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Mahle sieht Elektro-Wende geschafft

Rekordumsatz von 12,8 Milliarden Euro und mehr Gewinn: CEO Arnd Franz sieht die Trendwende geschafft und verweist auf Akquisitionen in der E-Mobilität. Fokus liegt auf Kernprodukte für Elektrifizierung, Thermomanagement und nachhaltige Motoren. 60 Prozent Umsatz hängen nicht am Verbrenner. 70 Prozent der Patente im E-Segment.

Mehr Spaß am Strom: Mahle-Chef Arnd Franz sieht die Elektrowende geschafft. Die Elektro-Sparte macht 70 Prozent der Patente bei Mahle aus. Und 60 Prozent des Umsatzes sind unabhängig vom Verbrenner. | Foto: dpa/Bernd Weißbrod
Mehr Spaß am Strom: Mahle-Chef Arnd Franz sieht die Elektrowende geschafft. Die Elektro-Sparte macht 70 Prozent der Patente bei Mahle aus. Und 60 Prozent des Umsatzes sind unabhängig vom Verbrenner. | Foto: dpa/Bernd Weißbrod
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Johannes Reichel

Der schwäbische Automobilzulieferer Mahle sieht die Trendwende geschafft und schloss das Geschäftsjahr 2023 trotz weltweit schwieriger Rahmenbedingungen und Kostensteigerungen mit einem Rekordumsatz und schwarzen Zahlen ab. Der Umsatz stieg – bereinigt um Wechselkurseffekte – organisch um 8,2 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg von 60 Millionen Euro auf 304 Millionen Euro. Das Konzernergebnis fiel mit 26 Millionen Euro positiv aus. Arnd Franz, Vorsitzender der Konzern-Geschäftsführung und CEO, erklärte auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens, man habe eine starke Marktposition bei den Kernprodukten und dank der Innovationen für die E-Mobilität wachsende Akquisitionserfolge auch in diesem Bereich.

"Wir befinden uns im Aufwind. Auch wenn wir aktuell ein weiteres äußerst volatiles Jahr vor uns haben. Die Richtung stimmt“, findet Franz. 

Die Neuausrichtung des Konzerns im Zuge der Strategie MAHLE 2030+ auf die drei Strategiefelder Elektrifizierung, Thermomanagement und nachhaltige Verbrennungsmotoren zahle sich aus, so Franz weiter. So wuchs der Umsatz bei Motorsystemen und -komponenten global wechselkursbereinigt um 9,3 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Der Geschäftsbereich Filtration und Motorperipherie wies ein Umsatzplus von wechselkursbereinigt 9,7 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro aus. Sehr gute Ergebnisse erzielte auch der Geschäftsbereich Aftermarket. Sein Umsatz wuchs wechselkursbereinigt um 22 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.
 

 

Elektrifizierung ist Zukunftsthema

Gleichwohl erzielt der Konzern mittlerweile über 60 Prozent seines Umsatzes mit Technologien und Produkten, die nicht unmittelbar am Pkw-Verbrennungsmotor hängen. So legten die stark mit der Elektrifizierung verbundenen Geschäftsbereiche im Umsatz zu: Die Sparte Elektronik und Mechatronik steigerte ihren Umsatz leicht auf 1,4 Milliarden Euro, das Geschäftsfeld Thermomanagement wuchs wechselkursbereinigt um 4,1 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. Allerdings spürten beide Geschäftsbereiche, dass der Absatz batterieelektrischer Fahrzeuge noch nicht so dynamisch verläuft wie geplant. Dennoch richtet sich das Unternehmen auf eine steigende Nachfrage ein. So baute man das Produktportfolio für E-Fahrzeuge beim Thermomanagement weiter aus und wird an seinen europäischen Standorten neue Produkte im Bereich Klimaanlagen und Batteriekühlplatten herstellen.

“Elektrifizierung ist das Zukunftsthema. Unser Fokus liegt dabei auf elektrischen Antrieben und intelligentem Laden. Wir tun alles, um E-Mobilität attraktiver und erschwinglicher zu machen”, versprach Franz.

Mit einem neuen Technologiebaukasten für E-Motoren bietet der Konzern Antriebe für Pkw und Nutzfahrzeuge, die effizient dauerhaft hohe Spitzenleistung erbringen sollen und dabei ohne Seltene Erden auskommen. Beim kabellosen Laden von E-Fahrzeugen sei das neue automatisierte Positioniersystem zum globalen Standard erklärt worden. Für ihr neues Thermomanagement-Modul erhielten die Schwaben jüngst zwei Großaufträge, deren Gesamtauftragsvolumen knapp 1,5 Milliarden Euro beträgt. Die Module kombinieren eine Reihe von Komponenten zum Heizen und Kühlen verschiedenster Systeme im Fahrzeug. Neben kleineren Bauräumen und drastisch reduziertem Montageaufwand bringt der Modulansatz deutlich mehr Effizienz. So kann die Reichweite eines E-Autos um bis zu 20 Prozent sowie die Ladegeschwindigkeit deutlich steigen.

Erfolgreiches Akquisejahr: Invest in Forschung und Entwicklung

Insgesamt war 2023 mit Neuaufträgen über ein Gesamtvolumen von mehr als 10,5 Mrd. Euro ein erfolgreiches Akquisejahr. Im Geschäftsjahr 2023 erhöhten sich die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen auf 673 Millionen Euro. Dies entsprach 5,3 Prozent des Umsatzes. Daraus resultierten 341 neue Patentanmeldungen, ergänzt um 502 Erfindungsmeldungen. 70 Prozent der Patentanmeldungen betrafen die Elektrifizierung. Allerdings appellierte man auch an die Politik.

„Gerade als Stiftungsunternehmen ist für MAHLE die gesellschaftliche Teilhabe und die Verantwortung für Mensch und Umwelt Teil unseres Selbstverständnisses. Dafür brauchen wir, wie andere Unternehmen auch, richtige Rahmenbedingungen“, forderte Franz.

Deshalb werde auch für das Unternehmen die Wahl zum Europäischen Parlament im Juni eine zentrale Rolle spielen. Man hofft in der nächsten Legislaturperiode auf eine starke Industriepolitik, die Wettbewerbsfähigkeit und Standortbedingungen in den Fokus rückt.

„Wir plädieren für eine sachorientierte Politik, die bei Technologie nicht auf Verbote setzt, sondern auf Vielfalt“, bekräftigte der CEO. Franz erneuerte seine Forderung nach einer Multipfadstrategie bei Antrieben, wie sie Japan, China oder Nordamerika bereits verfolgen. “Wir brauchen verantwortungsvolles regulatorisches Handeln, das an der Realität ausgerichtet ist. Damit die Unternehmen zukunftsstark und profitabel arbeiten können. Und damit sie nicht zuletzt die absehbaren beschäftigungs- und sozialpolitischen Auswirkungen der Transformation aktiv gestalten können", so Franz.

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