Mercedes-Benz Vision EQXX: 1000 Kilometer Reichweite

Der Vision EQXX soll im Januar bei der US-Technikmesse CES 2022 gezeigt werden.

Die Studie "Vision EQXX" soll weniger als 10 kWh/100 km brauchen - bei Autobahntempo. | Foto: Mercedes-Benz
Die Studie "Vision EQXX" soll weniger als 10 kWh/100 km brauchen - bei Autobahntempo. | Foto: Mercedes-Benz
Gregor Soller

Mit Designstudien erprobt Mercedes-Benz immer Extreme: In dem Fall Aerodynamik für minimalen Stromverbrauch. Entsprechend soll die Vision EQXX weniger als 10 Kilowattstunden (kWh) Strom auf 100 Kilometer verbrauchen. So soll der Vision EQXX eine reale Reichweite von mehr als 1.000 Kilometern bieten bei einem angestrebten einstelligen Verbrauchswert, der unter 10 kWh/100 km liegen soll – und das bei normaler Geschwindigkeit auf der Autobahn.

Dazu hat man hinter den Kulissen ein interdisziplinäres Team mit Experten der britischen Daimler-Tochter Mercedes-Benz F1 High Performance Powertrain (HPP), dem Advanced Design und der Mercedes-Benz Serienentwicklung zusammengezogen. Die HPP-Spezialisten sollten dabei vor allem ihre Kompetenz bei E-Motoren und der beim Motorsport nötigen Entwicklungsgeschwindigkeit ins Team einbringen. Aus den EQXX-Innovationen sollen möglichst viele Details schnell Einzug in die Serienfahrzeuge finden.

Aerodynamik als Dreh- und Angelpunkt

Der Vision EQXX wird nochmal deutlich aerodynamischer als der EQS mit einem cW-Wert von 0,20. Der Mercedes-Benz-Blog „jesmb.de“ verortet den EQXX auch dank aktiver aerodynamischer Elemente bei 0,17 liegen. Dazu seien an der Front aktive Kühlöffnungen geplant, die meist geschlossen sind, um die Aerodynamik zu optimieren. Außerdem soll die Stirnfläche so gering wie möglich ausfallen. Auf den geringeren Verbrauch sollen auch schmalere Reifen einzahlen.

Aber auch technisch geht der EQXX den nächsten Schritt: Ein permanent erregter Synchronmotor vorn samt 800-Volt-System und Zwei-Gang-Getriebe sollen den Verbrauch weiter senken. Die Anordnung der E-Maschine vorn soll eine höhere Leistung beim Rekuperieren beim Bremsen und Bergabfahren bieten. Ab dem Dach sollen bis zum Heckabschluss Solarmodule verbaut werden, womit sich der EQXX an den niederländischen Solarstromer Lightyear anlehnt. Aber auch die Effizienz der Elektromotoren und Wechselrichtern soll steigen.

Außerdem gehen die Entwickler die Akkus an: Bei denen soll die Energiedichte der Zellen im Vergleich zum EQS um 20 Prozent steigen. Hier könnten Zellen mit einer Silizium-Anode zum Einsatz kommen.

Auf die finalen Abmessungen darf man gespannt sein, denn optisch sieht der EQXX zwar nach Oberklasse aus, dürfte aber eher im effizienten Kompaktsegment beheimatet sein.

Was bedeutet das?

Mit dem EQXX zeigt Mercedes-Benz, was 2022 aktueller Stand der Dinge ist in Sachen Effizienz – ein Thema, bei dem sich EQA bis EQS noch nicht dramatisch profiliert haben. Umso bemerkenswerter und spannender wird sein, was von der Studie im Anschluss alles in Serie geht, denn schon der Lightyear One beweist, wie effizient sich E-Fahrzeige bewegen können – auch unter zu Hilfenahme von Solartechnik. Und da wird der EQXX beweisen, dass in Sachen Effizienz nicht nur bei Mercedes-Benz noch viel mehr geht! Wir sind gespannt und freuen uns darauf!

 

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