Mazda 2 Hybrid: Toyota Yaris reloaded

Mazdas erster Vollhybrid auf dem deutschen Markt ist ein umgelabelter Toyota Yaris.

Der neue Mazda 2 Hybrid wird komplett von Toyota Europe zugeliefert - und ist dort als "Yaris" bekannt. | Foto: Mazda
Der neue Mazda 2 Hybrid wird komplett von Toyota Europe zugeliefert - und ist dort als "Yaris" bekannt. | Foto: Mazda
Gregor Soller

Mazda ergänzt das Modellangebot der Baureihe 2, das weiterhin auch den Mazda2 Skyactiv G mit Vierzylinder-Benziner beinhaltet und zum Modelljahr 2022 ein Update erhält und nochmals effizienter wird, um einen noch sparsameren Vollhybriden, den Toyota zuliefert. Hier kombiniert er einen 68 kW/93 PS starken 1,5-Liter-Dreizylinder-Benziner mit einem 59 kW/80 PS starken Elektromotor. Das ergibt 85 kW/116 PS Systemleitung, mit der der Mazda2 Hybrid in 9,7 Sekunden von null auf 100 km/h, beschleunigt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt laut Mazda 175 km/h. Der Kraftstoffverbrauch liegt im kombinierten WLTP-Zyklus bei nur 3,8 bis 4,0 Liter je 100 Kilometer, was CO₂-Emissionen von 87 bis 93 g/km entspricht – in der Realität schafft man damit gut eine vier vor dem Komma.

Beim Anfahren startet auch der Mazda2 Hybrid automatisch im nahezu lautlosen EV-Modus, ohne lokal CO₂, Stickoxide (NOx) und andere Schadstoffe zu emittieren. Im normalen Fahrbetrieb arbeiten Benzin- und Elektromotor für eine optimale Balance zwischen Leistungsentfaltung und Kraftstoffeffizienz zusammen. Die beim Bremsen entstehende kinetische Energie wird zurückgewonnen und in der Hochleistungsbatterie gespeichert. Ein vom Motor angetriebener Generator hält den Ladezustand der Batterie konstant – ein externes Aufladen ist dadurch weder nötig noch möglich.

Trotz seiner kompakten Abmessungen bietet der neue Mazda2 Hybrid großzügigere Platzverhältnisse als der noch etwas kompaktere Mazda 2 Skyactiv G: Bei 2,56 Meter Radstand von 2,56 Metern gibt es auch im Fond ausreichend Platz und es bleiben im Heck 286 Liter Kofferraumvolumen. Er bietet im Euro NCAP fünf Sterne. Mazda bietet drei Ausstattungslinien an: Pure, Agile und Select.

Was bedeutet das?

Mit Badge-Engeneering hatten schon die britischen und amerikanischen Autohersteller eher schlechte Erfahrungen gemacht. Doch nachdem viele japanische Hersteller die E-Mobilität sehr zögerlich angingen, muss jetzt überall Toyota aushelfen: Mit RAV4 und Corolla bei Suzuki, mit dem bZ4X bei Subaru (wobei Subaru hier von Anfang an mitentwickelt hat) und jetzt folgt der Toyota Yaris als umgelabelter Mazda 2 Hybrid. Der optisch leider überhaupt nicht ins elegante Mazda-Programm passt.

Er ist laut Mazda das jüngste Ergebnis einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen der Mazda Motor Corporation und der Toyota Motor Corporation. Es wird als OEM-Modell von Toyota Motor Europe, einer hundertprozentigen Toyota Tochtergesellschaft, geliefert. Der Mazda2 Hybrid spielt für die Marke aus Hiroshima allerdings eine entscheidende Rolle für die Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens: Im Rahmen der langfristigen Technologievision „Sustainable Zoom-Zoom 2030" will Mazda seine durchschnittlichen CO₂-Emissionen bis 2030 um 50 Prozent senken. Unter anderem durch eine beschleunigte Elektrifizierung der Produktpalette strebt das Unternehmen bis 2050 außerdem Klimaneutralität an.

Etwas schade, dass man sich dazu – hoffentlich nur überbrückungsweise – bei Toyota bedienen muss, denn Mazda fährt eigentlich eine ganz andere Design- und Antriebsphilosophie als Toyota. Das aufstrebende Image der eleganten Modelle wird durch den neuen 2 Hybrid eher konterkarriert. Ein rein elektrischer Mazda 2-Nachfolger wäre hier das zukunftsweisendere Modell gewesen. 

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