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Mercedes-Benz Sustaineer: Wie der eSprinter effizienter wird

Ausblick auf die nächste Generation eSprinter gibt ein Technologieträger: Die Effizienz des elektrisch angetriebenen Vans soll mit körpernahem Heizen, einer Coaching-App für den Fahrer sowie Aerodynamikmaßnahmen steigen, die Feinstaubbelastung per Filter sinken.

Mehr drin: An was Mercedes für die nächste Generation eSprinter arbeitet, darauf gewährt man mit dem Technologieträger Sustaineer einen Blick. | Foto: MB Vans
Mehr drin: An was Mercedes für die nächste Generation eSprinter arbeitet, darauf gewährt man mit dem Technologieträger Sustaineer einen Blick. | Foto: MB Vans
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Redaktion (allg.)
von Johannes Reichel

Der Transporterhersteller Mercedes-Benz Vans hat seinen 2021 erstmals gezeigten Technologieträger Sprinter Sustaineer weiterentwickelt und zusätzliche Umweltfeatures integriert. SHIFT Mobility vom 1. bis zum 6. September 2022 in Berlin sowie beim Future Mobility Summit, der vom bis zum 8. September 2022 ebenfalls in Berlin stattfindet. Hier erhalten Interessierte zusätzlich die Gelegenheit, die neuen Features mit einer Augmented-Reality-Brille direkt in Echtzeit zu erleben.

Neue Elemente der körpernahen Heizung erhöhen Thermoeffizienz

Wegen des hohen Heizenergiebedarfs durch die große Fahrerkabine und das ständige Öffnen und Schließen der Türen bei den Lieferstopps wirken sich konventionelle Fahrzeugheizsysteme spürbar auf die Reichweite von E-Transportern aus. Im Sustaineer soll die Wärme an den Körper des Fahrers gelenkt werden. Hinzu kommen weitere effiziente Thermomanagement-Maßnahmen, die die Reichweite eines batterieelektrischen Vans wie des eSprinters zusätzlich steigern können. Neben dem Sitz, dem Lenkrad und dem Sicherheitsgurt sind im weiterentwickelten Modell auch Oberflächen an der Fahrertür, im Fußraum und an der Lenksäulenverkleidung elektrisch beheizbar. Die körpernahen Flächenheizelemente bestehen aus einer elektrisch leitenden Silber‑Carbon‑Beschichtung, die auf ein Vlies gedruckt wird. Aufgrund ihrer hohen Oberflächentemperaturen wird der thermische Komfort durch Wärmestrahlung körpernah sichergestellt und die Thermoeffizienz des Heizsystems dadurch deutlich verbessert. Ein weiterer Vorteil im Gegensatz zur üblichen Klimatisierung von Fahrzeuginnenräumen im Winter, bei der die Innenräume bei Entladevorgängen relativ schnell abkühlen: Die Flächen bleiben warm, wirbt der Hersteller weiter.

Der Mobilisationssitz soll die Leistung des Fahrers verbessern und länger erhalten

Mit dem Mobilisationssitz will der Hersteller zudem den Fahrer länger fit halten. Dazu sind in Sitzfläche und Lehne des Mobilisationssitzes des Technologieträgers Luftblasen integriert. Um den Körper des Fahrers in Bewegung und Rotation zu bringen, werden sie gezielt aufgepumpt und entlüftet. Verschiedene Ablaufsequenzen, die etwa asymmetrisches oder symmetrisches Gehen sowie das Kippen des Beckens imitieren, aktivieren unterschiedliche Blasenbereiche und bilden so die Basis für ein abwechslungsreiches Mobilisationsprogramm. In die Entwicklung des Mobilisationssitzes waren unter anderem Mediziner, Physiotherapeuten und Sportwissenschaftler involviert. Denn wie viele Bauteile im Interieur wurden auch die Sitzoberflächen aus hochwertigem Recyclingmaterial hergestellt. Die Verwendung dieser Rezyklate schont die Ressourcen und verringert den CO2-Fußabdruck.

Driver Coaching App bietet Fahrern Hilfestellung bei der Optimierung ihres Fahrverhaltens
Die von Mercedes‑Benz gemeinsam mit WITTE:digital – einem Teil der WITTE Automotive GmbH – entwickelte Driver Coaching App erfasst und bewertet die fahrerstilbezogenen Kriterien, um die Vergleichbarkeit von Fahrverhalten und Objektivität innerhalb einer Flotte sicherzustellen. Im Alltag zielt die Lösung darauf ab, den Fahrern als „intelligenter Beifahrer“ konkrete Hilfestellung bei der Optimierung ihres Fahrverhaltens zu geben. Das Ziel: eine deutliche Reichweitenoptimierung sowie die Schonung von Ressourcen. Neben der Rückmeldung zum individuellen Fahrverhalten Trainings nutzt man Gamification-Ansätze, die zu einer effizienteren Fahrweise motivieren. Darüber hinaus erhalten Nutzer die Möglichkeit, die App mithilfe verschiedener Bausteine – etwa zur Lade- und Routenplanung, der ERP-Einbindung und dem Frachtpapierhandling – zu personalisieren und an ihre Bedürfnisse anzupassen. Die Lösung befindet sich aktuell in der Entwicklung und stellt noch kein vermarktbares Produkt dar.

Moderne Filtertechnik zur Reduzierung der Feinstaubemissionen

Um den Partikeleintrag durch Reifen-, Brems- und Asphaltabrieb weiter zu minimieren, verfügt das Konzeptfahrzeug bereits seit 2021 über zwei Feinstaubpartikelfilter, die in Kooperation mit dem Filtrationsspezialisten Mann+Hummel entwickelt wurden. Frontmodul- und Unterbodenfilter zusammen reduzieren die Feinstaubemissionen im direkten Fahrzeugumfeld bis zu einer Partikelgröße von zehn Mikrometern (PM10) um über 50 Prozent – 35 Prozent beim Ladevorgang und 15 Prozent im Fahrbetrieb. Die Effektivität der Filtration steigt durch eine höhere Feinstaubbelastung in der Umgebung weiter an. Das bedeutet, dass in urbanen Gebieten mit schlechterer Luftqualität noch weit größere Mengen an Feinstaub gefiltert werden können.

Mehr Reichweite und geringere Betriebskosten durch Optimierung der Aerodynamik

Zur Verbesserung der Effizienz tragen in der Weiterentwicklung auch zwei Innovationen aus dem Bereich der Aerodynamik bei. Zum einen erhält der Technologieträger eine nahezu vollständige Unterbodenverkleidung, wie man sie bislang eher aus dem Motorsport kennt. Sie besteht aus recyceltem Polypropylen sowie biobasiertem Kunststoff aus Hausmüll und Reifenresten. Außerdem kommt eine automatische Kühlerjalousie zum Einsatz, die sich ab einem Tempo von 60 km/h automatisch schließt und so den Luftwiderstand reduziert. Das bringt gleich mehrfachen Nutzen: Fahrer und Fahrzeughalter profitieren von mehr Reichweite und geringeren Betriebskosten.

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