Mercedes-Benz: "Grüner" Stahl ab 2025 für nachhaltigere Produktion

Mit einer Beteiligung an dem Start-up H2 Green Steel will der Hersteller den ökologischen Fußabdruck in der Produktion senken und ab 2025 Fahrzeuge mit grünem Stahl auf den Markt bringen.

Grüner wird's schon! Mercedes nimmt auch die Stahlproduktion in den Blick und will ab 2025 Limousinen mit CO2-neutralem Stahl lancieren. | Foto: Daimler
Grüner wird's schon! Mercedes nimmt auch die Stahlproduktion in den Blick und will ab 2025 Limousinen mit CO2-neutralem Stahl lancieren. | Foto: Daimler
Johannes Reichel

Als erster Pkw-Hersteller hat die Daimler-Tochter Mercedes-Benz eine Beteiligung am schwedischen Startup H2 Green Steel (H2GS) für den Einsatz von CO2-freiem Stahl in Serienfahrzeugen bekanntgegeben. Man verfolge gemeinsam mit allen Stahllieferanten das Ziel einer grünen Stahllieferkette und setze dabei bewusst nicht auf Kompensation, sondern auf die Vermeidung und Reduktion von CO2-Emissionen, heißt es zur Begründung des Investments, das im ersten Schritt einen einstelligen Millionenbetrag ausmacht. Die "bevorzugte" Partnerschaft mit H2GS sei ein weiterer Schritt in Richtung CO2-Neutralität. Das Unternehmen strebt mit der Ambition 2039 eine vollständig vernetzte und CO2-neutrale Fahrzeugflotte im Jahr 2039 an – elf Jahre früher, als es die EU-Gesetzgebung vorschreibe, wie man wirbt. Eine Limousine von Mercedes-Benz besteht beispielsweise im Durchschnitt zu 50% aus Stahl. Damit macht der Werkstoff etwa 30 % der CO2-Emissionen in der Herstellung aus.

„Mit der Beteiligung an H2 Green Steel setzt Mercedes-Benz einen wichtigen Impuls, um den Wandel in der Stahlbranche zu beschleunigen und die Verfügbarkeit von CO2-freiem Stahl zu erhöhen“, glaubt Markus Schäfer, Mitglied des Vorstands der Daimler AG und Mercedes-Benz AG und verantwortlich für Daimler Konzernforschung sowie COO von Mercedes-Benz Cars.

Bei der klassischen Hochofenroute entstünden bei der Herstellung von einer Tonne Stahl im Schnitt mehr als zwei Tonnen CO2. Bei dem neuen Verfahren setze der erst 2020 gegründete Lieferant Wasserstoff und Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien anstelle von Kokskohle in der Stahlproduktion ein. Der Wasserstoff dient als Reduktionsgas, das den Sauerstoff aus dem Eisenerz herauslöst und bindet. Dabei entstehe anders als bei der Nutzung von Kokskohle kein CO2, sondern Wasser. Für die im Herstellungsprozess anfallenden Energiebedarfe nutze der Lieferant Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Quellen, so das Versprechen.

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