Mercedes-Benz Trucks: Muster-Ladepark soll Kunden E-Lkw nahebringen

Der eTruck Charging Park in Wörth startet in Kooperation mit Netze BW. Er soll Kunden den Einstieg in die E-Mobilität erleichtern und stellt Ladesäulen und -konzepte verschiedener Hersteller im Realbetrieb aus.

Mehrere Ladetechniken können die Kunden im neunen Ladepark in Wörth testen. (Foto: Mercedes-Benz Trucks)
Mehrere Ladetechniken können die Kunden im neunen Ladepark in Wörth testen. (Foto: Mercedes-Benz Trucks)
Johannes Reichel
von Christine Harttmann

Als Bauherrin hat Mercedes-Benz Trucks heute gemeinsam mit seinem Projektpartner Netze BW Sparte Dienstleistungen einen Ladepark für Kunden eröffnet. Die Anlage befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Branchen-Informations-Center (BIC) in Wörth am Rhein eröffnet. An dem sogenannten eTruck Charging Park könnten Kunden mit ihren E-Lkw künftig Ladesäulen und Ladekonzepte verschiedener Hersteller testen, erklärt der Lkw-Bauer. Dadurch hätten sie die Möglichkeit zusammen mit den Experten von Mercedes-Benz Trucks vor Ort maßgeschneiderte Ladelösungen für ihre Anwendungsfälle zu erarbeiten. Die Idee dahinter: Das technologieoffene Testen soll mit dem Beratungsangebot verzahnt werden, um einen unkomplizierten Einstieg in die E-Mobilität zu ermöglichen.

Michael Scheib, Leiter Produktmanagement, Mercedes-Benz Trucks, erklärt dazu:

„Bei der Transformation hin zur E-Mobilität haben wir den Anspruch, unseren Kunden nicht nur einen elektrischen Truck, sondern eine integrierte Lösung samt Beratung und Ladeinfrastrukturlösungen aus einer Hand anzubieten. Unser Ladepark für Kunden in Wörth ist ein integraler Baustein dieses Ansatzes und zeigt Kunden praxisnah und greifbar auf, wie die Ladeinfrastruktur für deren Anwendung konkret aussehen kann.“

Außer der technologischen Weiterentwicklung der notwendigen Komponenten sei der Aufbau der elektrischen Ladeinfrastruktur einer der erfolgsentscheidenden Faktoren für den E-Schwerlastverkehr, ergänzt Axel Hausen, Leiter eMob Großprojekte, Marketing & Sonderprojekte bei der Netze BW Sparte Dienstleistungen.

„Gemeinsam mit unserer Konzernmutter, der EnBW, bringen wir jede Menge Expertise in Ladeinfrastruktur und Energiewirtschaft in das Projekt mit ein. In Wörth entwickeln wir zusammen mit Investoren wie E-Flottenbetreibern, Truckherstellern, Industrie- und Gewerbekunden sowie Kommunen individuelle Lade-Lösungen, insbesondere für die Betriebshoflogistik, die dem E-Schwerlastverkehr auf die Sprünge helfen werden.“

Verschiedene Ladelösungen zum Testen

Der eTruck Charging Park verfügt in einem ersten Schritt über sechs Ladesäulen verschiedener Hersteller mit Leistungen zwischen 40 kW und 300 kW. Da sich die Ladetechnologie rasant weiterentwickelt, ist der Park modular aufgebaut, um Ladesäulen gegebenenfalls ergänzen oder austauschen zu können. Als ein nächster Schritt ist somit auch die Installation einer MCS-Ladesäule (Megawatt-Charging-System) möglich.

Damit können Kunden die verschiedenen Ladeoptionen direkt miteinander vergleichen. Gleichzeitig werden im eTruck Charging Park wichtige Aspekte wie die Netzanbindung, lokale Energiegewinnung, Energiespeicherung und die intelligente Steuerung von Ladevorgängen thematisiert. Kunden können testen, wie sie Ladevorgänge in ihre Logistikprozesse integrieren und dabei Energiekosten reduzieren können. Anhand von Probefahrten im eActros 300/400 für den schweren Verteilerverkehr wird Kunden zudem auch die Möglichkeit geboten, einen unmittelbaren Eindruck von der Effizienz, der Reichweite und den Ladeeigenschaften der E-Lkw zu bekommen. Auf dieser Basis können Kunden gemeinsam mit den Experten vor Ort eine elektrische Komplettlösung für ihre individuellen Ansprüche skizzieren. Die Möglichkeiten einer effizienten Stromversorgung der Ladesäulen zeigt eine Photovoltaik-Anlage auf der Überdachung des Ladeparks samt stationärem Speicher.

Beratung rund um die Ladeinfrastruktur

Ein Fokus des eTruck Charging Parks liegt auf der persönlichen Kundenberatung, dem sogenannten eConsulting. Aus erster Hand erfahren Kunden hier, wie sich E-Mobilität im eigenen Fuhrpark schon heute umsetzen und in die Arbeitsabläufe integrieren lässt. Denn um den Umstieg auf E-Mobilität meistern zu können, benötigen die Kunden neben der Möglichkeit zur Erprobung auch eine kompetente Begleitung auf dem Weg zum Aufbau einer eigenen Ladeinfrastruktur.

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