Mercedes-Benz: Sieben eVito-Kühlvans liefern bei HelloFresh

Elektro-Vans mit elektrischer Kerstner-Kühlung sollen auch für die Lieferung temperaturempfindlicher Produkte genug Reichweite bieten. Die aktive Kühlung benötigt nur kleine Zusatzbatterie.

Grün kühl: Die sieben Hello-Fresh-Vans auf Basis des Kerstner eVito liefern emissionsfrei die immer beliebteren Kochboxen aus. | Foto: Daimler
Grün kühl: Die sieben Hello-Fresh-Vans auf Basis des Kerstner eVito liefern emissionsfrei die immer beliebteren Kochboxen aus. | Foto: Daimler
Redaktion (allg.)
von Johannes Reichel

Der belgische Kochboxenanbieter HelloFresh hat jetzt sieben E-Transporter vom Typ Mercedes-Benz eVito mit ebenfalls elektrisch betriebenem Kerstner-Kühlausbau übernommen. Der Anbieter war auch schon an der Entwicklung des E-Branchenfahrzeugs beteiligt und lieferte Lastenheft und Impulse aus dem Echteinsatz. Im September 2019 stellte das vollelektrische Kühlfahrzeug in einem vierwöchigen Pilotprojekt mit HelloFresh seine Eignung im Lieferalltag unter Beweis und hielt zuverlässig die Temperatur (Frischdienst) im Laderaum bei bis zu 50 Belieferungen pro Tour.

„Der eVito mit Kühlausbau ist für den anspruchsvollen Einsatz bestens geeignet. Mercedes-Benz Vans brachte seine Kompetenz bei batterieelektrischen Transportern in den Co-Creation-Prozess ein, wir gaben Einblicke in die Besonderheiten beim Ausliefern temperatursensibler Güter“, skizziert Thomas Stroo, Chief Operating Officer von HelloFresh Benelux.

Ausgangssituation im eGrocery-Markt sei gewesen, dass zur aktiven Kühlung der empfindlichen Ware im Laderaum entweder autarke Zusatzbatterielösungen oder passive Methoden wie Kühlpads bzw. Trockeneis verwendet werden. "Während die zusätzlichen Batterien groß, schwer und teuer sind, sowie zulasten der Zuladungskapazität gehen, ist die Alternative weder nachhaltig noch umweltfreundlich", so die Analyse des Herstellers. Zudem stehe die wachstumsstarke Branche vor der Herausforderung, auch bei möglichen Zufahrtsbeschränkungen in Innenstädten weiter lieferfähig zu bleiben.

Grundidee: Energie der Fahrbatterie auch für Kühlung nutzen

Die technische Konzeption realisiert die Idee, die im E-Transporter vorhandene elektrische Energie auch für die aktive Kühlung zu nutzen. Dazu habe man die besonders energieeffiziente Kerstner Kühlanlage C106EA an das Fahrzeug-Bordnetz angebunden, wodurch die als Energiequelle notwendige Zusatzbatterie minimiert werden konnte. Im Ergebnis stehen drei Betriebsmodi zur Verfügung, die eine durchgängige Kühlung während des Auslieferprozesses gewährleisten: die Standkühlung über das Stromnetz zum Betrieb der Anlage bei der Beladung des Fahrzeuges im Hub, die Hochvolt-Fahrzeugbatterie während der Fahrt und die Pufferbatterie während der Zustellung der Ware oder bei Pausen. Um gleichzeitig den Energieverbrauch der Kühlanlage zu senken, verfüge die Kerstner Isolierung des Laderaums über einen besonders niedrigen K-Wert von 0,30 W/m²K.

„Der eVito bietet sich an, um ihn als Kühlfahrzeug umzubauen, da das Fahrzeug eine gute Reichweite hat und schwere, sowie teure zusätzliche Energiequellen überflüssig sind“, meint Philipp Klause, Prokurist bei Kerstner.

Das Konzept für die lokal emissionsfreie Lieferung von temperatursensiblen Produkten soll zukünftig auch auf andere Branchen und Baureihen erweitert werden, kündigte der Hersteller an.

Printer Friendly, PDF & Email