Geschäft dann weiterführen lässt, müssten die nächsten Wochen zeigen. Bei Metz gibt man sich allerdings kämpferisch: "Wir glauben an unsere Produkte", unterstrich eine Sprecherin.

Trend geht bei Scootern zum Sharing

Auch ein weiterer Aspekt könnte für das leichte E-Transportmittel eine Rolle spielen: Der Trend gehe in dieser Sparte generell eher zum Sharing als zum Kauf, wie Claus Unterkircher, General Manager des Scooter-Sharing-Anbieters Voi gegenüber dem Sender erklärte. Er vermeldete starke Zahlen von 40 Prozent höherer Nutzung zum Branchendurchschnitt und deutlich über der Vorjahresperiode, trotz der Lockdown-Wochen im März. 

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