Mercedes-Benz: eActros soll 2021 in Serie gehen

Am Hauptstandort Wörth zeigte Mercedes-Benz Lkw unter dem Motto „Now & Next“ neue Produkte und gab einen Ausblick auf die Zukunft der nachhaltigen Mobilität. Der eActros soll in Wörth gebaut werden.

Soll ab 2021 in Wörth als Serienmodell vom band laufen: der eActros. (Foto: Daimler AG)
Soll ab 2021 in Wörth als Serienmodell vom band laufen: der eActros. (Foto: Daimler AG)
Johannes Reichel
von Radosveta Angelova

Unter anderem wird der seriennahe Prototyp des batterieelektrischen eActros für den schweren Verteilerverkehr gezeigt, dessen Produktion 2021 im Werk Wörth anlaufen soll. Der eEconic, konzipiert speziell für den Kommunaleinsatz, basiert auf dem Mercedes-Benz eActros und soll ab 2022 in Serie folgen.

„Der Start der Serienfertigung im nächsten Jahr ist für den Standort und die Region ein wichtiger Meilenstein. Wir erweitern damit das Portfolio des Werks Wörth und gehen konsequent einen weiteren Schritt Richtung CO2-neutralem Transport", erklärte Matthias Jurytko, Leitung Standort und Produktion Werk Wörth.

Der Standort bereite sich gerade mit Hochdruck auf die Anforderungen in der Lkw-Produktion im Zusammenhang mit elektrischen Antrieben vor, so Jurytko. Künftige Experten im Bereich Hochvolt würden aktuell ausgebildet werden, um die Montage von Fahrzeugbatterien und den Aufbau eines elektrischen Trucks zu ermöglichen. Die Elektromobilität eröffne jedoch auch neue Perspektiven für die Arbeitnehmer.

„Gerade in diesen Zeiten ist es ein sehr gutes und wichtiges Signal, dass wir die erste Montage des Serien-eActros nach Wörth holen konnten. Wir sichern damit die Beschäftigung am Standort und gehen gemeinsam mit der Belegschaft den vor uns liegenden Weg: Die Transformation einer ganzen Branche hin zu neuen Antrieben, mehr Flexibilisierung und Vernetzung", meinte Thomas Zwick, Betriebsrats­vorsitzender Werk Wörth.

Auf der IAA 2016 präsentierte Mercedes-Benz Trucks als weltweit erster Hersteller einen schweren Elektro-Lkw. Der eActros wird seit Herbst 2018 intensiven Kundentests unterzogen und fungiert als Produkt der Gemeinschaftsarbeit der Standorte Wörth, Mannheim und Stuttgart. Durch Kundenfeedback entwickelt sich der eActros stetig hin zum Serienfahrzeug. Er steht im städtischen Verkehr, bei Autobahn- oder Überlandfahrten einem konventionellen Diesel-Lkw in Sachen Verfügbarkeit und Leistungserbringung in nichts nach.

Unabhängig von Zuladung, Streckenverlauf oder Topografie besitzt der rein batterieelektrisch angetriebene Prototyp eine Reichweite von 200 Kilometern. Fahrer geben positives Feedback zum durchgängig verfügbaren Drehmoment über den gesamten Geschwindigkeitsbereich hinweg sowie über das angenehm ruhige Fahrgefühl und die Nutzung der Rekuperation, um elektrische Energie zurückzugewinnen.

Bis zur Serie noch weitere Verbesserungen

Der Serien-eActros soll dem bisherigen Prototypen jedoch in einigen Komponenten überlegen sein, unter anderem in Bezug auf Reichweite, Antriebsleistung und Sicherheit. Das Fahrzeug soll als Zwei- und Dreiachser auf den Markt kommen und von Daimler Trucks in ein ganzheitliches Ökosystem einbettet werden, das Beratungsangebote wie Routenanalysen, Überprüfung möglicher Subventionen, Unterstützung bei der operativen Flottenintegration und die Erarbeitung passender Ladeinfrastrukturlösungen im Bereich E-Mobilität anbietet.

Die elektrischen Lkw-Modelle werden in der Montage flexibel neben Lkw mit konventionellen Antrieben eingeplant, die Grundstruktur des Fahrzeugs soll auf einem Band gebaut werden - unabhängig davon, ob ein konventioneller Verbrennungsmotor oder ein elektrischer Antriebsstrang eingebaut wird. Das Herzstück der künftigen eActros-Fertigung ist die Produktionshalle in Gebäude 75 des Werks Wörth. Seit über einem Jahr laufen dort Umbaumaßnahmen und Vorbereitungen für die Produktionsreihe ab, wie beispielsweise das Errichten einer neuen Montagelinie, auf der künftig der komplette elektrische Aufbau des eActros, insbesondere der Hochvoltkomponenten, sowie dessen Inbetriebnahme stattfinden wird.

Im Anschluss würden die Fahrzeuge zum Finish und für die Endabnahme wieder in den regulären Produktionsablauf eingegliedert. Neben dem eActros soll ab 2022 auch der batterieelektrische Mercedes-Benz eEconic im Werk Wörth vom Band laufen. Dieser eigne sich besonders als Sammel- und Entsorgungsfahrzeug im Kommunaleinsatz.

Transformation zur Dekarbonisierung im vollen Gange

Daimler Trucks treibt die Transformation des Geschäftsmodells in eine lokal CO2-neutrale Zukunft nach eigenem Dafürhalten konsequent voran. Im Fokus stünden insbesondere Infrastruktur-Maßnahmen sowie Investitionen für spezielle Maschinen und technische Einrichtungen. Alle deutschen und europäischen Werke von Daimler Trucks & Buses sollen bis zum Jahr 2022 über eine CO2-neutrale Energieversorgung verfügen und alle weiteren Werke sollen folgen. Das heißt konkret, dass die bestehenden Truck- und Buswerke ihre zugekaufte elektrische Energie nur noch aus regenerativen Quellen beziehen werden. Dies gelte auch für das Werk Wörth, das somit zur Dekarbonisierung bei Daimler Trucks beiträgt.

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