Mercedes-Fahrer Vandoorne gewinnt zweites Formel-E-Rennen in Rom

Mercedes-Pilot Stoffel Vandoorne hat das zweite Rennen der Formel E in Rom gewonnen. Am frühen Sonntagnachmittag setzte sich der Belgier gegen Alexander Sims durch. Pascal Wehrlein feierte als Dritter sein erstes Podium für Porsche.

Stoffel Vandoorne holte in Rom seinen zweiten Formel-E-Sieg. | Foto: FIA Formula E
Stoffel Vandoorne holte in Rom seinen zweiten Formel-E-Sieg. | Foto: FIA Formula E
Timo Pape

Stoffel Vandoorne hat das Sonntagsrennen beim Rom E-Prix gewonnen. Der Mercedes-Pilot setzte sich in einem erneut unterhaltsamen Formel-E-Rennen souverän gegen Alexander Sims und Pascal Wehrlein durch. Der Deutsche erbte sein erstes Podium für Porsche nach einer Disqualifizierung für Norman Nato. Vierter wurde Edoardo Mortara vor Maximilian Günther. Erneut ereigneten sich einige Unfälle auf dem spektakulären Straßenkurs von Rom.

Wie schon am Samstag startete das Feld zum Unmut vieler Fans hinter dem Safety-Car - einerseits wegen der stellenweise nassen Strecke, andererseits wohl auch, um eine frühzeitige Massenkarambolage mit anschließender Rennunterbrechung auf dem engen Kurs zu vermeiden. Nach einer Runde ging es jedoch im Renntempo los.

Pole-Sitter Nick Cassidy gab kurzzeitig das Tempo vor, leistete sich dann jedoch schon einen entscheidenden Fehler: Beim Anbremsen bergab auf dem Weg zu Kurve 3 blockierten seine Räder, sodass sich der Virgin-Fahrer drehte, in die Auslaufzone rutschte und das Rennen auf Platz 10 fortsetzte. Norman Nato übernahm die Führung in Rom.

Mehr Pech für Virgin

Während sich Pascal Wehrlein auf Platz 2 gegen Stoffel Vandoorne breit machen musste, erhielt sein Porsche-Teamkollege Andre Lotterer die nächste Hiobsbotschaft des Wochenendes: 10-Stop-and-Go-Strafe, weil das Team zu viele Teile an seinem Auto ausgetauscht hatte. In der dritten Runde holte sich Pascal Wehrlein mit einem beherzten Manöver die Führung von Nato. Auch Vandoorne schlüpfte einige Kurven später am Venturi vorbei.

Dann der Schock für Virgin: Oliver Rowland drängte Cassidy im Kampf um Platz 7 ab - und in die TecPro-Barriere. Der Neuseeländer fiel ans Ende des Feldes zurück und musste dann mit einem Platten hinten rechts sowie ohne Frontflügel an die Box fahren. Die Rennleitung untersuchte die Kollision und sprach eine 10-Sekunden-Zeitstrafe gegen Rowland aus. Robin Frijns erhielt derweil eine 5-Sekunden-Zeitstrafe, weil er hinter dem Safety-Car mehr als zehn Autolängen Platz gelassen hatte.

Nach knapp 15 Minuten holte sich Vandoorne seinen ersten von diesmal drei obligatorischen Attack-Modes. Hinter ihm musste Nato weitere Plätze einbüßen - erst gegen Rowland, dann auch gegen Alexander Sims und Max Günther.

Full-Course-Yellow hilft Vandoorne, Wehrlein verpennt Neustart

Während sich Wehrlein ebenfalls mit dem Attack-Mode bewaffnete, kam es zu einem Unfall zwischen Lucas di Grassi und Sebastien Buemi. Der Schweizer griff seinen alten Rivalen mit hoher Geschwindigkeit an, dieser verteidigte spät, dann kam es mutmaßlich zur Berührung. Di Grassi schlug heftig mit der linken Front an der Mauer an und rollte aus. Weil sein Auto geborgen werden musste, rief die Rennleitung Full-Course-Yellow aus. Gut zunächst für Vandoorne, der dadurch in Führung blieb und bleiben sollte.

