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Mercedes-Benz: Genehmigung für Level-3-Tests in Peking

Als einer der ersten OEM darf der deutsche Premiumhersteller hochautomatisiertes Fahren auf ausgewiesenen Autobahnen der chinesischen Hauptstadt erproben.

Mercedes-Benz erhält offizielle Genehmigung zum Testen hochautomatisierter Fahrsysteme (Level 3) in Peking. (Foto: Mercedes-Benz AG)
Mercedes-Benz erhält offizielle Genehmigung zum Testen hochautomatisierter Fahrsysteme (Level 3) in Peking. (Foto: Mercedes-Benz AG)
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Claus Bünnagel

Als einer der ersten Automobilhersteller hat Mercedes-Benz in Peking die Genehmigung zum Testen hochautomatisierter Fahrsysteme (Level 3) erhalten. Der deutsche Premiumhersteller wird in der chinesischen Hauptstadt mit der entsprechenden Erprobung auf ausgewiesenen Autobahnen beginnen und eng mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten.

Vorreiter beim automatisierten Fahren

Mercedes-Benz ist seit jeher Vorreiter beim automatisierten Fahren. Es begann 1986 mit dem Test eines Abstandsregeltempomaten. Heute verfügt das Unternehmen als nach eigenen Angaben einziger Automobilhersteller über die weltweit erste international gültige Systemzulassung für hochautomatisiertes Fahren (SAE-Level-3) und ein fahrerloses Parksystem (SAE-Level-4). In China führt Mercedes-Benz seit Jahren Testgeländeerprobungen von Level-3-Systemen durch.

„Nachdem wir unseren Drive Pilot nach Deutschland und in die USA gebracht haben, ist die Testlizenz in Peking der nächste wichtige Meilenstein, um das hochautomatisierte Fahren fit für chinesische Straßen zu machen“, betonte Markus Schäfer, CTO Entwicklung und Einkauf sowie Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group.

Redundanz für Sicherheit und Zuverlässigkeit

Das Level-3-System Drive Pilot baut auf der Sensorik des Fahrassistenzpakets auf und beinhaltet zusätzliche Sensoren, die Mercedes-Benz für ein sicheres hochautomatisiertes Fahren unerlässlich hält. Dazu gehören ein Lidarsensor, eine fortschrittliche Stereokamera in der Windschutzscheibe, eine Mehrzweckkamera in der Heckscheibe und Mikrofone, insbesondere zur Erkennung von Blaulicht und anderen Sondersignalen von Einsatzfahrzeugen, sowie ein Feuchtigkeitssensor im vorderen Radkasten. Darüber hinaus verfügen S-Klasse und EQS mit Drive Pilot Option über redundante Lenk- und Bremssysteme sowie ein redundantes Bordnetz, um auch bei Ausfall eines dieser Systeme manövrierfähig zu bleiben und eine sichere Übergabe an den Fahrer zu gewährleisten.

In den USA schon auf der Straße

Die Vorteile für den Kunden liegen auf der Hand: Beim hochautomatisierten Fahren ermöglicht der aktivierte Drive Pilot dem Fahrer, sich vom Verkehr abzuwenden und sich auf bestimmte Nebentätigkeiten zu konzentrieren, sei es die Kommunikation über das In-Car Office, das Surfen im Internet oder das Entspannen beim Anschauen eines Films. Mercedes-Benz hat dieses System in Deutschland 2022 als optionales hochautomatisiertes Fahrsystem in der S-Klasse und der vollelektrischen Limousine EQS eingeführt. In den USA feierte die Serienversion des Drive Pilot bereits ihr Straßendebüt in Kalifornien und Nevada mit einer kleinen Flotte von EQS-Limousinen. Die Auslieferung der so ausgestatteten EQS-Limousine und S-Klasse des Modelljahres 2024 wird Anfang 2024 über teilnehmende Mercedes-Benz-Vertragshändler in Kalifornien und Nevada möglich sein.

Autobahn: bis zu 130 km/h

Für die Entwicklung und Zulassung des hochautomatisierten Fahrsystems arbeiteten Ingenieure, Juristen, Compliance-Manager, Datenschutzexperten und Ethikexperten als interdisziplinäres Team zusammen. Bei der Systemauslegung geht Mercedes-Benz Schritt für Schritt vor, um die Sicherheit in den Mittelpunkt zu stellen. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts will der Hersteller die Verfügbarkeit auf der Autobahn auf bis zu 130 km/h ausweiten. In der Zwischenzeit wollen die Stuttgarter als Zwischenstufe in Deutschland ein System anbieten, das 90 km/h schafft, wenn man einem vorausfahrenden Fahrzeug auf der Autobahn folgt.

Anpassung der Fahrzeuge an den chinesischen Markt durch lokale Entwicklungsteam

In China integriert Mercedes-Benz seine globale Forschungs- und Entwicklungsrrfahrung mit einem F&E-Team vor Ort, um gemeinsam mit lokalen Partnern und unter Berücksichtigung lokaler Vorschriften maßgeschneiderte Produkte für seine chinesischen Kunden zu liefern.

Um das automatisierte Fahrsystem der Stufe 3 besser an die Infrastruktur und die Verkehrsbedingungen in China anzupassen, war das lokale Forschungs- und Entwicklungsteam bereits in den frühen Phasen der weltweiten Entwicklung stark eingebunden. Seit 2021 testet und validiert Mercedes-Benz das System im Reich der Mitte, um die Leistung des Level-3-Systems kontinuierlich zu verbessern. Zu den Schwerpunkten der lokalen Forschungs- und Entwicklungsarbeit gehören die Anpassung des Systems an Chinas spezifische Verkehrszeichen, Markierungen, Baustellen, Sonderspuren etwa für Busse sowie die kontinuierliche Optimierung von Logik, Algorithmen und Parametern für Szenarien wie das Einscheren von Fahrzeugen.

Breites F&E-Netzwerk

Beginnend im Jahr 2005 mit dem ersten lokal produzierten E-Klasse Modell hat Mercedes-Benz seine Forschungs- und Entwicklungskapazitäten in China kontinuierlich ausgebaut. In den vergangenen 18 Jahren hat sich Chinas F&E-Netzwerk zum umfassendsten außerhalb Deutschlands entwickelt. In den Jahren 2021 und 2022 errichtete der deutsche Hersteller zudem neue Forschungs- und Entwicklungszentren in Peking sowie Shanghai und baute gleichzeitig die umfangreiche Zusammenarbeit mit lokalen Partnern aus. Dazu gehört eine über ein Jahrzehnt langjährige gemeinsame Forschung mit der Tsinghua University im Bereich der nachhaltigen Mobilität. Bis Ende 2023 soll das RD-Team in China auf 2.000 Mitarbeitende anwachsen.

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