Mercedes-Benz EQ: 2021 soll "elektrisches" Schaltjahr werden

Jetzt aber wirklich: Mercedes-Benz macht Ernst mit der bisher mau und meist nur mit zweifelhaften PHEVs betriebenen Elektrifizierung. Neben dem EQS und dem EQA sollen auch der SUV EQB sowie eine elektrische Business-Limousine EQE starten, in den USA auch zwei SUV-Ableger von EQS und EQE.

Bringt was ins Rollen: Jörg Burzer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz AG, Produktion und Supply Chain startet im ersten Halbjahr 2021 in der Factory 56 im Werk Sindelfingen die Produktion der elektrischen Luxuslimousine EQS. | Foto: Daimler
Bringt was ins Rollen: Jörg Burzer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz AG, Produktion und Supply Chain startet im ersten Halbjahr 2021 in der Factory 56 im Werk Sindelfingen die Produktion der elektrischen Luxuslimousine EQS. | Foto: Daimler
Johannes Reichel

Die Daimler-Pkw-Tochter Mercedes-Benz hat für das Jahr 2021 eine Elektrifizierungsoffensive angekündigt, die unter dem Dach der Submarke EQ den zahlreichen PHEV-Modellen endlich auch vollelektrisch angetriebene Fahrzeuge zur Seite stellen soll. Den Anfang macht im Werk Sindelfingen und der neuen hochautomatisierten "Factory 56" die vollelektrische Luxuslimousine EQS und zwar schon im ersten Halbjahr 2021, die hier neben der neuen, konventionellen S-Klasse vom Band rollt. Im Mercedes-Benz Werk Rastatt wiederum ist bereits die Produktion des ersten vollelektrischen Kompakt-SUV namens EQA, der 2021 auch im Werk Peking für den wichtigen chinesischen Markt in die Fertigung gehen soll.

Auf das Mercedes-Benz Werk Kecskemét in Ungarn wiederum fiel die Standortentscheidung zur Produktion des zweiten vollelektrischen Kompakt-SUV namens EQB, der ebenfalls noch im Jahr 2021 Produktionsstart feiern soll, wie der EQA auch im Werk Peking. Und in der oberen Mittelklasse schieben die Schwaben im Werk Bremen dann ebenfalls noch im nächsten Jahr die elektrische Business-Limousine EQE an. Auch diese soll parallel im Werk Peking in Produktion gehen, leicht zeitversetzt. Auf dem wichtigen US-Markt startet der Hersteller dann im Werk Tuscaloosa (USA) mit den SUV-Varianten von EQS und EQE im Jahr 2022, die künftig zusammen mit SUVs mit konventionellen Antrieb und Plug-in-Hybridantrieb auf der gleichen Linie produziert werden sollen.
 

Flankierend will der Batterie-Produktionsverbund den Produktionsstart der Batteriesysteme für den EQS und EQE in Untertürkheim/Hedelfingen zeitnah anschieben, darüber hinaus die Produktion der Kompakt-SUV-Batteriesysteme in den Werken Kamenz, Jawor und Peking. In der Batteriefabrik Tuscaloosa sollen ab 2022 Batterien für die SUV Varianten von EQS und EQE Stuttgart gefertigt werden. Damit soll im Jahr 2022 das Portfolio acht vollelektrische Mercedes-EQ Modelle umfassen.

„Unser Fahrzeugportfolio wird elektrisch und somit auch unser globales Produktionsnetzwerk mit Fahrzeug- und Batteriefabriken. Wir wollen im Bereich der Elektromobilität führend sein und legen unseren Fokus insbesondere auf die Batterietechnologie. Dabei setzen wir auf einen umfassenden Ansatz, der von der Grundlagenforschung und Entwicklung bis hin zur Produktion reicht und auch strategische Kooperation einschließt", versprach Markus Schäfer, Mitglied des Vorstands der Daimler AG und Mercedes-Benz AG, verantwortlich für Daimler Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars COO.

Bereits im Markt erhältlich ist der Kompakt-SUV EQC aus Bremen und Peking sowie der Großraumvan EQV aus Vitoria und aus dem Werk Rastatt die vollelektrischen Modelle des EQA, die auf der gleichen Produktionslinie wie die kompakten Fahrzeuge mit konventionellem und Hybrid-Antrieb produziert werden. Der smart vervollständigt das elektrische Portfolio mit drei weiteren Modellen, dem EQ fortwo, EQ fortwo Cabrio, die noch im französischen Hambach produziert werden und der smart EQ forfour aus dem slowenischen Novo Mesto. Die nächste Generation von Elektrofahrzeugen der Mikro-Marke soll aber dann aber im Joint Venture smart Automobile Co., Ltd. in China produziert werden. Das Gemeinschaftsunternehmen ist ein Zusammenschluss der Mercedes-Benz AG und der Zhejiang Geely Group (Geely Holding).

Plug-in-Hybrid sieht man immer noch als Schlüssel-Technologie

In den Werken ließen sich dank flexibler Strukturen parallel Fahrzeuge mit verschiedenen Antriebsarten produzieren. Das sei im Hinblick auf das gesetzte Ziel, ab 2030 mehr als die Hälfte des Absatzes mit sogenannten xEVs, also Plug-in-Hybriden und Elektrofahrzeugen zu generieren und den rein elektrischen Anteil dabei sukzessive zu erhöhen, ein entscheidender Vorteil, argumentiert der Anbieter. Man könne je nach Marktnachfrage die Produktion anpassen. Den Plug-in-Hybridantrieb sieht der Hersteller nach wie vor als Zwischenschritt hin zu einem rein elektrischen Produktportfolio und als wichtige Schlüsseltechnologie. Bereits heute seien mehr als 20 Plug-in-Hybrid-Modellvarianten fester Bestandteil des Produktportfolios, bis 2025 sollen es mehr als 25 Modellvarianten sein.

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