Mahle sieht sich auf Kurs bei der Elektrifizierung

Serienaufträge für Elektrifizierung von Pkw und Nutzfahrzeugen über 1,4 Milliarden Euro. Neuer E-Kompressor mit 18 kW leistungsstärkster am Markt und als Schlüsselkomponente des Thermomanagements auch wichtig für Lebensdauer, Ladetempo und Reichweite der Batterie. Unabhängigkeit vom Verbrenner steigt, bis 2030 will man zu 75 Prozent elektrifiziert sein.

Will weg vom Verbrenner: CEO Arnd Franz mit E-Kompressor (links) und brandneuem SCT E-Motor. | Foto: MAHLE
Will weg vom Verbrenner: CEO Arnd Franz mit E-Kompressor (links) und brandneuem SCT E-Motor. | Foto: MAHLE
Johannes Reichel

Der schwäbische Zulieferkonzern Mahle sieht sich auf gutem Weg in der Transformation seiner Technologie weg vom Verbrenner und gut etabliert als Lieferant für wesentliche Bauteile der E-Mobilität. So verweist der Komponentenspezialist auf etwa auf seinen elektrischen Klimakompressor, für den sich der Technologiekonzern aus Stuttgart bereits zahlreiche Serienaufträge im Pkw- und Nutzfahrzeugbereich gesichert hat. Das Gesamtauftragsvolumen beläuft sich aktuell auf etwa 1,4 Milliarden Euro. Zuletzt hatte man den mit einer Spitzenleistung von 18 kW derzeit leistungsstärksten E-Kompressor im Markt eingeführt. Die Schwaben sehen E-Kompressoren als Herzstück des Thermomanagements in E-Fahrzeugen, als Schlüsselkomponente wichtig für die Temperierung des E-Antriebs und damit entscheidend für Lebensdauer, Ladegeschwindigkeit und Reichweite der Batterie. Darüber hinaus sorgt sie für Innenraumkomfort.

„MAHLE wird seine Rolle als Gesamtsystemanbieter bei der Klimatisierung von E-Fahrzeugen weiter ausbauen“, versicherte Arnd Franz, Vorsitzender der Geschäftsführung und CEO des MAHLE Konzerns.

Mit seinem elektrischen Klimakompressor sei man Vorreiter in der Hochvolt-Technologie, also Spannungslagen über 400 Volt, und großen Kompressor-Hubräumen. Diese Eigenschaften ermöglichten etwa ultraschnelles Laden. Der Kompressor wird derzeit in Spannungslagen bis zu 900 Volt und Hubräumen bis zu 57 cm³ angeboten. Durch sein kompaktes Design sei er so in allen Fahrzeugklassen einsetzbar, vom Pkw bis hin zu schweren Nutzfahrzeugen. Ermöglicht wird der äußerst kleine Bauraumbedarf durch eine patentierte Kältemittelkühlung von Kompressormotor und -elektronik.

Weg vom Verbrenner: 60 Prozent Umsatz unabhängig

Einer der größten Herausforderungen bei batterieelektrischen Fahrzeugen sei zudem die Innenraumakustik, bei der Insassen selbst kleinste Vibrationen und geringste Geräuschentwicklungen als störend empfänden. Hier reklamiert man für das hauseigene Bauteil nur geringe Vibrationen, hohe Laufruhe und Akustik. Der Anbieter entwickelt und produziert neben E-Kompressoren für die E-Mobilität auch elektrische Antriebe, Nebenaggregate, die Elektronik und Software sowie das gesamte Thermomanagement. Im Zeitraum zwischen 2022 bis 2026 sollen über 20 elektrifizierte Fahrzeugplattformen führender Pkw- und Nutzfahrzeughersteller auf den Markt kommen, die auf Technologien und Produkte des Zulieferers setzen. Man sei damit voll auf Transformationskurs und erwirtschaftet bereits über 60 Prozent seines Umsatzes unabhängig vom Pkw-Verbrennungsmotor. Bis 2030 soll dieser Anteil auf 75 Prozent steigen.

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