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Mercedes-Benz bringt automatischen Spurwechsel nach Europa

Das neue Feature ermöglicht das automatische Überholen eines Fahrzeugs bei 80-140 km/h, ohne Impuls des Fahrers. Es soll mit der neuen E-Klasse Europa-Premiere feiern.

Automatisches Überholen soll bald als neues Sicherheitsfeature in der E-Klasse kommen. | Foto: Mercedes-Benz
Automatisches Überholen soll bald als neues Sicherheitsfeature in der E-Klasse kommen. | Foto: Mercedes-Benz
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Johannes Reichel

Mit der Funktion „Automatischer Spurwechsel“ hat der Stuttgarter Autohersteller Mercedes-Benz eine Weiterentwicklung der Fahrassistenzsysteme im Bereich des SAE-Levels 2+ für Europa angekündigt. Aktuell arbeitet man an der Adaption der Funktion an die Situationen im europäischen Verkehr. Die Markteinführung ist zeitnah zur Auslieferung der ersten Exemplare der neuen E-Klasse angesetzt. Der Automatische Spurwechsel werde auf autobahnähnlichen Straßen mit Spurmarkierungen und baulich getrennten Richtungsfahrbahnen unterstützt, präzisiert der Hersteller. Das sogenannte Automatic Lane Change (ALC) wird bereits für C-Klasse, E Klasse und S-Klasse sowie für alle EQ Baureihen in den USA und Kanada angeboten. Die Funktion ALC ist Bestandteil des Aktiven Abstands-Assistenten Distronic mit Aktivem Lenk-Assistenten. Fährt ein langsameres Fahrzeug voraus, kann das Fahrzeug im Geschwindigkeitsbereich von 80-140 km/h den Spurwechsel selbst initiieren und vollkommen automatisch überholen, wenn Spurmarkierungen erkannt werden und ausreichend Freiräume vorhanden sind, skizziert der Hersteller. Voraussetzung ist eine Straße mit Geschwindigkeitsbegrenzung und die Ausstattung des Fahrzeugs mit MBUX Navigation.

Das System benötige zum Ausführen des automatischen Spurwechsels keinen weiteren Impuls durch die Fahrerin oder den Fahrer. Mit aktiver Routenführung soll das System auch beim Ansteuern von Ausfahrten und beim Wechseln von Autobahnen helfen. Da die Verantwortung bei einem Level 2-System auch während des automatischen Spurwechsels beim Fahrer oder der Fahrerin lliegt, hat sich der Hersteller entschieden, dass die Hände am Lenkrad bleiben müssen.
 

Assistiertes Fahren bis 210 km/h

Der Hersteller setzt im Bereich des teilautomatisierten Fahrens im Bereich des SAE-Level 2 auf den Aktiven Abstands-Assistenten mit Aktivem Lenk-Assistenten, der bis zu einer Geschwindigkeit von 210 km/h der Fahrerin beziehungsweise dem Fahrer beim Lenken assistiert. Das System kann auf allen Straßenarten aktiviert werden. Besonderheit: Bei Geschwindigkeiten von weniger als 130 km/h funktioniert der Lenk-Assistent auch bei schlecht erkennbaren Straßenmarkierungen. Das System regelt die Geschwindigkeit automatisch, passt dabei den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug an und unterstützt beim Wiederanfahren im Stop-and-Go-Verkehr.

Darüber hinaus ist der sogenannte Drive Pilot das weltweit erste und einzige System mit international gültiger Genehmigung für hochautomatisiertes Fahren (SAE-Level 3). Es ermöglicht, bei hohem Verkehrsaufkommen oder Stausituationen auf geeigneten Autobahnabschnitten aktuell bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h, die Fahraufgabe unter bestimmten Bedingungen an das System zu übergeben. Das System ist seit Mai 2022 in Deutschland für die Modelle S-Klasse und EQS erhältlich. Auch in den US Bundesstaaten Kalifornien und Nevada hat Mercedes-Benz als erster Automobilhersteller die entsprechende Genehmigung erhalten. Auf dem US-Markt wird es als Sonderausstattung für die Modelle S Klasse und EQS im Modelljahr 2024 erhältlich sein. Die ersten Fahrzeuge sollen Ende 2023 an Kunden ausgeliefert werden.

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