Maserati bringt Ghibli als Mildhybrid

Mit dem Ghibli Hybrid startet jetzt auch Maserati dezent in die Elektrifizierung.

Den Ghibli Hybrid treibt ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner an. | Foto: Maserati
Den Ghibli Hybrid treibt ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner an. | Foto: Maserati
Gregor Soller

Maserati startet mit Mildhybriden und möchte so mehr Leistung mit weniger Verbrauch kombinieren. Dazu kombiniert er einen 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner mit MultiAir-Technologie mit einem 48-Volt-Hybridsystem, das eine Energierückgewinnung beim Verzögern ermöglicht. Der Antrieb bietet 243 kW (330 PS) und macht den Ghibli Hybrid 255 km/h schnell. Er beschleunigt in nur 5,7 Sekunden von null auf 100 km/h. Damit erreicht der Ghibli Hybrid annähernd das Leistungsniveau des Ghibli 350-PS-V6-Motors, benötigt dazu aber 25 Prozent weniger Kraftstoff. Und er besitzt durch den Elektro-Boost praktisch die gleiche Durchzugskraft wie der Ghibli Diesel. Das 48-Volt-Hybridsystem von Maserati beruht auf vier Bausteinen: Riemen-Starter-Generator (RSG), Hochvoltbatterie, E-Verdichter und DC/DC-Wandler. Der RSG fungiert als Lichtmaschine und ermöglicht während der Verzögerungsphasen die Rückspeisung der freiwerdenden Energie und das Laden der Batterie. Diese speist ihrerseits den E-Verdichter des Motors, der seinerseits mit dem klassischen Turbolader zusammenarbeitet. Die Aufgabe des E-Verdichters besteht darin, den Turbolader bei der Leistungsentfaltung des Motors im unteren Drehzahlbereich zu unterstützen. Die Strategie des Hybridsystems ist dabei so ausgelegt, dass der E-Verdichter bei Bedarf über die Batterie oder den RSG stets zur Verfügung steht.

Die Kombination aus RSG und E-Verdichter soll im Sport-Modus eine zusätzliche Aufladung in jedem Drehzahlbereich ermöglichen, um ein Leistungsplus abzurufen, während sie im Normal-Modus für ein ausgewogenes Verhältnis von Verbrauch und Leistung sorgen soll. Überdies verbessert sich beim Hybriden die Achslastverteilung des Ghibli, da die Batterie im Fahrzeugheck platziert ist.

Nachgelegt hat Maserati beim Infotainment:. Dazu gehört unter anderem das Spracherkennungssystem von Tencent, mit dem Funktionen wie Klimatisierung, Fahrzeugeinstellungen und Navigation über einen virtuellen Bordassistenten gesteuert werden können. Neu ist zudem das Multimediasystem MIA (Maserati Intelligent Assistant), welches das Betriebssystem Android Automotive nutzt. Sein HD-Display wurde von 8,4 Zoll im Verhältnis 4:3 auf 10,1 Zoll im Verhältnis 16:10 vergrößert, während seine rahmenlose Optik für eine zeitgemäße, puristische Anmutung sorgt.

Neu ist auch Maserati Connect. Der Dienst verbindet Fahrer, Fahrzeug und Umwelt mit einer digitalen Anwendung. Dank der permanenten Vernetzung weiß der Fahrer laut Maserati, ob ein Check seines Fahrzeugs fällig ist oder er kann ferngesteuert bestimmte Funktionen aktivieren. Maserati Connect bietet zudem auch eine größere Sicherheit in Pannenfällen und bei Fahrzeugdiebstahl. Per Smartphone, Smartwatch, Web-Anwendung oder virtueller Assistenten (Amazon Alexa oder Google Assist) kann der Fahrer mit seinem Fahrzeug stets in Kontakt bleiben.

Der Ghibli Hybrid wird ab Herbst 2020 im Werk Grugliasco bei Turin gefertigt. Sein Preis wird in Deutschland bei rund 69.400 Euro inkl. Mehrwertsteuer liegen – das wären rund 58.320 Euro netto bei 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Was bedeutet das?

Höchste Zeit, dass auch Maserati die Elektrifizierung nutzt – wenn auch sehr dezent und nur mild hybridisiert. Man darf gespannt sein, wie kräftig und sparsam der Ghibli Hybrid in der Realität werden wird. Noch wünschenswerter wären ein Plug-in und/oder ein rein elektrischer Maserati. Letzterer soll als Sportwagen kommen.

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