Den Neustart verschlief Wehrlein vollständig: Als es im Renntempo weiterging, überholte ihn Sims auf Anhieb und übernahm Platz 2. Vandoorne kam dadurch schon 2,5 Sekunden weg. Günther zwängte sich wenig später an Nato vorbei und übernahm Platz 4. Der Franzose holte sich die Position jedoch wenig später zurück. Vor ihm aktivierten sowohl Sims als auch Wehrlein gleichzeitig ihren zweiten Attack-Mode. Nyck de Vries verbremste sich und fiel von Platz 9 auf 11 zurück.

Wehrlein hing hinter Sims fest und kam nicht vorbei. Somit konnte Vandoorne seinen Vorsprung gegen Rennmitte bereits auf mehr als fünf Sekunden ausbauen. Packende Duelle spielten sich auch am Ende der Top 10 ab. So kämpfte etwa Mitch Evans mit Buemi und ging schließlich vorbei. Dann holten sich Sims, Wehrlein, Nato und Günther alle gleichzeitig den letzten Attack-Mode. Edo Mortara rückte dadurch auf Rang 5 vor.

Zahlreiche Unfälle sorgen für turbulente Schlussphase

Antonio Felix da Costa arbeitete sich still und heimlich immer weiter vor und übernahm bereits den siebten Platz von Rowland - bergab mit FANBOOST. Auch Wehrlein wurde per Funk darauf hingewiesen, dass er noch einen FANBOOST zur Verfügung hätte. Der Attack-Mode hingegen spielte im letzten Drittel des Rennens keine Rolle mehr in der Spitzengruppe, da bereits alle Fahrer ihre jeweils drei Aktivierungen absolviert hatten. Anstatt Sims anzugreifen, musste Wehrlein jedoch nach hinten schauen und Nato vorbeilassen. Der Deutsche war jetzt nur noch Vierter.

Während Günther nicht mehr an Mortara vorbeikam, kämpfte sich Rene Rast mit beherzten Manövern nach vorn. Der Audi-Pilot fuhr zu diesem Zeitpunkt schon auf dem elften Platz. Dann übertrieb er es jedoch, schlug leicht an der Mauer an und brach sich dabei den Querlenker hinten rechts. In der schnellen Bergabkurve 1 verlor er schließlich die Kontrolle über seinen Audi und krachte in die Mauer. Ein schwarzer Tag für die Ingolstädter. Die Rennleitung rief das Safety-Car auf die Strecke und neutralisierte damit auch die Abstände.

Mit nur einer verbleibenden Runde ging es noch einmal im Renntempo weiter. Es sollte noch mal rund gehen. Mortara kam spektakulär ins Rutschen, konnte sein Auto aber gerade noch abfangen. Dann kollidierten direkt dahinter de Vries, Bird und Rowland - alle drei Fahrer schieden aus. Vandoorne machte es jedoch gut und brachte den Sieg - sein zweiter in der Formel E - souverän für Mercedes nach Hause. Sims wurde Zweiter, Nato zunächst Dritter. Wehrlein versuchte es noch einmal, kam aber nur als Vierter ins Ziel.

Nachträgliche Disqualifikation für Norman Nato

Kurz nach dem Rennen wurde Nato jedoch disqualifiziert, weil er in der letzten Runde zu viel Energie genutzt hatte - bitter für den Rookie und sein Venturi-Team. Wehrlein rückte dadurch aufs Podium vor.

In der Gesamtwertung darf sich Jaguar nach vier Saisonläufen über eine Doppelführung bei den Fahrern freuen: Bird führt die Meisterschaft trotz seines Ausfalls an, gefolgt von Teamkollege Evans. Dritter ist Robin Frijns vor den beiden Mercedes-Piloten Vandoorne und de Vries. Dahinter kommt mit Wehrlein der beste Deutsche punktgleich auf Position 6. Bei den Teams hat sich Mercedes den zweiten Platz zurückgeholt. Jaguar für das Klassement weiterhin an.

Das nächste Formel-E-Rennen startet bereits in zwei Wochen: Am 24. und 25. April steht in Valencia der erste E-Prix auf spanischem Boden auf dem Plan - ebenfalls ein "Double-Header" mit zwei Rennen.

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