Mercedes-Benz eEconic: Zweiter Elektro-Truck rollt an den Start

In Wörth startet die Produktion des zweiten Serien-Elektro-Lkw der Marke. Der eEconic ist für städtischen Lieferverkehr prädestiniert. Der konventionelle Bruder versieht meist als Müllsammelfahrzeug Dienst.

In Wörth hat der erste serienmäßig produzierte eEconic die Montagehalle verlassen. (Foto: Daimler Truck AG)
In Wörth hat der erste serienmäßig produzierte eEconic die Montagehalle verlassen. (Foto: Daimler Truck AG)
Johannes Reichel
von Christine Harttmann

Daimler Truck drückt bei der Elektrifizierung seiner Fahrzeugflotte weiter aufs Tempo: Mit dem Mercedes-Benz eEconic für den Kommunal- und Stadteinsatz ist am Standort Wörth im südlichen Rheinland-Pfalz das zweite Elektro-Lkw-Modell in die Serienproduktion gegangen. Erst im Oktober 2021 hatte der Hersteller am Standort den Serienstart des eActros gefeiert.

Der eEconic ist seit Mai 2022 in der Praxiserprobung bei Kunden. Wie Mercedes-Benz in einem Online-Pressegespräch  bekannt gab, geht das erste Fahrzeug aus der Serienfertigung an das in Dänemark im Entsorgungsbereich tätige Unternehmen Urbaser A/S. Weitere Kunden hätten sich ebenfalls schon für den Serien-eEconic entschieden. Die Fahrzeuge sollen sukzessive im Laufe des Jahres ausgeliefert werden.

„Der Austausch mit unseren Kunden hat gezeigt: Städte und Kommunen wünschen sich CO2-neutrale Fahrzeuge für ihren Fuhrpark. Gerade im Hinblick auf Großstädte besteht der Bedarf nach leisen, sauberen und sicheren Logistik- und Entsorgungslösungen. Und wir bieten genau den passenden Lkw hierfür", erklärte Ralf Forcher, Leiter Mercedes-Benz Special Trucks.

Andreas Bachhofer, Leiter Standort und Produktion Werk Wörth ergänzt, nach dem Startschuss mit dem eActros im Herbst 2021 lege man nun mit dem eEconic nach. Möglich sei das durch eine flexible Produktion und die schnelle Integration des Modells in die Linienfertigung.

Future Truck Center

Der eEconic wird in der bestehenden Montagelinie von Mercedes-Benz Special Trucks gefertigt, parallel und flexibel neben den Lkw, die einen Verbrenner-Antrieb erhalten. Nachdem das Fahrzeug weitestgehend aufgebaut ist, geht es für den eEconic in das Future Truck Center zur Elektrifizierung, wo er – genauso wie der eActros – mit den elektrischen Antriebskomponenten ausgestattet wird. In mehreren Produktionsschritten werden unter anderem die Hochvoltbatterien sowie die Ladeeinheit eingebaut. Nachdem sämtliche Hochvolt-Komponenten montiert sind, kann das Gesamtsystem in Betrieb genommen werden und der Lkw ist fahrbereit.

Im Zuge der Transformation hin zum CO2-neutralen Transport hat sich der Standort Wörth unter anderem zum Ziel gesetzt, die Belegschaft für die Fertigung von Lkw mit neuen Antrieben kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an Hochvolt-Fahrzeugen wie dem eEconic arbeiten, bestimmte Aus- und Weiterbildungen durchlaufen. Seit 2018 werden am Standort Wörth Beschäftigte für die Produktion von Elektro-Lkw qualifiziert.

Vollelektrischer Kommunaleinsatz

Die zentralen technischen Spezifikationen des eEconic sind mit denen des eActros weitgehend identisch. Der eEconic soll als Abfallsammelfahrzeug die große Mehrheit der Econic-typischen Abfallsammelrouten im Einschichtbetrieb ohne Zwischenladen abdecken. Der elektrische Antriebsstrang ermöglicht einen ebenen Fahrerhausboden – das erleichtert das Durchsteigen durch die Kabine. Mit seinen drei Batteriepacks kommt der Elektro-Lkw auf eine Leistung von knapp 300 kWh und eine Reichweite von knapp 100 Kilometern. Damit würden 95 Prozent der Müllsammelfahrten abgedeckt, heißt es Seitens Mercedes Benz.

Emissionsfreie Fahrzeugflotte bis 2039

Den Produktionsstart des eEconic bezeichnet der Hersteller als weiteren Meilenstein auf dem Weg zum CO2-neutralen Transport: Um zur Dekarbonisierung der Nutzfahrzeugbranche beizutragen, verfolgt das Unternehmen das Ziel eines CO2-neutralen Transports auf den Straßen bis 2050. In seinen Hauptabsatzregionen in Nordamerika, Europa und Japan möchte der Konzern deshalb ab 2039 ausschließlich CO2-neutrale Fahrzeuge verkaufen. Zwei komplementäre Technologien zur Energieversorgung des Antriebs kommen dabei zum Einsatz: Batterien und Wasserstoff.

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