Mercedes-Benz EQC 4×4²: Elektro-Allrad im Quadrat

Sie haben es wieder getan: Wenn bei Daimler ein Offroader die Bezeichnung 4×4² trägt, dann wurde der richtig hochgelegt. Und so wurde jetzt aus dem EQC ein „Elektroauto der Extreme“ – eher ohne Chance auf Serienfertigung

Hoch, höher, 4×4²: Unter dieser Bezeichnung laufen bei Daimler die Portalachs-Pkw. Jetzt stellte man mal einen EQC auf diese Beine. | Foto: Daimler
Hoch, höher, 4×4²: Unter dieser Bezeichnung laufen bei Daimler die Portalachs-Pkw. Jetzt stellte man mal einen EQC auf diese Beine. | Foto: Daimler
Gregor Soller

Nachdem auch die G-Klasse dereinst elektrisch werden soll, wolle man laut Daimler mit dem EQC 4×4² auch schon mal „Grenzen austesten und zeigen, dass man Elektromobilität nicht nur urban, sondern auch offroad denken kann“. Auch beim EQC 4×4² handelt es sich (leider) wieder nur um ein Einzelstück, das ein abteilungsübergreifendes Team um den Entwicklungsingenieur Jürgen Eberle auf die hohen Räder hievte, der übrigens auch schon den E 400 All-Terrain 4×4² in luftige Offroad-Höhen hievte.

Für Offroad-Tauglichkeit sollen neben den Stollenreifen die auf 293 Millimeter erhöhte Bodenfreiheit auf. Damit wurde die Bodenfreiheit des Serien EQC (140 Millimeter) mehr als verdoppelt. Und natürlich schwebt der EQC 4×4² auch über der aktuellen G-Klasse. Auch beim EQC 4×4² kommen natürlich die vom Unimog bekannten die Portalachsen respektive die Portalgetriebe an den Achsköpfen zum Einsatz und sorgen so für die gigantische Bodenfreiheit. Die Wattiefe steigt um 15 Zentimeter auf 40 Zentimeter. Angebunden wurde das Extrem-Fahrwerk des EQC 4×4² aber an den gleichen Aufnahmepunkten wie das Serien-Fahrgestell. Mit der Bodenfreiheit steigen auch die Böschungswinkel: Auf üppige 31,8 Grad vorne und 33 Grad hinten – ebenfalls besser als bei der G-Klasse.

Die schwarzen Kotflügelverbreiterungen – je rund zehn Zentimeter pro Seite – stammen aus dem 3D-Drucker. Aufgrund der Achskinematik mit einer Vierlenker-Vorderachse soll laut Daimler trotz der Stollenreifen im Format 285/50 R 20 ein „handlicher Wendekreis“ erreicht werden.

Der Antrieb mit den je zwei 150 kW starken E-Motoren dürfte Serienstand sein, aber die Offroad-Fahrprogramme wurden neu programmiert. Neu komponiert wurde das Acoustic Vehicle Alert System (AVAS): Das „kraftvollere AVAS“ wird von Außen-Lautsprechern wiedergegeben, die in den Front-Scheinwerfern verbaut sind. Bei den Serienmodellen sitzt der Außenlautsprecher im Kotflügel.

Was bedeutet das?

Um ganz ehrlich zu sein – der EQC 4×4² ist eher eine Sandkastenspielerei von Daimler – die aber den Horizont für G-Klasse und Unimog erweitert. Erstere wird schon wieder als 4×4² und elektrisch gedacht, Letzterer könnte problemlos auch elektrifiziert werden.  

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